Aufschwung für Weidel und Co.

AfD in neuer Umfrage nur noch knapp hinter SPD: Historiker macht auch Grüne verantwortlich

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Laut einer aktuellen Umfrage kommt die AfD aktuell auf 17 Prozent und damit ihrem höchsten bislang erreichten Wert auf Bundesebene.

München – Nach der Misere der Grünen rund um Staatssekretär Patrick Graichen und der andauernden Kritik an Robert Habecks (Grüne) „Heizungsgesetz“ ist es vielleicht nicht erstaunlich, dass seine Partei im neuesten Forsa-Ranking an Zustimmung verliert. Laut dem aktuellen RTL/ntv „Trendbarometer“ stehen nur 21 Prozent hinter Habecks Plänen. Und an deren Umsetzung glauben noch weniger: nur 11 Prozent der Bevölkerung sehen eine Verabschiedung des Gesetzes bis Anfang Juli als realistisch.

Auch die Protestaktionen der „Letzten Generation“ schlagen weiter hohe Wellen rund um das Thema Energiewende und Klimawandel. Während die Unionsparteien CDU und CSU im aktuellen RTL/ntv Trendbarometer einen Prozentpunkt verlieren und auf 29 Prozent fallen, scheinen vor allem die Rechtspopulisten von den Entwicklungen zu profitieren.

AfD überholt die Grünen: 17 Prozent Zustimmung auf Bundesebene

Die AfD gewinnt einen Prozentpunkt hinzu und kommt im Trendbarometer von Forsa mit aktuell 17 Prozent auf den höchsten Wert, der jemals auf Bundesebene für sie ermittelt wurde. Anfang des Jahres hatte sie AfD noch bei 13 Prozent und damit auf Platz vier der Parteien gelegen. Mittlerweile hat sie die Grünen überholt und steht knapp hinter der SPD: Die Sozialdemokraten schneiden mit 18 Prozent, die Grünen mit 14 Prozent unverändert zur Vorwoche ab. 

Auch FDP sowie die Linke bleiben im Vergleich zur Vorwoche mit 7 und 5 Prozent Parteipräferenz in der deutschen Bevölkerung auf unverändertem Niveau. Die sonstigen Parteien bleiben mit 10 Prozentpunkten auf ihrem vorherigen Rang. Die Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, beantworten 57 Prozent der Befragten mit: keine – genau wie in der Vorwoche.

AfD nähert sich der SPD – teilweise sogar stärkste Kraft

Die AfD wird, so berichtet ntv bezüglich der letzten Forsa-Umfrageergebnisse, in Deutschland Monat für Monat stärker. Der Bundesrepublik drohe ein Kipp-Punkt seiner politischen Architektur. Da die Rechtsaußen-Partei nun auch die Grünen überholt, nähert sie sich bezüglich der Zustimmung in der Bevölkerung unweigerlich der SPD. In Teilen Ostdeutschlands ist sie mittlerweile sogar die stärkste politische Kraft. 

Die AfD erreicht laut einer aktuellen Umfrage ihre besten Ergebnisse seit fünf Jahren.

Rechtspopulistisch und beliebt? AfD sieht Umfragen als Bestätigung

Der Verfassungsschutz von Sachsen-Anhalt hat derweil den Landesverband der AfD-Jugend „Junge Alternative“ (JA) als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) unter Berufung auf das Landesinnenministerium.

Zur Begründung sagte eine Ministeriumssprecherin: „Die JA schürt Hass gegen Geflüchtete; sie verbreitet fremdenfeindliche Verschwörungsnarrative“. Zu den Ausgegrenzten zählten dabei auch Menschen, die nicht heterosexuell lebten. AfD-Landeschef Martin Reichardt bezeichnete die Entscheidung als politisch motiviert. Der Verfassungsschutz sei „eine von dem Establishment gesteuerte Institution“, so Reichardt gegenüber der MZ. „Da die Umfragewerte für uns hochgehen, wird jetzt die Junge Alternative als rechtsextrem eingestuft.“

Woher aber kommt der dennoch starke Zulauf? Viele Menschen sehen ihre Meinung bei den Parteien und in den Leitmedien nicht mehr – oder nicht genügend – vertreten. Und ob man ihre Meinung teilt oder nicht: Finden sie sich dort nicht wieder, suchen sie Gleichgesinnte anderswo, so die Theorie. 

„Rechte Reaktanz“: Wie grüne Ideologie den AfD-Zuwachs befeuert

Der Historiker Andreas Rödder, der an der Erarbeitung des neuen CDU-Grundsatzprogramms beteiligt ist, beschreibt den Effekt bei ntv so: „Je ideologischer die Grünen auftreten und ihre Politik durchziehen, desto stärker wird, wie man das sozialpsychologisch nennt, die rechte Reaktanz, die in Deutschland auf das Konto der AfD einzahlt – und die muss nicht einmal aktiv etwas dafür tun.“

Dabei ebenfalls nicht sonderlich hilfreich ist die von der Bevölkerung empfundene Schwäche der Ampelregierung in Berlin. Vor einem Jahr, als die neue Koalition aus SPD, Grünen und FDP teils noch mit Hoffnung betrachtet wurde, ermittelte Forsa im RTL/ntv-Trendbarometer nur Umfragewerte von 8 Prozent für die AfD. Und auch die Inflation sowie eine neue sich anbahnende Migrationskrise befeuern die Ängste der Bevölkerung, für die sie in der Politik offensichtlich keine vertrauenswürdigen Abnehmer findet. (na)

Rubriklistenbild: © IMAGO/KH

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