Rätsel um Trumps Gesundheitszustand: Orientierungsloser Auftritt bei Japan-Besuch
VonMarcus Giebel
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Donald Trump wirkt in Japan beim Zusammentreffen mit Tokios neuer Premierministerin orientierungslos. Und nicht nur bei dieser Gelegenheit.
Tokio – Als Politiker ist es durchaus wichtig, bei offiziellen Anlässen die Protokolle zu beachten. Gerade als Staatsoberhaupt. Schließlich geht es um Respekt den Gästen oder Gastgebern gegenüber. Nun ist Donald Trump nicht dafür bekannt, sich besonders gerne Regeln auferlegen zu lassen. Grundsätzlich befolgt der US-Präsident die Vorgaben zum offiziellen Teil bei Staatsbesuchen aber nach bestem Wissen und Gewissen.
Diesen Besuch wird sie so schnell nicht vergessen: Japans Premierministerin Sanae Takaichi empfing kurz nach ihrer Amtsübernahme US-Präsident Donald Trump.
Umso mehr sorgte sein Auftritt während des Japan-Trips für Aufsehen, bei dem der 79-Jährige zwischenzeitlich durchaus verloren wirkte. Wie Aufnahmen des US-Senders RSBN zeigen, lauschte er zunächst gemeinsam mit Tokios erst seit wenigen Tagen amtierender Premierministerin Sanae Takaichi im prunkvollen Ballsaal den Nationalhymnen, ehe sie sich gemeinsam auf eine Runde durch den Raum machten, um den Fahnen der beiden Nationen ihre Ehre zu erweisen. Dabei machte Trump, der sich schon vor Kaiser Naruhito einen Fauxpas erlaubt hatte, eine alles andere als gute Figur.
Trump in Japan: Verwirrender Auftritt mit Takaichi im Ballsaal ruft Kritiker auf den Plan
Immer wieder musste Takaichi ihm den Weg weisen. Zunächst blieb der Republikaner fälschlicherweise vor dem Musikzug stehen. Wenig später salutierte er vor den beiden Flaggen, ohne diesen seine Front zuzuwenden, worum Takaichi ihn mit einer Geste bat. Als Trump schließlich einfach seines Weges ging, schaute sie ihm nur etwas entsetzt hinterher, blieb alleine vor den Fahnen stehen und verbeugte sich.
Da Trump sich folglich einen kleinen Vorsprung herausgearbeitet hatte, nahm seine Gastgeberin die nächste Kurve etwas enger und holte den langsam vor sich hin schreitenden mächtigsten Mann der Welt wieder ein. Bei der letzten Kurve vor der Rückkehr auf das kleine Podest musste Takaichi dann sogar auf ihren Gast warten, der den größtmöglichen Bogen wählte. Er dürfte erleichtert gewesen sein, als die Runde beendet war. Denn alles in allem wirkte Trump während dieser, als wäre er zur falschen Zeit am falschen Ort.
Die Szenen waren jedenfalls ein gefundenes Fressen für seine Kritiker. Auf Reddit kommentierte ein User: „Er wirkt wie jemand, der keine Ahnung hat, wo er sich befindet.“ Ein anderer meinte: „Jemand sollte ihn in ein Pflegeheim bringen, damit er sein Apfelmus essen und den Rest der Welt in Ruhe lassen kann.“
Trump und seine Gesundheit: US-Präsident berichtet in Air Force One von MRT-Scan
Auf X schrieb der Account „Republicans against Trump“ zu einem Tränen lachenden Smiley: „Oh mein Gott.“ Der Influencer Harry Sisson twitterte: „Schaut euch das an: Donald Trump wird von Japans Premierministerin durch den Ballsaal geführt. Er ist komplett verloren. Vielleicht erklärt das, warum er gerade erst einen MRT-Scan gemacht hat…“
Auf dem Flug nach Tokio hatte Trump an Bord der Air Force One vor Reportern gesagt, er habe sich einer MRT unterzogen, die Ergebnisse seien perfekt gewesen. Mit dieser Methode lassen sich detaillierte Schnittbilder vom Körperinneren anfertigen, um Erkrankungen zu entdecken. Allerdings blieb offen, warum Trump untersucht wurde.
Bedenken um seine Gesundheit begleiten Trump schon länger. So fällt immer wieder auf, dass seine rechte Hand mit Makeup versehen ist. Laut offiziellen Angaben soll damit ein Bluterguss übertüncht werden, der auf die vielen Handschlags-Begrüßungen zurückzuführen ist.
Spekulationen über Trump-Gesundheit: US-Präsident reagiert auf Todes-Gerüchte
Auch abseits davon gab Trump bereits Rätsel auf. So bezeichnete er König Charles in einer Medienrunde als „Prinz“. Vor einigen Wochen hatte es in den sozialen Medien sogar schon Spekulationen gegeben, Trump könnte gar nicht mehr am Leben sein.
Auf X trendete ein entsprechender Hashtag. Von einem Journalisten wurde er daraufhin bei einem Termin auf die Gerüchte angesprochen: „Wie haben Sie herausgefunden, dass Sie tot sind?“ Trumps Reaktion: „Ich habe in der vergangenen Woche zahlreiche Konferenzen abgehalten, die alle erfolgreich verliefen. (...) Dann mache ich für zwei Tage nichts und es wird behauptet: ‚Da muss etwas mit ihm nicht stimmen.‘ (...) Das ist eine ernste Sache. Das sind Fake News. Das ist so falsch.“
Trump verwechselt Demenz-Check mit IQ-Test: US-Präsident zieht über Demokraten-Duo her
Im Zuge seiner Ausführungen zur kürzlich anberaumten MRT zog er auch über zwei demokratische Politikerinnen her, wie auf Videos zu sehen ist. Allerdings schien er dabei einen in der Vergangenheit durchgeführten Demenz-Test mit einem IQ-Test zu verwechseln.
So sagte Trump, bezogen auf mögliche Präsidentschaftskandidaten der Demokraten: „Sie haben Jasmine Crockett, eine Person mit niedrigem IQ. AOC (Alexandria Ocasio-Cortez, d. Red.) hat einen niedrigen IQ. Sie machen einen IQ-Test mit ihr und lassen sie die Prüfungen bestehen, die ich am Walter Reed (Militärkrankenhaus, d. Red.) absolviert habe.“
Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office
Die Tests seien wirklich schwer gewesen. „Die ersten paar Fragen sind einfach: ein Tiger, ein Elefant, eine Giraffe, wissen Sie. Wenn es dann zur fünften oder sechsten kommt und dann zur zehnten und 20. und 25., könnten sie nicht einmal annähernd eine dieser Fragen beantworten“, mutmaßte Trump.
Trump zu Soldaten: Bei Rede geht es plötzlich um Wasser und Magnete
Weitere bedenkliche Sätze ließ er während eines Auftritts vor Soldaten auf der USS George Washington fallen. Dort sprach Trump über magnetische Katapulte, die Flugzeugen zum Start von Ozeanriesen verhelfen, und über elektromagnetische Aufzüge, mit denen Waffen aufs Deck geschafft werden.
„Wissen Sie, das neue Ding sind Magnete. Anstatt Hydraulik zu verwenden, die vom Blitz getroffen werden kann, das ist in Ordnung“, begann er, ehe es kurios wurde: „Nehmen Sie ein kleines Glas Wasser und lassen Sie es auf einen Magneten fallen. Ich weiß nicht, was passieren wird.“
Dann echauffierte sich Trump: „Jeder Traktor hat Hydraulik, jeder Bagger, jede Baggermaschine jeglicher Art hat Hydraulik. Aber jemand hat beschlossen, Magnete zu verwenden.“ Wahrscheinlich werde er die Magnet-Nutzung bei den Aufzügen der neuen Flugzeugträger wieder ändern lassen. Nachdem er sich auch die Zustimmung der Soldaten abgeholt hatte, folgte die Ankündigung einer Executive Order.
Trump sorgte in Fernost also für allerhand Irrungen und Wirrungen. Die Sorgen über seinen Gesundheitszustand dürften ihn damit zurück in die USA begleiten. Und auch in den kommenden Wochen und Monaten Thema bleiben. (Quellen: RSBN, Reddit, X) (mg)