Schröder hatte vorgelegt

Erst der Knicks, jetzt der Abgang: Putin kam zur Hochzeit – Nun steigt Österreichs Ex-Ministerin bei Rosneft aus

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Im Mai 2019: Russlands Präsident Wladimir Putin (v.l.n.r.), Österreichs Außenministerin Karin Kneissl und Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Österreichs Ex-Außenministerin hat den Aufsichtsrat des russischen Energiekonzern Rosneft verlassen. Frühere Putin-Bilder mit ihr sorgten für Aufsehen.

Moskau - Ex-Kanzler Gerhard Schröder ist nicht allein: Unter großem internationalen Druck ist die frühere österreichische Außenministerin Karin Kneissl von ihrem Posten im Aufsichtsrat des russischen Staatskonzerns Rosneft zurückgetreten. Der Rücktritt sei rückwirkend zum 20. Mai gültig, teilte der Ölkonzern in einer Pressemitteilung mit. „Das Unternehmen bedankt sich bei Karin Kneissl für die gemeinsame Arbeit der letzten zehn Monate, die durch die schwierige pandemische und internationale Lage gekennzeichnet war“, heißt es weiter.

Putin kam 2018 zur Hochzeit: Kneissl verlässt nun Aufsichtsrat des russischen Staatskonzerns Rosneft

Sie habe das Unternehmen im März informiert, dass sie sich nicht nochmal zur Wahl stellen werde, hatte Kneissl der Nachrichtenagentur AFP am Freitag gesagt. Die Politikerin war von 2017 bis 2019 Außenministerin in Österreich. Sie lud Russlands Präsidenten Wladimir Putin 2018 zu ihrer Hochzeit ein, als ihr Land turnusgemäß die EU-Ratspräsidentschaft innehatte. Bilder davon, wie sie mit Putin Walzer tanzt und einen tiefen Knicks vor ihm macht, gingen damals um die Welt. Im darauffolgenden Jahr verließ sie die österreichische Regierung und trat im Juni 2021 in den Rosneft-Aufsichtsrat ein.

Sie sei bis zum jetzigen Zeitpunkt geblieben, „um meine Verpflichtungen aus dem einjährigen Mandat zu erfüllen“, erklärte sie. Rosneft bedankte sich in seiner Erklärung bei Kneissl auch für ihre Arbeit während der „komplexen“ internationalen Situation und erklärte, man zähle auf eine künftige Zusammenarbeit mit ihr als Expertin.

Nach Schröder nun Kneissl: EU drohte angesichts des Ukraine-Kriegs mit Sanktionen

Auf Kneissls persönlicher Website finden sich mehrere Interviews mit dem staatlichen russischen Nachrichtensender RT, das letzte zwei Tage vor Russlands Kriegsbeginn in der Ukraine am 24. Februar.

Vor Kneissl hatten bereits Schröder und der deutsche Chef der Nord-Stream-2-Betreibergesellschaft, Matthias Warnig, ihre Ämter im Aufsichtsrat von Rosneft niedergelegt. Im Zusammenhang mit Russlands immer noch andauerndem Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte die EU mit direkten Sanktionen gegen westliche Ex-Politiker gedroht, die für russische Staatskonzerne aktiv sind.(dpa/AFP/cibo)

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