VonRichard Stroblschließen
Im Wirbel um den Gas-Stopp für Bulgarien und Polen hat sich Österreichs Kanzler nach russischen Berichten zu einer Klarstellung gezwungen gefühlt.
Wien - Den russischen Gas-Stopp für Polen und Bulgarien hatte EU-Kommissionspräsidentin als „Erpressung“ im Ukraine-Krieg bezeichnet. Und noch am selben Tag gab es in Russland die Meldung, dass Österreich nun offenbar sein Gas doch in Rubel bezahlen wolle. Das ging aus einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur Tass hervor.
Russland stoppt Gas - Bericht über Rubel-Wende in Österreich
Dem widersprach der österreichische Kanzler Karl Nehammer entschlossen und teilte am Rande Details zur Situation zwischen Russland, Polen und Bulgarien.
„Bevor hier Fake News der russischen Propaganda weiter verbreitet werden“, twitterte Nehammer am Mittwoch und stellte klar: „Die OMV bezahlt Gaslieferungen aus Russland selbstverständlich weiterhin in Euro. Österreich hält sich auf Punkt und Beistrich an die gemeinsam beschlossenen EU-Sanktionen.“
Österreich-Kanzler Nehammer erklärt Details zu Gas-Deal
Offenbar liegt auch hier der Teufel im Detail. Denn Nehammer hatte ebenfalls bestätigt, dass der österreichische Gaskonzern OMV neue Zahlungsbedingungen mit Russland angenommen habe. Dabei gehen die Gelder der Bezieherländer in Euro bei der Gazprombank ein und werden anschließend in Rubel konvertiert.
Nach Angaben von Nehammer gibt es Informationen, dass Polen und Bulgarien genau diesen Deal zuvor abgelehnt hätten. Das berichtet unter anderem ntv. Dies könnte dann der Grund sein, warum Russland einen Gas-Stopp gegen die Länder verhängt hat.
Nach Angaben von Nehammer verstößt das Zahlungssystem über die Gazprombank nicht gegen die verhängten EU-Sanktionen. Dies sei Österreich bei der Entscheidung sehr wichtig gewesen.
Österreich bezieht knapp 80 Prozent seines Gases aus Russland.
