Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko finden sich zu Gesprächen im Osten Russlands ein. Anschließend will Putin Fragen von Journalistinnen und Journalisten beantworten.
Blagoweschtschensk - Kremlchef Wladimir Putin ist zu einem Treffen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko im äußersten Osten Russlands eingetroffen. Putin sei am Dienstag in der Stadt Blagoweschtschensk nahe der chinesischen Grenze gelandet, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Auch Lukaschenko, mit dem Putin anlässlich des Tages der Raumfahrt den geplanten Weltraumbahnhof Wostotschny besichtigen will, sei bereits vor Ort.
Geplant seien neben einem Gespräch mit Lukaschenko außerdem Treffen mit Arbeitern des Bahnhofs und die Auszeichnung von Kosmonauten, hieß es. Anschließend will Putin erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast sieben Wochen die Fragen von Medienvertretern beantworten. Russland hatte die Ukraine am 24. Februar überfallen. Seitdem griffen russische Truppen die Ukraine auch von belarussischem Gebiet aus an.
Russisches Militär fliegt weitere Luftangriffe in der Nacht
Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht 32 militärische Objekte in der Ukraine beschossen. Dabei seien unter anderem ein Luftabwehrraketensystem vom Typ Buk-M1 sowie ein Munitionslager und eine Flugzeughalle mit ukrainischer Luftwaffentechnik zerstört worden, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag mit.
Zudem berichtete die Behörde von heftigen nächtlichen Kämpfen in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol. «Die auf dem Territorium des Werks „Iljitsch“ eingeschlossenen Reste der ukrainischen Streitkräfte haben einen erfolglosen Versuch gemacht, aus der Stadt auszubrechen», sagte Konaschenkow. Seinen Angaben zufolge haben etwa 100 ukrainische Soldaten den Ausbruchsversuch unternommen; die Hälfte davon sei getötet worden. Diese Angaben waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar.
Zuvor hatten russische Militärs über die weitgehende Einnahme Mariupols berichtet. Verbliebene ukrainischen Kräfte hätten sich in einem anderen Stahlwerk der Stadt namens «Asowstahl» verschanzt. Eduard Bassurin, ein Sprecher der prorussischen Separatisten, hatte am Montag vorgeschlagen, die Ukrainer dort, vor allem Mitglieder des nationalistischen Asow-Regiments, mithilfe von Chemiewaffentruppen «auszuräuchern». Das Asow-Regiment berichtete anschließend von einem Giftgaseinsatz, der aber von offizieller ukrainischer Seite bislang nicht bestätigt wurde. (dpa)