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Viele Menschen in Deutschland sehen das Neun-Euro-Ticket und den Tankrabatt kritisch. Ein Kommentar von Klaus Rimpel.
München – Die derzeitige Debatte um den Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket ist schon sehr deutsch. Statt sich zu freuen, dass endlich mal etwas billiger wird, mäkeln alle: Jetzt werden die Züge überfüllt sein – und der Rabatt sei sowieso nur ein Tropfen auf dem heißen Stein …
Tank-Rabatt: Kritik muss erlaubt sein
Deshalb vorab: Es ist gut, dass der Staat in dieser Inflations-Zeit den Bürgern wenigstens eine kleine Entlastung bietet. Aber insbesondere beim Tank-Rabatt muss trotzdem auch Kritik erlaubt sein. So verständlich es ist, dass nicht nur die Großstädter mit ihrem öffentlichen Nahverkehr, sondern auch die aufs Auto angewiesene Landbevölkerung entlastet werden soll: Die Befürchtung, dass ein großer Teil der dafür nötigen 3,15 Milliarden Euro nicht beim Verbraucher, sondern bei den Öl-Multis landet, scheint sich zu bewahrheiten.
Öl-Konzerne treiben Benzinpreis seit Monaten hoch
Denn seit der Ankündigung der Staats-Subvention hat sich der Spritpreis an den Tankstellen nachweisbar vom Rohöl-Preis entkoppelt. Das heißt: Seit Monaten wurde der Benzinpreis von den Konzernen künstlich hoch getrieben, um jetzt drei Monate lang so zu tun, als gebe man den Tankrabatt an die Verbraucher weiter – und das auch nur teilweise.
Die Autofahrer haben also in den letzten Wochen für den Kurzzeit-Rabatt teuer bezahlt. Ziemlich dreist – aber trotzdem dürfte es für das Kartellamt schwierig werden, Belege zu finden, um diese Tricks auch sanktionieren zu können. Denn konspirative Treffen mit Preisabsprachen brauchen die Öl-Konzerne für dieses Gebaren nicht. Da reicht der gemeinsame Wille, den Profit zu maximieren.
Klaus Rimpel
