VonRichard Stroblschließen
Nordkorea ist um ein skurriles Gesetz reicher. Nach einer aktuellen Meldung hat Diktator Kim Jong-un nun einen speziellen Frauennamen verboten.
Pjöngjang - Verbot von Blue-Jeans und Lederjacken, Weihnachtsdeko und bestimmter Frisuren. Nicht erst seit Kim Jon-un im Jahr 2011 nach dem Tod seines Vaters die Macht in Nordkorea überreicht bekam, gelten in Nordkorea einige absurd-anmutende Gesetze. Jetzt soll das Land um eine weitere skurrile Regel reicher sein.
Skurriles Nordkorea-Gesetz: Name Ju-ae jetzt verboten
So ist es in Nordkorea nun offenbar verboten, den Mädchennamen Ju-ae zu vergeben. Das berichtet etwa Fox News unter Berufung auf die South China Morning Post. Einwohner, die bereits so heißen, sollen sogar ihren Namen ändern, heißt es weiter. Dazu seien sie ins Sicherheitsministerium einbestellt worden. Doch Kim Jong-un soll nicht etwa eine Abneigung gegen den Namen haben, vielmehr soll das Verbot mehr oder weniger aus Liebe heraus entstanden sein: Denn Ju-ae ist der Name von Kims Tochter. Sie soll inzwischen knapp zehn Jahre alt sein. Um sie herum will man dem Bericht nach nun eine Mystik aufbauen - wie dies auch schon um Machthaber Kim Jong-un geschehen ist.
Dazu erscheint es offenbar notwendig, dass niemand genau so heißt, wie die Tochter des Machthabers. Dieser Schritt ist in Nordkorea nicht ganz neu: Zuvor hatte man bereits den Namen Kim Jong-un für die Bevölkerung verboten. Ganz nach dem Motto: Es kann nur einen geben. Auch damals sollen sich ältere Menschen mit dem Namen gezwungen worden sein, sich umzubenennen.
Nordkoreas Machthaber Kim baut wohl Tochter zur Nachfolgerin auf
Es gibt Vermutungen, dass Kim Jong-un seine Tochter aktuell als mögliche Nachfolgerin aufbaut. Das neue Verbot passt hier ins Bild. In dem aktuellen Bericht heißt es, dass Ju-ae von nordkoreanischen Medien im November als „edle Tochter“ vorgestellt worden war. Auch auf einer neuen Briefmarkenserie ist Ju-ae abgebildet - neben Raketentests. Auf der Website der staatlichen Briefmarkengesellschaft wurde das Mädchen als Kims „geliebte Tochter“ bezeichnet. Bei dem Raketenstart im November hatte Kim seine Tochter erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, seitdem tauchte sie mehrfach an der Seite ihres Vaters auf.
Manche Experten sehen in den öffentlichen Auftritten und der Verewigung auf den Briefmarken Hinweise darauf, dass das Mädchen als mögliche Nachfolgerin seines Vaters aufgebaut werden solle. Andere Experten halten derartige Annahmen jedoch für verfrüht, da Kim selbst noch jung ist und der Name der Tochter nie offiziell genannt wurde. Es sei gut möglich, dass Ju-ae für Propagandazwecke benutzt werde, während Kims ältester Sohn „hinter verschlossenen Türen als Nachfolger aufgebaut wird“, sagte Yang Moo Jin von der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul. (rjs/afp)

