VonKlaus Ehringfeldschließen
Nach der Wahl in Venezuela ist Oppositionsführer Gonzales ins Exil gegangen. Damit ist eine organisierte Opposition in dem Land so gut wie nicht mehr existent. Der Kommentar.
Als die Nachricht aus Venezuela die Runde machte, Edmundo González sei ins verhandelte Exil nach Spanien gereist, herrschte in In- und Ausland Verwunderung. Ausreise mit Fluchtcharakter des selbst ernannten legitimen Präsidenten? Und dann noch mit Erlaubnis des Unterdrückerregimes? Die Niederlage hätte kaum größer sein können für die Kämpferinnen und Kämpfer für ein Ende des chavistischen Alptraums in Venezuela.
Bisher hat Nicolás Maduro noch jeden Gegner und jede Gegnerin ausgesessen, weggebissen oder in den Knast gesteckt. Erneut ist die Opposition rat- und zahnlos. Sie wird geführt von einer in ihrer Rhetorik aggressiven Frau aus der Oberschicht, von der sich lange nicht das ganze Land repräsentiert fühlt.
Nach jahrelanger Verfolgung und internen Spaltungen ist die Opposition nun auf Maria Corina Machado reduziert. Sie versucht die strategischen Entscheidungen eines Konglomerats politischer Kräfte zu bündeln. Obwohl der Wunsch der Menschen nach Veränderung überwältigend zu sein scheint, sind die Parteien diskreditiert, haben viele ihre Führungsfiguren verloren und müssen bei ihrer Strategie bei null anfangen. Die Menschen stimmen derweil mit den Füßen ab und verlassen einmal mehr in Scharen ihre gebeutelte Heimat. Bericht S. 8
