VonBedrettin Bölükbasischließen
Wie tickt Putin? Eine Frage, die sich seit seinem Angriff auf die Ukraine viele stellen. Mancher mutmaßt dabei auch über seine Gesundheit - verstärkt nun nach seinem Auftritt auf dem Roten Platz.
München/Moskau - Der Ukraine-Konflikt beschäftigt weiterhin die internationale Gemeinschaft. Im Osten der Ukraine werden die Zusammenstöße werden heftiger. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Der 9. Mai, der Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland, wurde in diesem Zusammenhang mit Spannung erwartet. Es war die Rede von einer möglichen Generalmobilmachung im Hintergrund der Ukraine-Krise oder sogar einer umfassenden Kriegserklärung gegen den Westen. Dies wurde aber nicht Realität.
Der russische Machthaber Wladimir Putin hielt viel mehr eine auffällig kurze Rede und erwähnte weder eine Generalmobilmachung, noch erklärte er dem Westen den Krieg. Experten betrachteten seine Rede sehr genau, denn die Spekulationen um die Gesundheit des Kreml-Chefs häufen sich. Auch bei seiner Rede am 9. Mai sehen Experten jetzt mögliche Anzeichen einer Krankheit. Schon vor seiner Rede wurde über „Schilddrüsen-Krebs“ und „Steroid-Wahn“ bei Putin spekuliert.
Putins Gesundheit: Rhetorik-Trainer sieht Anzeichen von starken Steroid-Medikamenten für Schmerzen
Der Rhetorik-Trainer Michael Ehlers etwa schrieb bei Focus Online, Putins körperlicher Zustand habe sich offensichtlich nochmals verschlechtert. Ausgehend von äußeren Anzeichen wie „Fettansammlungen in Gesicht, Hals und Nacken“ tippt er auf die Verwendung von starken Steroid-Medikamenten wie zum Beispiel Corticosteroide gegen Schmerzen.
Außerdem würden diese Medikamente zu Aggression und zu psychischen Veränderungen führen, betonte Ehlers: „Und Letzteres plus mögliche Hinweise auf Schmerz wurden heute sichtbar: zugekniffene Augen, das Gesicht verzog sich, Stirnrunzeln.“ Dies seien „typische mimische Schmerzindikatoren“. Auch der Münchner Neurologe Hans Emmert habe Vermutungen zu Cortison-Akne bei Putin geäußert, schrieb Ehlers.
Der Rhetorik-Experte zähle einige Beispiele auf, die als Indikatoren von schweren Schmerzen bei Putin sein können. Putin habe für ihn unüblich vom linken auf den rechten Fuß gewechselt, sich verblättert, eine lange Pause bei seiner Rede gehabt. „Er wirkte verbissen“, lautete die Einschätzung von Ehlers bei Focus Online. Er verwies dabei auf Putins Gesicht beim Gang vom Festplatz zur Kranzniederlegung. Außerdem habe er nur 15 Minuten geredet und fast alles abgelesen - erneut unüblich für Putin. All dies führt tatsächlich zu der Frage: Kämpft Putin gerade mit gesundheitlichen Schwierigkeiten?
Putins Gesundheit: Decke auf den Beinen des Kreml-Chef - Spekulationen um seinen Zustand
Ein weiteres Detail während der Parade kurbelte die Gerüchte nochmals an. Der russische Präsident saß trotz des nicht sonderlich kalten Wetters in Moskau mit einer Decke auf seinen Beinen. „Die schwere Decke ist ein interessantes Detail“, sagte der ehemalige britische Diplomat Sir Tony Brenton dazu im Sender Sky News. Personen, die zu ihm gesprochen hätten, wie etwa der französische Staatschef Emmanuel Macron oder „die Amerikaner“, hätten von einer schwindenden Stimmigkeit Putins berichtet. „Es gibt also Gründe, um über ihn besorgt zu sein“, stellte Brenton fest.
Allerdings sind all diese Beobachtungen reine Spekulationen. Bislang konnte eine mögliche Krankheit Putins nicht bestätigt werden. Bei der Decke könnte es sich auch um einen unbedeutenden Zufall handeln. Schließlich zeigen Fotos, wie einige Veteranen neben Putin ebenfalls Decken dabei haben. So wie es scheint, werden die Gerüchte aber dennoch weiterhin bestehen. (bb)
