„Studie“ sieht Putins Russland bereit für „neue Weltordnung“ – und rät zu Nuklear-Drohung
VonSandra Kathe
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Russische Experten empfehlen Kremlchef Wladimir Putin ein „starkes Mittel“, um den Westen im Ukraine-Krieg abzuschrecken.
Moskau – In einer von Tass organisierten Pressekonferenz haben russische „Experten“ für Außen-, Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik jetzt eine „Untersuchung“ präsentiert. Diese lege nahe, dass Russland dem Westen verdeutlichen sollte, dass er mit seinen „Handlungen“ zum „Konflikt in der Ukraine“ einen nuklearen Konflikt riskiert.
Es sei ein „starkes Mittel“, diese Erkenntnis in die öffentliche Diskussion einzubringen, um Russlands Gegner „abzuschrecken“, berichtete Tass am Mittwoch (27. Dezember). Das russische Außenministerium und das außenpolitische Komitee der Staatsduma hätten die „wissenschaftliche Analyse“ in Auftrag gegeben.
Die Untersuchung, an der Experten des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik sowie der Wirtschaftshochschule Moskau (HSE) beteiligt gewesen sein sollen, propagiert eine Strategie, die von Russlands Staatsmedien seit Beginn des Ukraine-Kriegs verfolgt wird. Auch russische Fernsehpersönlichkeiten wie der Talkshow-Moderator Wladimir Solowjow oder die RT-Chefin Margarita Simonjan äußern sich regelmäßig zu den möglichen Auswirkungen eines Atomkriegs.
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Russland will dem Westen im Ukraine-Krieg „Einhalt gebieten“
Das Dokument, für das Sergey Karaganow, der wissenschaftliche Leiter der Fakultät für Weltwirtschaft an der HSE, als Hauptverfasser verantwortlich ist, lässt darauf schließen, dass Russland sich möglicherweise gezwungen sehen könnte, auf Atomwaffen zurückzugreifen. Als Grund wird angeführt, dass Russland aufgrund der westlichen Unterstützung der von ihm angegriffenen Ukraine mit Angriffen auf sein eigenes Territorium rechnen müsse.
Daher empfehlen die „Experten“ der russischen Regierung laut Tass, „die Regierungskreise und Gesellschaften der Weltmehrheit auf eine mögliche Eskalation des Konflikts durch politische oder – in Extremfällen – direkte Verwendung des nuklearen Faktors vorzubereiten“. Die öffentliche Diskussion darüber wäre dann ein „starker Faktor dabei, dem Westen Einhalt zu gebieten und seinen Willen zu brechen, wenn es um die Beteiligung an aggressivem Verhalten geht“.
„Studie“ sieht „globalen Süden“ als „natürlichen Partner“ Russlands
Die Autoren der „Untersuchung“ sehen laut Tass keine Schuld Russlands an den militärischen Hilfen des Westens. Sie behaupten stattdessen, Russland sei durch den Beginn seiner „Spezialoperation“ zum „militärisch-politischen Kern der Weltmehrheit“ geworden und bereit, eine „neue Weltordnung“ zu starten, in der der Westen seine dominante Rolle verliert.
Der „globale Süden und Osten“ seien natürliche Partner Russlands, da hier ein gemeinsames Interesse bestehe, „die Weltordnung zu demokratisieren und neokolonialistische Praktiken sowie Druckmittel der politischen, monetären und finanziellen Systeme weltweit auszumerzen“.
Die Untersuchung stellt zudem fest, dass Russland sich auf die „blühenden“ Partnerschaften mit anderen Regionen wie Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Lateinamerika konzentrieren sollte. Mit dem Westen könnten „neue, passenden Verbindungen“ erst dann wieder eingegangen werden, wenn Russland den Krieg gewonnen habe. (saka)
Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von Redakteurin Franziska Schwarz sorgfältig überprüft.