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Pipeline-Projekt: Trump will Öl wieder fließen lassen

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Schon lange gibt es Widerstand: Proteste im Jahr 2011. Foto: IMago.

Der Umweltschutz kämpfte jahrelang gegen den Bau einer Öl-Pipeline von Kanada bis zum Golf von Mexiko – und das mit Erfolg. Nun will der neue US-Präsident den Kurs konterkarieren.

US-Präsident Donald Trump will das von seinem Amtsvorgänger Joe Biden blockierte Öl-Pipeline-Projekt „Keystone XL“ gegen den Widerstand aus den Reihen des Umweltschutzes wiederbeleben. Biden habe die Betreiber der Pipeline „sehr schlecht behandelt“, teilte Trump über sein Social-Media-Sprachrohr Truth Social mit. „Aber die Trump-Administration ist ganz anders – einfache Genehmigungen, fast sofortiger Start! (...) Wir wollen, dass die Keystone-XL-Pipeline gebaut wird!“ Falls nötig, könne das auch ein anderer Betreiber übernehmen, schrieb der Republikaner.

Bei dem eigentlich schon vor Jahren ad acta gelegten Projekt ging es um die 1900 Kilometer lange Erweiterung der 2010 in Betrieb genommenen Keystone Pipeline, die von der kanadischen Öl-Hochburg Calgary in die USA führt. Durch die Röhre sollte aus Teersand gewonnenes Öl bis zur Küste am Golf von Mexiko gepumpt werden.

Doch Umweltschützer:innen, die auf die Gefahr klimaschädlicher Treibhausgase und befürchteter Lecks verwiesen, hatten mit ihrem jahrelangen Protest gegen die Ölindustrie Erfolg: Obwohl ein Teil der Pipeline im Süden bereits existiert, bliesen die Betreiber und die Regierung der kanadischen Provinz Alberta das XL-Projekt im Juni 2021 ab. Damit endete ein langer und zäher Konflikt, der auch Gerichte beschäftigte.

Die Entscheidung des Unternehmens und der kanadischen Provinz kam damals wenig überraschend. US-Präsident Joe Biden hatte Trumps Erlaubnis für den Bau wieder zurückgenommen. Damit folgte er der Linie von Ex-Präsident Barack Obama, der das Projekt – noch bevor Trump 2017 ins Amt kam – bereits aus Umwelt- und Klimaschutzgründen untersagt hatte.

Das Verhältnis der USA zu Kanada ist indes angespannt. Trump hatte wiederholt von der Möglichkeit einer Eingliederung Kanadas in die USA gesprochen und die Einführung von Strafzöllen angekündigt. Kanadas Premier Justin Trudeau erklärte, der Grund für Trumps Eingliederungspläne sei Kanadas Reichtum an Bodenschätzen: Trump wolle „unser Land aufsaugen“. dpa

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