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Eine Ankündigung der Ex-Außenministerin aus Österreich Karin Kneissl lässt aufhorchen: Offenbar demonstriert sie erneut ihre Nähe zu Wladimir Putin.
Wien – Ihr Knicks vor Wladimir Putin machte die ehemalige österreichische Außenministerin Karin Kneissl weltbekannt. Kneissl wurde häufig wegen ihrer Nähe zu Putin und Teilnahme an russischer Propaganda kritisiert. Jetzt macht sie gleich mehrere weitere Schritte auf Putin zu: Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass soll sie bereits mit einem Umzug nach Russland liebäugeln. Sie erklärte am Rande eine Lobrede auf Putin, dass sie immer noch die Idee verfolge, sich in Russland einbürgern zu lassen.
Putins alte Freundin aus Österreich: Ex-Außenministerin will nach Russland ziehen
Kneissl soll am Rande des St. Petersburger Wirtschaftsforums, das am 14. Juni begann, angekündigt haben, sie erwäge ernsthaft, nach Russland zu ziehen. Zur Frage, ob sie auch einen russischen Pass beantragen wolle, blieb sie etwas vorsichtiger: „Um eine Russin zu werden, muss ich richtig Russisch lernen“, erklärte sie laut Tass. „Ich muss ‚Krieg und Frieden‘ zu Ende lesen, ich muss Dostojewski und mindestens zwei Werke von Tschechow lesen, dann können wir anfangen, darüber zu reden“, so Kneissl. Sie sei allerdings „generell sehr aufgeschlossen“.
Im Falle eines Wechsels wolle sie aber jede andere Staatsbürgerschaft zurücklegen, so Kneissl: „Ich fühle mit als Französin (…). Ich vermisse Frankreich, Österreich vermisse ich nicht. Ich fühle mich als Europäerin und auch bisschen als Araberin, weil ich dort aufgewachsen bin und dies meiner Mentalität entspricht.“
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Kneissl war von Dezember 2017 bis Juni 2019 von der FPÖ nominierte Außenministerin in der schwarz-blauen Bundesregierung. Immer wieder wurde sie wegen ihrer Nähe zum russischen Präsidenten kritisiert, den sie im Jahr 2018 sogar zu ihrer Hochzeit einlud. Die Bilder von ihrem Knicks vor Putin sorgten damals international für Aufsehen.
Nach ihrer politischen Karriere saß sie im Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Rosneft. Im Mai 2022 gab Kneissl bekannt, dass sie den Konzern verlassen werde. Sie habe das Unternehmen im März informiert, dass sie sich nicht nochmal zur Wahl stellen werde, sagte die Politikerin der Nachrichtenagentur AFP. Sie sei bis zum jetzigen Zeitpunkt geblieben, „um meine Verpflichtungen aus dem einjährigen Mandat zu erfüllen“. Auf Kneissls persönlicher Website finden sich mehrere Interviews mit dem staatlichen russischen Nachrichtensender RT, das letzte zwei Tage vor Beginn des Ukraine-Kriegs am 24. Februar. (bohy)
