Nach Ampel-Kontroversen

Nüchterner Scholz sei „eine Marke“: Kühnert erklärt Strategie der SPD

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SPD-Chef Kevin Kühnert (l.) und Kanzler Olaf Scholz.
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Zu still und zu zurückhaltend: Olaf Scholz muss sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs harter Kritik stellen. Kevin Kühnert verteidigt nun den Stil des Kanzlers.

Berlin – Er war der Scholzomat und wurde auch Scholz der Tat genannt: Deutschlands Bundeskanzler fällt seit Beginn seiner Amtszeit insbesondere durch seine zurückhaltende und nüchterne Art auf. Nun hat SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert die Strategie hinter dem Kommunikationsstil von Olaf Scholz (SPD) verteidigt. Und gleichzeitig eingeräumt, dass grade jetzt in Zeiten des Ukraine-Kriegs von Wladimir Putin in der Koalition aus SPD, Grüne und FDP nicht alles glattlaufen würde.

SPD-Generalsekretär Kühnert über Olaf Scholz: „Hanseatische Nüchternheit ist eine Marke“

„Er ist mit seiner hanseatischen Nüchternheit eine Marke. Ich kann Heino nicht die Sonnenbrille wegnehmen und Udo Lindenberg nicht den Hut“, sagte Kühnert im Gespräch mit der Rheinischen Post und führte weiter aus: „Wenn Olaf Scholz anfangen würde, wie (Bundeswirtschaftsminister) Robert Habeck zu reden, würden alle denken, es sei Karneval.“ Der Bundeswirtschaftsminister fiel derweil während einer Sitzung des Bundestags wegen seiner Kleidungswahl auf: Habeck erschien im Plenarsaal mit zerknittertem T-Shirt und legerem Sakko.

Kühnert zeigte sich derweil überzeugt, dass Scholz Regierungsstil in den aktuellen Zeiten der richtige sei. Die Geschichte werde Scholz recht geben, dass seine abwägende Art die richtige sei, um seriöse Politik in ernsten Zeiten zu vermitteln, so Kühnert.

Kevin Kühnert rechtfertigt Arbeit der Bundesregierung: Projekte miteinander durchsetzen

Während der SPD-Generalsekretär verteidigende Worte für Olaf Scholz findet, sagte er in Bezug auf die Ampel-Koalition: „Ich werde Ihnen nicht die Geschichte auftischen, dass alles immer nur super läuft in der Ampel. Natürlich ruckelt es mal, ist doch ganz normal.“ Nach dem Wahlsieg der SPD bei der vergangenen Bundestagswahl 2021 hatten sich Sozialdemokraten, Grüne und Liberale darum bemüht, schnell eine regierungsfähige Koalition auf die Beine zu stellen und möglichst viele gesetzte Ziele aus dem Wahlkampf in die laufende Wahlperiode einzubringen.

Spätestens mit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine zeigte sich allerdings, dass einige Versprechen an die Wähler in den Hintergrund gerückt sind. Dennoch: Um die Bürger aktuell zu entlasten, hat die Bundesregierung ein großes Entlastungspaket 2022 geschnürt, das unter anderem einen Bonus für Hartz-IV, einen Kinderbonus, ein 9-Euro-Ticket, eine Energiepauschale von 300 Euro und einen Tankrabatt beinhaltet. Kühnert stellt klar: „Das Versprechen dieser Regierung ist, dass alle sich inhaltlich wiederfinden und jede Partei Erfolge erzielen können soll. Wir haben uns zugesichert, Projekte nicht gegeneinander durchzusetzen, sondern miteinander. Dieses Versprechen gilt für alle drei Parteien.“

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