Debatte um Segnungen

„Zahle den Preis der Einsamkeit“: Papst Franziskus äußert sich im TV zu Kirchen-Eklat

  • schließen

Papst Franziskus hat sich im italienischen Fernsehen erneut zur Segnung homosexueller Paare geäußert. Dabei wurde er deutlich – zeigte aber auch eine persönliche Seite.

Rom – In der katholischen Kirche brodelt es. Auslöser ist die Vatikan-Erklärung „Fiducia supplicans“ (zu Deutsch: „Das flehende Vertrauen“). Diese gibt Priestern erstmals die Möglichkeit, unverheiratete, wiederverheiratete und homosexuelle Paare zu segnen. Bischöfe weltweit reagieren extrem gespalten. Jetzt hat sich Papst Franziskus erneut selbst zu der Thematik zu Wort gemeldet.

Wenn man Entscheidungen trifft „gibt es einen Preis der Einsamkeit, den man zahlen muss“, sagte Franziskus am Sonntagabend in der italienischen Talkshow „Che Tempo Che Fa“ auf die Frage, ob er sich in Folge der „Fiducia Supplicans“ einsam fühle.

Papst Franziskus in der Talk-Show „Che Tempo Che Fa“ auf dem italienischen TV-Sender Nove.

Papst Franziskus spricht im TV über Einsamkeit nach Segnungs-Entscheidung

„Manchmal werden Entscheidungen nicht akzeptiert. Aber meistens akzeptiert man Entscheidungen nicht, weil man etwas nicht weiß“, führte der Papst weiter aus. Er rief die Kritiker der Vatikan-Entscheidung dazu auf, in den Dialog zu gehen und eine „brüderliche Diskussion“ in Gang zu setzen. Nur so könne man Dinge voranbringen.

Menschen, die dagegen den Widerstand „in ihr Herz nehmen“ und nicht ins Gespräch gehen, „ziehen womöglich hässliche Schlussfolgerungen“. Dann wird der Papst sehr deutlich: „Das ist bei diesen kürzlichen Entscheidungen zu den Segnungen für alle passiert.“

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
1973 war Bergoglio noch einfacher Priester. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Hochzeitsfoto der Eltern Bergoglios, Regina Maria Sivori and Mario Jose Bergoglio, aus dem Jahr 1935. Ein Jahr später wurde Bergoglio geboren. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio (rechts, zusammen mit zwei Klassenkameraden) ging in den frühen 50er-Jahren in eine Schule in Buenos Aires © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglios Vater, Mario Jose Bergoglio (Mitte) mit seinen Eltern, Juan und Magarita Vasallo in Buenos Aires (Foto undatiert) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
In diesem Gebäude in Buenos Aires, einst eine technische Schule, machte Bergoglio seinen Abschluss als Chemietechniker. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
In einem Seminar lehrte Bergoglio (hier ein Bild aus dem Jahr 1966) Literatur und Psychologie. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
1969 bekam Bergoglio seine Priestweihe. Hier posiert er (hintere Reihe, 2. v. l.) mit seiner Familie. (Foto undatiert) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Bereits als Priester leitete Bergoglio (r., Foto aus dem Jahr 1973) viele Messen. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Papst Johannes Paul II. ernannte Bergoglio 2001 zum Kardinal. © ap/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Dieses Slum von Buenos Aires besuchte Bergoglio zu seiner Zeit als Erzbischof oft. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio ist Anhänger des Fußballteams von San Lorenzo de Almagro. (Foto aus dem Jahr 2011) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio ist Mitglied des Fanclubs. © AP/dpa
Papst Benedikt Papst Franziskus (Archivbild)
Papst Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Kardinal Bergoglio im Jahre 2007. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Erzbischof Bergoglio bei einer Messe für Drogenabhängige und Arme aus dem Jahr 2008. © dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernandez, soll ein eher kühles Verhältnis zum neuen Papst haben. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Bergoglio fuhr noch als Kardinal von Buenos Aires mit der U-Bahn. (Foto aus dem Jahr 2008) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio beim Heiligen Abendmahl (Foto aus dem Jahr 2009) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio bei einer Messe (Foto aus dem Jahr 2009). © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Die Volksnähe hat er sich bewahrt: Bergoglio trinkt Mate, das Nationalgetränk Argentiniens. (Foto aus dem Jahr 2013) © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Kardinal Bergoglio einen Tag vor Beginn des Konklaves, bei dem er zum neuen Papst gewählt wurde. © dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus I.
Als Papst nennt er sich Franziskus - nach dem Heiligen Franz von Assisi. © AP/dpa
Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus
Die jüngste Stimme von Papst Bergoglio, María Elena Bergoglio (65), hat ihren Pass erneuert, um ihren Bruder in Rom besuchen zu können. © dpa

Deutliche Papst-Worte zu Kirchen-Eklat um Segnungen

Die Kirche müsse alle Leute segnen und mit diesen Menschen auch einen Dialog fördern – und sie „nicht von Anfang an verurteilen“. Das sei die „pastorale Arbeit der Kirche“, so Franziskus, der gerade erneut erkrankt war. „Der Herr segnet alle. Alle, die kommen“, erläutert der Papst weiter.

Gleichzeitig stellte er auch klar, dass auf diesen Segen ein Dialog folgen müsse. „Die Menschen müssen sich mit dem Segen des Herrn auseinandersetzen und sehen, was der Weg ist, den der Herr ihnen vorschlägt“. Um einen Dialog zu starten und voranzubringen, müsse ein Priester aber zunächst „allen vergeben“, ruft der Papst in dem Interview zu Offenheit auf.

Nach der Vatikan-Erklärung „Fiducia Supplicans“ hatte es vor allem von Seiten deutscher, französischer und belgischer Bischöfe viel Unterstützung für die Entscheidung gegeben. Osteuropäische, asiatische und lateinamerikanische Bischöfe äußerten dagegen harsche Kritik.

Besonders radikal gaben sich die afrikanischen Bischöfe. Dies geschah auch vor dem Hintergrund, dass in einigen afrikanischen Ländern Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird. Nach der Kritik hatte der Papst-Vertraute und Miturheber der Erklärung, Kardinal Victor Fernandez, bereits ein Machtwort gesprochen.

Rubriklistenbild: © Screenshot: Che Tempo Che Fa

Kommentare