Wegen „anti-russischer“ Politik?

Absturz-Tragödie von 2010: Kaczynski erhebt schwere Vorwürfe gegen Russland - und will Beweise vorlegen

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Warschau, der 11. April 2010: Tochter Marta Kaczynska kniet am Sarg ihrer Mutter Maria Kaczynska.
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Mitten im Ukraine-Krieg deutet der polnische PiS-Politiker Jaroslaw Kaczynski an, Moskau könnte hinter dem Flugzeugabsturz bei Smolensk 2010 stecken. Damals war sein Bruder gestorben.

Warschau/Smolensk - Es ist ein bis heute politisch heikles Thema zwischen Polen* und Russland: der Flugzeugabsturz bei Smolensk am 10. April 2010. Bei dem Unglück kamen seinerzeit der damalige polnische Staatschef Lech Kaczynski, seine Ehefrau Maria, zahlreiche Mitglieder des Parlaments sowie ranghohe Offiziere der polnischen Armee ums Leben.

Flugzeugabsturz von Smolensk 2010: Kaczynski erhebt neue Vorwürfe gegen Russland

Mitten im Ukraine-Krieg* polarisiert der Flugzeugabsturz nun erneut. Denn: Der Vorsitzende der rechtspopulistischen polnischen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, hat am Jahrestag des Todes seines Zwillingsbruders Lech Kaczynski angedeutet, dass Russland hinter dem Unglück stecken könnte, das sein Heimatland tief getroffen und erschüttert hatte. Vor tausenden Menschen sagte Kaczynski am Sonntag vor dem Präsidentenpalast, er habe zur Frage nach der Absturzursache eine „vollständige und verifizierte Antwort von mehreren Quellen, auch aus dem Ausland“ vorliegen.

Seiner Meinung nach handelte es sich bei dem Unglück von Smolensk, bei dem insgesamt 96 Menschen starben, um einen „Angriff“. Für diese Theorie werde er „sehr bald“ Beweise vorlegen. Kaczynski räumte jedoch ein, dass es noch notwendig sei, „diejenigen zu identifizieren, die die Entscheidung getroffen und diejenigen, die sie ausgeführt haben, hier in Polen, aber vor allem in Russland“.

Russland und Putin im Ukraine-Krieg: Neue Anschuldigungen aus Polen wegen Smolensk 2010

Kaczynski verwies darauf, dass sein Bruder eine anti-russische Politik verfolgt habe, beispielsweise im Krieg zwischen Russland und Georgien (Kaukasuskrieg 2008) sowie beim Bau von Gaspipelines an Russland vorbei. Die Anschuldigungen an Moskau sind nicht neu - schon in den Tagen nach dem Absturz hatten führende PiS-Mitglieder dem damaligen russischen Regierungschef und jetzigen Präsidenten Wladimir Putin die Verantwortung zugewiesen. Er hatte seinerzeit als Ministerpräsident auf russischer Seite die Ermittlungen zu dem Vorfall überwacht. Der Kreml weist jegliche Beteiligung von sich.

Im Video: Kompakt - Die News zum Russland-Ukraine-Krieg

Lech Kaczynski, seine Frau und hochrangige Mitglieder seiner Regierung wollten im Jahr 2010 an einer Gedenkfeier für die Opfer des Massakers von Katyn teilnehmen. Beim Landeanflug stürzte ihre Maschine aber bei dichtem Nebel vor Smolensk ab. Im nahe der russischen Stadt gelegenen Wald von Katyn hatten sowjetische Truppen nach ihrem Einmarsch in Polen zwischen dem 3. April und dem 11. Mai 1940 ein Massaker an geschätzt 4.400 polnischen Militärangehörigen und Eliten verübt.

In einer offensichtlichen Anspielung auf die laufende russische Invasion in der Ukraine* sagte Kaczynski nun: „Der Postkommunismus in Russland ist genauso kriminell wie der Kommunismus.“ (pm/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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