- VonStefanie Fischhaberschließen
Nach der bundesweiten Razzia im Reichsbürger-Milieu entdeckten die Ermittler illegale Waffen im Besitz der Verdächtigen. Hundert weitere Waffen sind legal in ihrem Besitz.
Berlin – In der vergangenen Woche wurden 25 mutmaßliche Mitglieder der Reichsbürger-Bewegung bei einer deutschlandweiten Razzia festgenommen, weil sie den Umsturz des Staates vorbereiteten. Die Polizei stellte bei Ermittlungen mindestens zehn illegale Schusswaffen sicher. Insgesamt sind fast hundert Waffen im Besitz der Verdächtigen.
Razzia im Reichsbürger-Milieu: Verdächtige besitzen Schwerter, Armbrüste und Schusswaffen
Am Mittwoch vergangener Woche hatte die Bundesanwaltschaft 25 Verdächtige festnehmen lassen, darunter frühere Offiziere und Polizeibeamte. Experten rechnen mit weiteren Festnahmen in diesem Zusammenhang. Bei den Verdächtigen waren Waffen gefunden worden, darunter Schwerter, Armbrüste und Schusswaffen. Außerdem soll einer der Beschuldigten als Waffenhändler Zugang zu weiteren Waffen gehabt haben.
Darüber hinaus seien den über 54 Beschuldigten insgesamt über 90 Waffen legal im nationalen Waffenregister zugeordnet. 63 davon sind demnach dem Waffenhändler zugeordnet, davon 20 Einträge privat und 43 mutmaßlich gewerblich.
Ermittlungen gegen Reichsbürger: Illegale Waffen und Bundeswehrmunition gefunden
„Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen handelt es sich bei mindestens zehn sichergestellten/ beschlagnahmten Waffen um illegal erlangte Schusswaffen“, schreibt das Innenministerium. Ein Teil der Schusswaffen werde derzeit noch spurenschonend gelagert und sukzessive durch die beteiligten kriminaltechnischen Fachdienststellen sachgerecht gesichtet. „Eine abschließende Beurteilung, ob es sich bei diesen Waffen um illegal oder legal erlangte Schusswaffen handelt, kann insofern erst nach Abschluss der Untersuchungen vorgenommen werden“, heißt es aus dem Ministerium weiter.
Nach Informationen des Spiegels wurde bei der großangelegten „Reichsbürger“-Razzia auch Munition aus Beständen der Bundeswehr entdeckt. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, handelt es sich dabei um etwas mehr als 100 Patronen, die aus zwei Losnummern stammen. Losnummern sind industrielle Nummern der Fertigungstranche. Es geht um Gewehrmunition im Kaliber 5,56 mm und Gefechtsmunition, also um scharfe Munition.
Hunderte Reichsbürger besitzen noch Waffen
Wie das Innenministerium dem Spiegel berichtet, wurden in den vergangenen Jahren über 1050 Reichsbürgern ihre Schusswaffen abgenommen. Derzeit verfügten allerdings noch über 500 Mitglieder des Milieus ihre Waffen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser drängt deshalb darauf, das Waffengesetz weiter zu verschärfen. Sie forderte zudem eine Gesetzesänderung, um künftig innerhalb der Behörden härter durchgreifen zu können. (sf mit dpa)