Ukraine-Krieg

„Bastarde. Ich hasse sie“: Putin-Vertrauter Medwedew wütet gegen Westen

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Dmitri Medwedew, ehemaliger russischer Präsident, hat erst mit Vergeltungsschlägen im Ukraine-Krieg gedroht. Jetzt beschimpft er die Feinde Russlands hart.
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Wladimir Putin hat viele Fürsprecher. Besonders laut ist Ex-Präsident Medwedew. Dieser polterte jüngst bei Telegram und beschimpfte den Westen wüst.

Moskau – Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew gilt als enger Vertrauter von Wladimir Putin und ist gleichzeitig für seine verbalen Wutausbrüche bekannt. Inmitten des Ukraine-Kriegs hat er bereits mehrfach bewiesen, wie nah er weiterhin zum Kremlherrscher steht und was er vom Westen hält. Diesen verallgemeinert er indes gerne und beschwört auf seinem Telegram-Kanal gerne das Bild der westlichen Aggressoren gegen Russland. Nachdem Schweden sich zur Nato bekannt hatte, polterte Medwedew bereits. Doch jetzt ist er zurück und holt zum großen Schlag gegen Russlands „Feinde“ aus.

Wladimir Putins Sprachrohr: Ex-Präsident Medwedew über angebliche Feinde des Kremls – „Ich hasse sie. Es sind Bastarde und verkommene Menschen“

Während seit Wochen sich zahlreiche Krankheitsgerüchte um Wladimir Putin halten und vermutet wird, dass Putin Krebs haben könnte, hat sich Ex-Präsident Medwedew mit einer wutentbrannten Nachricht gegen angebliche Feinde des Kremls gerichtet und diese wüst beschimpft. „Ich hasse sie. Es sind Bastarde und verkommene Menschen“, schrieb Medwedew bei Telegram und schimpfte weiter: Er werde „alles dafür tun, dass sie verschwinden“.

Eine Möglichkeit, wie er sich das vorstellen könnte, lieferte Medwedew kurz nach Schwedens Beitrittsbekundung zur Nato: Er und hochrangige russische Politiker drohten offen mit der Stationierung von Atomwaffen im Ostseeraum. Es scheint fast so, als hätte Medwedew im Westen ein klares Feindbild ausgemacht. Als Deutschland Ende April die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine ankündigte, reagierte der Ex-Präsident von Russland erbost und schrieb auf Telegram: „Offenbar lassen den deutschen Abgeordneten die Lorbeeren ihrer Vorgänger keine Ruhe, die im vergangenen Jahrhundert unter anderem Namen im deutschen Parlament saßen.“ Der Vergleich mit Nazi-Deutschland gehört zur Standard-Rhetorik von Putins Vorgänger.

Ex-Präsident Medwedew ist Sprachrohr Putins: Westen will „den Tod für Russland“

Dass Medwedew das Propaganda-Sprachrohr von Wladimir Putin, der womöglich an Parkinson leidet, ist, war nicht immer so: Liberale sahen in ihm viele Jahre lang die Hoffnung auf eine gemäßigte Politik, doch spätestens seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs ist klar, dass Medwedew zu Putins Scharfmachern zählt. Das zeigt sich auch beim aktuellen Fall, bei dem er gleich eine Rechtfertigung für seinen Wutausbruch mitliefert: Der Westen wolle „den Tod für uns, für Russland“. Auf welche Bedrohung er sich bezog, ließ der 56-jährige stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats laut Informationen der Pressedienste offen.

Seit der russischen Invasion veröffentlicht Dmitri Medwedew vermehrt Beiträge in Online-Netzwerken, in denen zunehmend hart mit den westlichen Nationen ins Gericht geht. Unter anderem sieht er die Sanktionen gegen ihn, Wladimir Putin und weitere Russen als großes Unrecht und schrieb im Mai, dass der Westen einerseits nicht „verrückte Sanktionen“ gegen Russland verhängen und gleichzeitig erwarten könne, dass Russland den Export von Lebensmitteln zulassen solle. Durch den Krieg in der Ukraine steht die Welt vor einer großen Hungerkrise. Die Ukraine gilt seit jeher als Kornkammer Europas.

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