Neue Berichte am Samstag

Neue Partisanen-Aktionen? Ukraine rechnet mit weiterem Angriff innerhalb Russlands

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Die Ukraine rechnet mit mehr Partisanen-Aktionen in Russland. (Symbolbild)
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Am Samstag wird die Verwaltung einer Ölpipeline in Russland angegriffen. Die Ukraine geht davon aus, dass mehr Sabotage-Aktionen folgen.

Ukraine/ Russland - In der westrussischen Region Pskow ist am Samstag durch eine Explosion ein Verwaltungsgebäude einer Ölpipeline beschädigt worden. Nach Angaben des Gouverneurs Michail Wedernikow griffen am frühen Samstagmorgen nahe des Dorfes Litwinowo zwei Drohnen das Gebäude an. Litwinowo liegt etwa zehn Kilometer von Russlands Grenze zu Belarus entfernt.

Nach Informationen des Telegram-Kanals Basa, der für seine guten Kontakte zu den russischen Sicherheitskräften bekannt ist, galt der mutmaßliche Drohnenangriff dem Ölpumpwerk des russischen Pipeline-Betreibers Transneft in Pskow. Demnach gab es auch einen Angriff auf eine Ölraffinerie in der Nähe von Erochino, in der westrussischen Region Twer. Der Pressedienst der Region erklärte, eine Drohne sei nahe Erochino abgestürzt, es habe keine Verletzten gegeben.

Sabotage-Aktionen im Ukraine-Krieg: Russland könnte öfter betroffen sein

In den vergangenen Wochen hatten die Berichte über Drohnenangriffe in Russland zugenommen, insbesondere in den Grenzgebieten zur Ukraine. So beschädigten nach russischen Angaben am Freitag zwei Drohnen Gebäude im Zentrum der südrussischen Stadt Krasnodar. Und nach Einschätzungen der Ukraine werden diese Angriffe im Laufe des Ukraine-Kriegs noch zunehmen.

„Wir können nur davon ausgehen, dass die Partisanenaktivitäten auf dem Territorium Russlands ihre Intensität verstärken werden“, sagte Anton Gerashchenko, Berater des ukrainischen Innenministeriums, gegenüber Newsweek. Er ergänzte: „Für die Russen ist es schwierig, diese öffentlichkeitswirksamen Angriffe zu verbergen. Und sie dienen auch einem psychologischen Zweck, weil sie zeigen, dass unbekannte Partisanengruppen erfolgreich auf dem Territorium Russlands agieren.“

„Es ist wichtig, die Versorgung und Logistik des Feindes zu stören oder zu erschweren“, sagte er. „Wir müssen jedoch bedenken, dass die Ölreserven in Russland riesig sind und diese Ereignisse zu Störungen führen könnten, nicht aber zu einer Blockade der militärischen Kapazitäten Russlands .“

Russland: Belgorod meldet erneut Beschuss

Auch der Gouverneur der westrussischen Grenzregion Belgorod erklärte am Samstag, seine Region sei erneut beschossen worden, nachdem am Freitag bereits dutzende Angriffe gemeldet worden waren. Langsam zeigt sich auch: Russland gerät durch immer mehr Drohnen-Angriffe in Bedrängnis.

Anfang der Woche war es nach Angaben der russischen Armee in Belgorod zu Gefechten zwischen aus der Ukraine eingedrungenen Kämpfern und der russischen Armee gekommen. Moskau gibt Kiew und dessen westlichen Unterstützern die Schuld für die gestiegene Anzahl der Angriffe und Sabotage-Aktionen. Die Ukraine hat jegliche Beteiligung zurückgewiesen. (Reuters/kat)

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