VonErkan Pehlivanschließen
Ein Statement von „Fridays for Future International“ zum Israel-Krieg sorgt für Diskussionen. Der Zentralrat der Juden und Politiker fordern Konsequenzen.
Berlin – Angesichts eines Anti-Israel-Posts auf dem internationalen Account der Klimaschutzbewegung Fridays for Future (FfF) sieht der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland dringenden Handlungsbedarf für den deutschen Ableger. „Ich erwarte von Luisa Neubauer und Fridays for Future Deutschland eine wirkliche Abkoppelung, eine Namensänderung der Organisation und den Abbruch jeglicher Kontakte zu Fridays for Future International“, sagte Josef Schuster der Bild.
Wenn Neubauer ihre Worte vom Brandenburger Tor ernst meine, wo sie sich entsetzt über den weltweiten Antisemitismus gezeigt und auch die besondere Verantwortung Deutschlands für Israel betont habe, müsse sie sich „endlich lossagen von dieser Organisation“. Neubauer war am Sonntag bei einer Solidaritätsdemo für Israel und gegen Antisemitismus in Berlin als Rednerin aufgetreten.
Fridays for Future um Luisa Neubauer in der Krise: Wie geht es weiter?
Die deutsche Gruppe Fridays for Future hatte sich am Donnerstag auf X angesichts des Kriegs klar von israelfeindlichen Äußerungen auf dem internationalen Account der Klimaschutzbewegung distanziert und erklärt, man stimme nicht mit den Inhalten überein.
Kommentar nicht mit FFF-Germany abgestimmt
„Nein, der internationale Account spricht – wie zuvor betont – nicht für uns. Nein, der Post ist nicht mit uns abgestimmt. Nein, wir stimmen nicht mit den Inhalten überein“, ließ der deutsche Ableger von Fridays for Future über X mitteilen.
Auf Instagram hatte der internationale FfF-Account harte Anschuldigungen gegen den israelischen Staat und „westliche Medien“ erhoben. Die Medien verheimlichten unter anderem, dass die Hamas und ihre Attacken auf Israel verwurzelt seien „in 75 Jahren Unterdrückung und ethnische Säuberungen der Palästinenser“. Es handele sich nicht um einen Konflikt, sondern um einen Genozid.
Nein, der internationale Account spricht - wie zuvor betont - nicht für uns.
— Fridays for Future Germany (@FridayForFuture) October 26, 2023
Nein, der Post ist nicht mit uns abgestimmt.
Nein, wir stimmen nicht mit den Inhalten überein. 1/4
Politiker fordern Distanzierung von FfF-Germany von internationalem Verband
Protest an den Aussagen kommt auch von der Politik. FDP-Vizefraktionschef Lukas Köhler forderte in der Welt: „Um einen kleinen Rest an Glaubwürdigkeit zu wahren, muss sich Fridays for Future Deutschland jetzt vollständig vom internationalen Verband distanzieren.“ Ebenso forderte die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, Katja Mast, eine „ganz klare und unmissverständliche Distanzierung und Zurechtweisung“ durch die deutsche Gruppe. Die CDU-Abgeordnete Ronja Kemmer kritisierte ebenfalls in der Welt, durch den Post habe sich Fridays for Future seines eigentlichen Anliegens offiziell entledigt. (erpe/dpa/epd)
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