Emmanuel Macron hat im Streit um den Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands an die Türkei appelliert einzulenken.
Paris in Frankreich - In einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan habe Macron am Donnerstag dazu aufgerufen, "die souveräne Entscheidung" der beiden Länder, der Nato beizutreten, "zu respektieren", teilte der Elysée-Palast mit. Er habe den Wunsch geäußert, dass die Gespräche fortgesetzt würden, "um eine schnelle Lösung zu finden".
Finnland und Schweden hatten in der vergangenen Woche unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gemeinsam ihre Mitgliedsanträge bei der Nato eingereicht. Dem Beitritt eines Staates zur Nato müssen alle 30 Mitgliedsländer zustimmen. Das Nato-Mitglied Türkei droht allerdings mit einem Veto.
Erdogan fordert von Finnland und Schweden ein härteres Vorgehen gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sowie die kurdisch-syrische YPG, die von der Regierung in Ankara als Terrororganisationen eingestuft werden. Dabei verlangt die Türkei auch die Auslieferung von Kurden, die in Finnland und Schweden Schutz gefunden haben. Zudem wirft die Türkei den beiden Ländern vor, Waffenlieferungen an Ankara gestoppt zu haben.
Am Mittwoch hatte der Sprecher der türkischen Präsidentschaft, Ibrahim Kalin, Diplomaten aus Schweden und Finnland in Ankara empfangen. Kalin, der als enger Vertrauter Erdogans gilt, bekräftigte dabei die Bedenken der Türkei. "Wir haben unseren Gesprächspartnern deutlich gemacht, dass der Prozess der Nato-Mitgliedschaft nicht voranschreiten kann, solange die Sicherheitsbedenken der Türkei nicht mit konkreten Maßnahmen und innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens ausgeräumt werden", sagte er. bfi/yb