VonLinus Prienschließen
Russland setzt in seinem Krieg auf umfangreiche Propaganda. Ukrainer werden als Nazis und Drogenabhängige diffamiert. Dieses Vorgehen erinnert an Regime der Vergangenheit.
Moskau - Seit dem Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine hat die Kreml-Propaganda zugenommen. Der Ukraine wird das Existenzrecht abgesprochen, Ukrainer werden als Nationalsozialisten und Drogenabhängige diffamiert und Vorwürfe von Kriegsverbrechen werden wiederum als westliche Propaganda abgetan. Der russische Präsident Wladimir Putin soll sich im eskalierten Ukraine-Konflikt an Methoden faschistischer Regime der Vergangenheit orientieren.
Ukraine-Krieg: Russland soll ich an NS- und Sowjet-Methoden bedienen
Der russische Philologe Gassan Gussejnow attestierte Russland, sich mit seinen Behauptungen über Ukrainer hemmungslos nationalsozialistischer Stilelemente zu bedienen. Wie tagesschau berichtete, lehne sich die Rhetorik des Kremls aber auch immer wieder an sowjetische Muster an. Die Vorwürfe, die Ukraine begehe einen Völkermord an Russen, rufe Assoziationen mit dem Angriffskrieg der Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs hervor. Der Krieg, der von russischen Soldaten gegenwärtig geführt wird, stelle in diesem Denkmuster dann die Rote Armee dar, die Hitlers Armee geschlagen hat. Auch, dass der Kreml die Einheit von Regierung, Bevölkerung und Armee so stark betone, lasse sich auf sowjetisches Gedankengut zurückführen. Zuletzt hatte Putin zum Beispiel Kritiker als „Nationalverräter“ betitelt.
Ukraine-Krieg: Der Kreml soll Vergangenheit und Gegenwart vermischen
Der tagesschau sagte Gussejnow, dass russische Funktionäre sich am Vokabular der Nationalsozialisten bedienten. So sprach der Außenminister Russlands, Sergej Lawrow, von einem „totalen Krieg“ des Westens, dem Russland ausgesetzt sei. Die russische Führungsriege wirft seinerseits jedoch „dem Westen“ nationalsozialistische Methoden vor. Wladimir Putin verglich Absagen russischer Künstler in Europa mit Bücherverbrennungen im Dritten Reich.
Genauso erinnere auch das Vermeiden des Wortes „Krieg“ und das Verwenden des Wortes „Spezialoperation“ an Sowjetzeiten. Die Sowjetunion habe auch stets „geholfen“ und die Rückkehr des Faschismus vorbeugen wollen, so Gussejnow. So werde die Vergangenheit und die Gegenwart vom Kreml vermischt. Am 9. April wird der Sieg der Roten Armee über das NS-Regime gefeiert. In Russland sind derzeitig Werbetafeln mit folgender Aufschrift zu sehen: „Frühling - Der Tag des Sieges ist nah“. (lp)
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