VonBedrettin Bölükbasischließen
Wieder wurde ein russischer Bürger wegen unerlaubten Drohnenflügen in Norwegen festgenommen. Diesmal handelt es sich um den Sohn eines Putin-Freunds.
Update vom 21. Oktober, 17.09 Uhr: Kurz nach Veröffentlichung dieses Artikels kontaktierte das Pressebüro von Andrey Yakunin Merkur.de und wies darauf hin, dass sich der nun in Norwegen Festgenommene nicht schuldig bekannt habe. „Andrey Yakunin wurde von der norwegischen Polizei festgenommen, weil er mit Drohnen über Spitzbergen geflogen ist. Er bestreitet nicht, während seiner Ferienreise Ende August eine Freizeit-Drohne ausschließlich über Spitzbergen benutzt zu haben“, so die Korrektur von Yakunins Pressesprecherin am Freitag.
„Er hat sich jedoch nicht schuldig bekannt und es wurde keine Anklage gegen ihn erhoben. Wie aus seinen Aktivitäten in den sozialen Medien hervorgeht, ist Andrey ein leidenschaftlicher Naturliebhaber, Fotograf und Extremsportler. Andrey, ein britischer Staatsbürger, kooperiert vollumfänglich mit den Behörden und stellt alle erforderlichen Angaben zu den normalen touristischen Aktivitäten seiner Bootsferien zur Verfügung“, hieß es in der Mitteilung des Pressebüros weiter. „Wir hoffen, dass die Polizei ihre Ermittlungen sehr bald abschließt.“
Festnahme wegen illegaler Drohnenflüge über der Inselgruppe Spitzbergen
Erstmeldung: München/Hammerfest — Unerlaubte Drohnenflügen über Flughäfen und wichtigen Infrastrukturanlagen: Norwegen fürchtet aktuell ein Sicherheitsproblem. Zuletzt wurden binnen weniger Tage sieben Personen festgenommen. Was die Verdächtigen eint: Sie alle sind russische Staatsbürger.
Bei der neuesten Festnahme wurde jetzt sogar eine indirekte Verbindung zu Kreml-Chef Wladimir Putin festgestellt. Wegen illegaler Drohnenflüge über die Inselgruppe Spitzbergen hat die norwegische Polizei den Sohn des ehemaligen russischen Eisenbahnchefs und Putin-Vertrauten Wladimir Jakunin festgenommen.
Russland und Norwegen: Sohn von Putin-Freund Jakunin festgenommen — Untersuchungshaft angeordnet
Andrej Jakunin sei am Montag in Hammerfest in Nordnorwegen festgenommen worden, teilte die Polizei am Mittwoch (19. Oktober) mit. Der russisch-britische Staatsbürger habe zugegeben, illegal eine Drohne über der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen in der Arktis gesteuert zu haben, sagte eine Vertreterin der Polizei.
Jakunin befinde sich in Untersuchungshaft, Drohnen und weitere elektronische Geräte seien beschlagnahmt worden, hieß es. Die Ausrüstung von Jakunin werde nun analysiert, berichtete die unabhängige russische Online-Zeitung Moscow Times unter Berufung auf die norwegischen Ermittler. Die Inhalte der Drohnenaufnahmen seien „von großer Bedeutung“ für den Fall.
Offenbar war Jakunin nicht erst kürzlich in Norwegen eingetroffen. Schon im Sommer soll er auf einer Yacht gewesen sein, die für mehrere Monate um Spitzbergen sowie entlang der norwegischen Küste gesegelt sein soll. Den russischen Pass fand man an Bord der Yacht, wie die Zeitung mitteilte. Jakunins Anwalt Jens Bernhard betonte, Jakunin habe zwar zugegeben, eine Drohne geflogen zu haben, habe aber nicht wissen können, dass das illegal sei. Wie sein Anwalt Bernhard unterstrich auch Jakunin vor Gericht, er sei in erster Linie britischer Staatsbürger.
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Norwegen: Illegale Drohnenflüge über kritischer Infrastruktur — Russland-Geheimdienst im Spiel?
Mit Jakunin steigt die Zahl der Festnahmen russischer Staatsbürger in Norwegen auf sieben. Sie werden beschuldigt, im an Russland grenzenden Norwegen, das mittlerweile Europas größter Gaslieferant ist, illegal unbemannte Fluggeräte eingesetzt oder unerlaubt fotografiert zu haben.
Die Drohnen waren Berichten zufolge an Energie-Infrastruktur gesichtet worden, unter anderem an Offshore-Öl- und Gasplattformen, aber auch über Flughäfen. Diese Berichte und die Sabotage an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee haben das Land zur Erhöhung seiner Sicherheitsvorkehrungen veranlasst. Norwegen macht „ausländische Geheimdienste“ für die Vorfälle verantwortlich.
So sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Störe dem Sender NRK: „Es ist inakzeptabel, dass ausländische Geheimdienste Drohnen über norwegischen Flughäfen fliegen lassen.“ Die Russen hätten nicht das Recht, Drohnen über Norwegen fliegen zu lassen, fügte er hinzu. Wenige Stunden zuvor hatte der Flug einer Drohne in der Nähe des Flughafens von Bergen im Westen des Landes zu einer kurzen Unterbrechung des Flugverkehrs geführt. Der norwegische Geheimdienst leitete inzwischen eine Untersuchung ein. (bb/AFP)
