Unterstützung für Kiew

Panzer für die Ukraine: Künftige Nachschublieferungen auch über Bremerhaven?

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Bremerhaven könnte auch künftig für Panzer-Lieferungen an die Ukraine bedeutsam sein.
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Erste Panzer für die Ukraine kamen in Bremerhaven an und wurden verladen. Auch künftig könnte die Stadt im Norden für die Lieferungen bedeutsam sein.

Bremerhaven – Mittlerweile sind weitere Panzer für die Unterstützung der Ukrainer eingetroffen. Erste Panzer-Transporte durch Bremerhaven und über die A27 in Richtung Bremen zu beobachten gewesen. Auch künftig könnte Bremerhaven für Lieferung von Militärausrüstung einen hohen Stellenwert haben. Schon seit dem Zweiten Weltkrieg gewann der Hafen an internationaler Bedeutung. Doch warum gerade Bremerhaven?

Panzerlieferung für die Ukraine: 60 Schützenpanzer und 90 Radpanzer werden verladen

Vor wenigen Tagen ist das Frachtschiff „Arc Integrity“ in Bremerhaven angekommen. 60 Bradley-Schützenpanzer und zahlreiche andere Militärfahrzeuge befanden sich an Board und wurden verladen und abtransportiert. Nach Medieninformationen soll das schwere Gerät aus dem Hafen zum US-Stützpunkt nach Mannheim gebracht werden.

Der Cargo-Transporter „Arc Endurance“ legte am Sonntag im Kaiserhafen an, berichteten verschiedene Medien unabhängig voneinander. Wie das Regionalmagazin buten un binnen von Radio Bremen berichtet, sollen 90 Radpanzer vom Typ „Stryker“ an Board sein. Sie sind Bestandteil des 2,5 Milliarden-Dollar-Hilfspaket der USA an die Ukraine als Unterstützung im Krieg. Nun sollen die Panzer von einer Spedition zu einem US-Stützpunkt nach Mannheim gebracht werden, heißt es weiter.

Ukraine erhält Panzer – Bremerhaven war seit dem Zweiten Weltkrieg ein wichtiger Umschlagsplatz

Doch nicht nur die beiden jüngsten Lieferungen von Militärequipment verdeutlichen den Stellenwert des Hafens. Dafür reicht ein Blick in die Vergangenheit. Bereits seit dem Zweiten Weltkrieg wurde Bremerhaven zu einem der bedeutendsten Umschlagsplätze für Panzer und CO. Besonders deutlich wurde dies zuletzt im Jahr 2020. Damals fand die militärische Großübung „Defender 2020“ statt, an dem rund 37.000 US-Soldaten teilnahmen, berichtet t-online. Nach Angaben der US-Streitkräfte handelte es sich in Europa um „die umfangreichste Verlegung von Soldaten aus den USA nach Europa in den vergangenen 25 Jahren“.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte das US-Militär den Hafen als zentralen Anlaufpunkt für Mensch und Maschine. Hintergrund war, dass die USA waren auf der Suche nach einem geeigneten Hafen für Nachschublieferungen für die künftigen Besatzungszonen. Schlussendlich fiel ihre Wahl auf Bremerhaven.

Ukraine-Krieg: Bremerhaven gewinnt für Militärfrachter an Bedeutung

Unter anderem lag das daran, dass der Hafen in Bremerhaven eine der wenigen waren, die noch nicht zerbombt wurden. Andere große Häfen in Europa, aber auch die Stadt Bremerhaven selbst waren bereits zerstört und konnten so nicht genutzt werden. Zum anderen hatten sich die Engländer bereits den Hamburger Hafen als „Mayor Port“ gesichert.

Fortan entwickelte sich der Hafen zu einer Drehscheibe der Militärfracht. Aber auch der Stadt verlieh die andauernde US-Präsenz „das Flair eines amerikanischen Vorortes“, heißt es auf der Stadt-Homepage. Über die Jahrzehnte siedelten sich immer mehr militärische Einrichtungen in der Stadt an. So entstand unter anderem die Carl-Schurz-Kaserne direkt hinter der Grenze zum Stadtteil Speckenbüttel, auch „Klein Amerika“ genannt. 1969 bündelten die Streitkräfte dort alles, was die Militärangehörigen und ihre Familien brauchten. (bohy)

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