Pistorius äußert Bedenken über russische Aktivitäten im Weltraum. Russische Satelliten beschatten deutsche Militärsatelliten.
Deutschland hat ernsthafte Bedenken hinsichtlich russischer Aktivitäten im Weltraum in Bezug auf seine militärischen Satelliten geäußert.
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte am Donnerstag, dass russische Satelliten deutsche Satelliten beschatten, was die Befürchtung schürt, dass Moskau den Weltraum nutzen will, um seine militärische Macht zu demonstrieren.
Weltraumkonflikt: Deutsche Satelliten im Visier Russlands
Die Äußerungen von Pistorius verstärken die internationale Besorgnis über die Entwicklung eines neuen militärischen Bereichs für Russland außerhalb der Erdatmosphäre, was die Abschreckung der NATO gegenüber ihren Gegnern erschweren könnte.
Pistorius erklärte am Donnerstag auf einer Raumfahrtkonferenz in Berlin, dass Russland und China ihre Fähigkeiten zur Kriegsführung im All in den vergangenen Jahren rasch ausgebaut hätten.
Er sagte, dass zwei russische Luch-Olymp-Aufklärungssatelliten – gestartet 2014 und 2023 – aktiv Intelsat-Satelliten verfolgten, die vom deutschen Militär genutzt werden.
Laut Pistorius könnten die russischen Geräte Satellitenoperationen stören, Satelliten blenden, manipulieren oder sogar physisch zerstören, berichtete Reuters.
Die russischen Satelliten standen zuvor bereits im Mittelpunkt von Vorwürfen, sie würden andere Satelliten „abhören“, indem sie in deren Nähe stoppen.
Das französische Raumfahrtunternehmen Aldoria meldete, dass einer der Satelliten im Mai 2024 eine enge Annäherung an einen Satelliten in geostationärer Umlaufbahn durchführte, während das US-Unternehmen Slingshot Aerospace berichtete, dass ein russischer Satellit in der Nähe von nicht-russischen Satelliten stoppte.
Pistorius warnte, dass 39 chinesische und russische Aufklärungssatelliten über Deutschland flogen und in Echtzeit Aufklärungsergebnisse übermittelten. Er sagte, NATO-Verbündete müssten offensive Fähigkeiten im All entwickeln, um jede Bedrohung abzuschrecken.
Der Minister bezeichnete Satellitennetzwerke als die „Achillesferse moderner Gesellschaften“ und warnte, dass Angriffe darauf ganze Länder lahmlegen könnten.
Er verwies auf den russischen Cyberangriff auf das ViaSat-Satellitennetzwerk vor dem groß angelegten Einmarsch Moskaus in die Ukraine, der die Kontrolle über 6.000 Windkraftanlagen in Deutschland beeinträchtigte.
Pistorius kündigte eine Investition von 35 Milliarden Euro in die Raumfahrtprogramme Berlins für die kommenden fünf Jahre an, darunter die Entwicklung von Satellitenkonstellationen, die gegen Störsender, Blendung und kinetische Angriffe resistent sind.
Auch die Überwachung der Umlaufbahn soll mit Radaren und Teleskopen, „Wächter-Satelliten“ und dem militärischen Satellitenoperationszentrum Deutschlands innerhalb des Space Command der Bundeswehr, das 2021 gegründet wurde, verbessert werden, berichtete Defense News.
Der deutsche Verteidigungsminister Oscar Pistorius sagte auf einer Raumfahrtkonferenz in Berlin: „Russland und China haben ihre Fähigkeiten zur Kriegsführung im All in den vergangenen Jahren rasch ausgebaut.“
Er fügte hinzu: „Das Verhalten Russlands, insbesondere im Weltraum, stellt eine grundlegende Bedrohung für uns alle dar. Es ist eine Bedrohung, die wir nicht länger ignorieren können.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)