Nach Angaben des südkoreanischen Militärs hat Nordkorea zum wiederholten Mal eine Rakete abgefeuert, die potenziell zum Einsatz von Atomwaffen geeignet ist.
Seoul - Die ballistische Rakete sei in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul am Freitag mit. Berichte der südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap, es könnte sich um eine Interkontinentalrakete mit mehreren tausend Kilometern Reichweite handeln, bestätigte die oberste Kommandostelle zunächst nicht.
Dringlichkeitssitzung geplant
Nach dem erneuten Abschuss einer atomwaffenfähigen Rakete durch Nordkorea wollen die USA, Südkorea und andere Staaten am Rande des Apec-Gipfels in Bangkok zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Dazu zählen auch Japan und Australien, hieß es am Freitag aus japanischen Regierungskreisen. Der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida, der sich zur Zeit beim Apec-Gipfel im thailändischen Bangkok aufhält, verurteilte den erneuten Raketenabschuss aufs Schärfste. Nordkoreas wiederholte Provokationen seien «nicht hinnehmbar», sagte Kishida.
UN-Resolutionen verbieten der selbst erklärten Atommacht Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart einen oder mehrere atomare Gefechtsköpfe tragen können. Zu ICBM zählen Raketen mit einer Reichweite von mindestens 5500 Kilometern. Die Entwicklung strategischer Raketen mit großen Reichweiten richtet sich dabei besonders gegen die USA, denen Pjöngjang eine feindselige Politik vorwirft. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen derzeit wieder deutlich zu. (dpa)