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Nicht noch ein Tschernobyl

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Dieses Gebäude in Saporischschja ist nach ukrainischen Angaben durch russischen Beschuss zerstört worden.
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Die Gefahr rund um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja wächst. Moskau und Kiew müssen dringend eine Vereinbarung schließen, die das AKW vor Angriffen schützt. Der Kommentar.

Atomkraftwerke zu betreiben, birgt immer das „Restrisiko“, ganze Regionen unbewohnbar zu machen. Das räumen sogar ihre Befürworter ein. Atomkraftwerke in einem Kriegsgebiet zu betreiben, potenziert die Gefahr. Doch ausgerechnet das geschieht in der Ukraine – mit Saporischschja, Europas größter AKW-Anlage, die von Russen besetzt ist.

Nun ist offenbar eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Internationale Atomenergiebehörde warnt, die Gefahrensituation sei immer unberechenbarer, es drohe ein schwerer Atomunfall. Die nahe Stadt Energodar, in der ein Großteil der Familien des AKW-Personals lebt, wird von der moskautreuen Regionalverwaltung evakuiert, wodurch die Situation laut IAEA noch angespannter wird. Eine weitere Gefahrenquelle, da der Dauerstress das Risiko von Fehlbedienungen und Unfällen im AKW erhöhe.

Moskau und Kiew müssen dringend eine Vereinbarung schließen, die das AKW vor Angriffen schützt. Ein Tschernobyl in Europa hat gereicht. Zumal die Folgen eines Super-GAU in Saporischschja noch viel schlimmer ausfallen könnten.

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