VonFranziska Schwarzschließen
Vom jüngsten CDU-Abgeordneten zum NRW-Ministerpräsidenten: Hendrik Wüst gilt als Nachwuchshoffnung der Union. So tickt er privat.
Hendrik Wüst erblickte am 19. Juli 1975 in Rhede das Licht der Welt. Der Jurist aus dem westlichen Münsterland ist katholisch und wuchs dort mit seinen Eltern und zwei Schwestern auf. Bis heute lebt er mit seiner Familie in Rhede. Zu seinen Freizeitbeschäftigungen zählen laut eigenen Angaben Sport, die Jagd, Krimis und gutes Essen.
| Name | Hendrik Wüst |
|---|---|
| Geburtstag | 19. Juli 1975 |
| Geburtsort | Rhede |
| Partei | Christlich Demokratische Union (CDU) |
| Größe | 1,91 Meter |
Auch Hendrik Wüsts Ehefrau Katharina ist Juristin
Auch seine Ehefrau Katharina Wüst, geborene Starting, ist Juristin und stammt ebenfalls aus Rhede. Das Paar heiratete im September 2019 in der Kapelle Sankt Sebastian in Raesfeld. Im März 2021 wurden sie Eltern einer Tochter namens Philippa.
Privat ist zudem bekannt, dass Hendrik Wüst seit 2007 einen Jagdschein besitzt und leidenschaftlich jagt.
Die politische Laufbahn von Hendrik Wüst: 2005 zog er in den NRW-Landtag ein
Seine politische Karriere begann 2005, als er mit 58,3 Prozent der gültigen Erststimmen im Wahlkreis Borken I erstmals in den Landtag von Nordrhein-Westfalen einzog. Seitdem ist er ununterbrochen Abgeordneter. Damals war er der jüngste Abgeordnete der CDU-Fraktion. Zwischen 2006 und 2010 fungierte er als Generalsekretär der CDU in NRW. Nach dem Rücktritt von Hans-Joachim Reck übernahm er das Amt zunächst kommissarisch und wurde im September 2016 in Münster mit 89,4 Prozent der Stimmen offiziell bestätigt.
Im Dezember 2009 erlitt seine politische Karriere einen ersten Rückschlag. Ihm wurde vorgeworfen, seit April 2006 unzulässige Zuschüsse zu seiner privaten Kranken- und Pflegeversicherung vom Land NRW erhalten zu haben. In einem Schreiben erklärte der CDU-Politiker, dass er sich als „Privatversicherer schlicht nicht angesprochen fühlt“. Es stellte sich heraus, dass es seit 1994 20 ähnliche Fälle gab. Hendrik Wüst erstattete daraufhin 6.100 Euro.
Nach der Sponsoren-Affäre unter Jürgen Rüttgers tritt Hendrik Wüst als Generalsekretär zurück
Am 22. Januar 2010 trat Hendrik Wüst als Generalsekretär der NRW-CDU zurück. Dies war die Folge der Affäre um Schreiben seiner Partei, in denen Sponsoren gegen Bezahlung Gesprächstermine mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers angeboten wurden. Hendrik Wüst übernahm dafür die politische Verantwortung.
Trotz dieser Rückschläge gewann er seinen Wahlkreis Borken I stets mit deutlichen Ergebnissen:
- 2005: 58,3 Prozent
- 2010: 49,6 Prozent
- 2012: 45,8 Prozent
- 2017: 52,9 Prozent
- 2022: 60,7 Prozent
Unter Armin Laschet Verkehrsminister – dann sein Nachfolger als Ministerpräsident
Am 20. Juni 2017 berief Armin Laschet, der damalige Ministerpräsident von NRW, Hendrik Wüst zum Verkehrsminister des Landes. Damit wurde er Teil des Kabinetts der 17. Wahlperiode in NRW.
Da Armin Laschet im Zuge seiner Kanzlerkandidatur ankündigte, „ohne Rückfahrkarte“ nach Berlin zu gehen, benötigte er einen Nachfolger als Ministerpräsident und CDU-Chef in NRW. Am 5. Oktober 2021 schlug er Hendrik Wüst für diese Positionen vor. Am 23. Oktober desselben Jahres wurde Wüst offiziell zum CDU-Vorsitzenden und Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2022 gewählt. Seit dem 27. Oktober 2021 ist er der zwölfte Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Hendrik Wüst kandidiert nicht als Kanzler, sondern unterstützt Friedrich Merz
Bei der Landtagswahl 2022 führte Hendrik Wüst die CDU mit 35,7 Prozent zum Sieg, deutlich vor der SPD mit 26,7 Prozent. Seitdem leitet er in NRW eine schwarz-grüne Koalition.
Vor der Bundestagswahl 2025 wurde er als potenzieller Kanzlerkandidat von CDU und CSU gehandelt. Im September 2024 erklärte er jedoch, nicht kandidieren zu wollen, und rief zur Unterstützung des späteren Wahlsiegers Friedrich Merz auf.

