Nach der Bund-Länder-Runde hat Patientenschützer Eugen Brysch einen Grundschutz für Pflegeheime im Herbst gefordert.
Berlin in Deutschland - "Gerade stehen vor allem in Pflegeheimen die Zeichen auf Lockerungen. Alle Maßnahmen werden hier über Bord geworfen, selbst Masken und Testpflichten fallen", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Freitagsausgaben).
"Doch spätestens im Herbst muss dieser Grundschutz sicher organisiert werden, gerade für Personal und Besucher. Ebenso brauchen Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Kranken Anspruch auf PCR-Testung bei einer roten Risikomeldung in der Corona-Warn-App."
Zudem verlangte Brysch: "Bürgertests müssen ebenso weiterhin ohne Gebühr möglich sein." Schon heute würden regelmäßig mehr als 100 Corona-Tote täglich gezählt. "Dennoch läuft die kostenlose Testmöglichkeit am 30. Juni aus. Es ist ein Irrglaube, dass nur die Impfung das Leben mit Corona möglich macht", mahnte der Patientenschützer. "Ein dritter unvorbereiteter Corona-Herbst wäre unverantwortlich."
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Donnerstag mit den Länder-Regierungschefs über die Vorbereitungen auf eine drohende neue Coronawelle im Herbst gesprochen. Dabei bekräftigte er, dass sie flächendeckende Schließung von Kitas und Schulen vermeiden wollten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte, Bund und Länder hätten sich auf einen Fahrplan für eine Impfkampagne mit Blick auf Herbst und Winter verständigt. fml