- VonStefanie Fischhaberschließen
Die Sorgen vor einer Gasknappheit sind groß. Für den derzeitigen Winter ist Deutschland gewappnet. Und auch für den kommenden gibt Bundeskanzler Scholz Entwarnung.
Berlin – Noch vor einigen Monaten waren die Sorgen vor dem anstehenden Winter angesichts der Energiekrise hoch. Mittlerweile macht es den Anschein, dass Deutschland über den Winter kommt, ohne dass das Gas ausgeht. Doch auch im kommenden Jahr wird die Bundesregierung kein Gas aus Russland importieren. Für viele stellt sich die Frage, wie es im kommenden Winter weitergehen soll.
Gaskrise in Deutschland: Scholz gibt sich auch für Winter 2023/24 zuversichtlich
„Im Frühjahr hatte uns niemand zugetraut, dass wir es in diesem Winter schaffen würden, ohne Gaslieferungen aus Russland zurechtzukommen. Mit großen Anstrengungen ist es uns gelungen – und diese Bemühungen setzen wir in 2023 natürlich fort“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
In Hinblick auf den Winter 2023/24 zeigte er sich deshalb optimistisch. Nach eigenen Worten rechnet er damit, dass die Gasversorgung Deutschlands auch im kommenden Jahr gesichert ist. „Davon können wir, so wie in diesem Jahr, ausgehen, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert“, erklärte der SPD-Politiker. Bereits für den Winter 2022/23 hatte Scholz mehrfach versichert, dass es wohl keine Gasknappheit geben werde.
Deutschland auf der Suche nach neuen Gasimporteuren: Norwegen und USA im Gespräch
Der Ausfall russischen Gases müsse dennoch anderweitig kompensiert werden. Der Kanzler kündigte an, den Bau neuer LNG-Terminals im kommenden Jahr vorantreiben zu wollen. Er wolle zudem weitere Lieferverträge für die Zukunft abschließen.
„Die Bundesregierung ist mit den Gasimporteuren kontinuierlich im Gespräch und wirbt auch dafür, längerfristige Verträge abzuschließen“, sagte er. Die bisherige Abhängigkeit von Russland müsse Deutschland eine Lehre sein. In Zukunft will sich der Kanzler deshalb unabhängiger von einzelnen Lieferanten machen. Das Gas werde deshalb zu großen Teilen aus Norwegen, den USA und aus der Golfregion kommen, ein kleiner Teil aus den Niederlanden.
Ersatz für russisches Gas: Scholz eröffnet erstes Terminal für Flüssigerdgas
Am Samstag (17. Dezember) wird Scholz zusammen mit Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner das erste schwimmende Terminal für Flüssigerdgas (LNG) im niedersächsischen Wilhelmshaven eröffnen. Weitere Terminals entstehen in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein), Stade (Niedersachsen) und Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern). Sie sollen dazu beitragen, die Lücke bei der Gasversorgung zu füllen, die durch den weitgehenden Stopp der russischen Gaslieferungen nach Deutschland entstanden ist. (sf mit dpa)