Nordkorea feuert am Mittwoch zwei Marschflugkörper ab und setzt damit seine rekordverdächtige Serie von Waffentests in diesem Jahr fort. Möglicherweise bereitet das isolierte Land Atomwaffentests vor.
Seoul /Pjöngjang- Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben bei einem erneuten Waffentest am Mittwoch (17. August) zwei Marschflugkörper abgefeuert. Die beiden mutmaßlichen Lenkflugkörper seien in Richtung Gelbes Meer geflogen, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Pjöngjang beendete damit die etwa einmonatige Pause in einer rekordverdächtigen Serie von Waffentests in diesem Jahr. Die USA befürchten weitere.
USA befürchten, Nordkorea könnte Atomwaffentest vorbereiten
Nordkorea hat seit Jahresbeginn zahlreiche Waffentests vorgenommen. Schon im Juni hatte das Land bereits 31 ballistische Raketen getestet und damit mehr als in jedem anderen Jahr zuvor. Ballistische Interkontinentalraketen können je nach Bauart mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden. Südkorea und die USA befürchten, dass Pjöngjang einen Atomwaffentest vorbereitet. Es wäre der erste solche Test seit dem Jahr 2017. Aussagen von nordkoreanischen Regierungsvertretern könnten außerdem „auf den Einsatz taktischer Atomwaffen hindeuten“, hieß es vonseiten der USA. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatte für den Fall militärischer Konflikte mit den USA und Südkorea im Juli dieses Jahres mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht.
Das weitgehend isolierte Nordkorea unterliegt wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms einer Vielzahl internationaler Sanktionen. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea eigentlich den Test atomwaffenfähigen Raketen. Tests von Marschflugkörpern hingegen unterliegen nicht den Sanktionen gegen das weithin abgeschottete Land. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap ist es der erste nordkoreanische Marschflugkörper-Test seit Januar.
Nordkorea kündigte an, Beziehungen zu Russland ausbauen zu wollen
Nordkorea gab sich zuletzt als Verbündeter Russlands. Der russische Präsident Wladimir Putin und Kim Jong-un kündigten am Montag (15. August) an, die Beziehungen zwischen ihren Ländern ausbauen zu wollen. Putin habe in einer Grußbotschaft an Kim zum Tag der Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft geschrieben, dass beide Seiten eine Tradition der bilateralen Freundschaft und Zusammenarbeit verbinde, berichteten nordkoreanische Staatsmedien. Es sei im Interesse der Menschen beider Länder, die Beziehungen auszubauen, wurde Putin zitiert. Dies würde auch dazu beitragen, „die Sicherheit und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in der ganzen nordostasiatischen Region zu stärken“.
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Nach Beginn des Ukraine-Kriegs sagte Kim Jong-un Russland seine politische Unterstützung zu. Nach Russland und Syrien war Nordkorea das dritte Land weltweit, das die beiden selbsternannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten anerkannte. Die Ukraine hatte daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea abgebrochen. (AFP/dpa/bme)
