Gegen Olaf Scholz werden nach seiner Auseinadersetzung mit einem CDU-Politiker Rassismus-Vorwürfe laut. Der Kanzler dementiert. Die Opposition reagiert.
Update, 10.42 Uhr: Kanzler Olaf Scholz (SDP) hat in der „Hofnarr“-Debatte den Medienanwalt Christian Schertz damit beauftragt, rechtliche Schritte gegen das Magazin Focus einzuleiten. Eine Formulierung in indirekter Rede aus dem ursprünglichen Focus-Beitrag hätte den Eindruck einer rassistischen Beleidigung erst aufkommen lassen, heißt es in einer Pressemitteilung der Kanzlei. Schertz verwies in seiner Stellungnahme zu dem Vorgang darauf, dass Focus online bereits vor einigen Wochen einen Bericht zurückziehen und sich entschuldigen musste, in dem behauptet worden war, dass die SPD eine Kampagne von „Frauen gegen Merz“ initiiert habe.
Update, 9.46 Uhr: Nach einem Focus-Bericht über eine angebliche Rassismus-Äußerung kritisierte Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz Kanzler Olaf Scholz scharf. Scholz und die SPD wiesen die Anschuldigungen zurück. Focus-Chefredakteur Georg Meck wiederum hat in Welt-TV jetzt an seiner Darstellung festgehalten: Joe Chialo habe „bestürzt und sprachlos“ auf den „Hofnarr“-Kommentar reagiert, sagte er laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Eklat um „Hofnarr“-Spruch: Merz „sprachlos“ – Rücktritts-Forderungen an Scholz
Update, 8.00 Uhr: Friedrich Merz hat Olaf Scholz noch einmal für dessen „Hofnarr“-Äußerung über den Berliner Kultursenator Joe Chialo (CDU) scharf kritisiert. Er sei „wirklich sprachlos“ gewesen, als er von dem Vorfall gehört habe, sagte Merz gestern am Rande eines Wahlkampftermins in Neubrandenburg. Der Vorfall „wirft ein Licht auch auf seinen Umgang und sein Verhalten, auch auf sein Sozialverhalten“. Scholz müsse selbst entscheiden, ob er sich entschuldige. „Mir fehlen die Worte.“
Debatte um „Hofnarr“-Äußerung von Scholz: Party-Gastgeber äußert sich
Update, 7.30 Uhr: Die „Hofnarr“-Bemerkung des SPD-Kanzlers zieht zehn Tage vor der Bundestagswahl 2025 Kreise. „War das der Laschet-Moment von Olaf Scholz?“, fragt etwa der Spiegel, und bezieht sich damit auf den Lacher im vergangenen Wahlkampf, der den damaligen Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet Sympathien kostete. Das Nachrichtenmagazin berichtet heute weiter, Scholz habe sich im Gespräch mit einem ihrer Autoren „erschüttert“ über die Rassismus-Vorwürfe gezeigt. Und die Süddeutsche Zeitung erfuhr von Harald Christ, auf dessen Party Scholz’ Bemerkung gefallen war, die Einschätzung: „Ich kenne Olaf Scholz lange und gut genug, um zu sagen: Es ist absurd, den Bundeskanzler in die Ecke eines Rassisten zu rücken.“
Kanzler Olaf Scholz nennt Berliner Kultursenator Chialo „Hofnarr“: CDU reagiert empört
Update vom 13. Februar, 6.30 Uhr: Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Berliner Kultursenator Joe Chialo auf einer privaten Geburtstagsfeier als „Hofnarr“ der Union bezeichnet und damit scharfe Kritik auf sich gezogen. Von CDU-Seite wird ihm Rassismus gegen den Kultursenator mit Wurzeln in Tansania vorgeworfen. Viele Politiker reagierten empört. So sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann der Bild, dass Scholz die Kontrolle verliere. Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, forderte Scholz sogar zum Rücktritt auf.
Update, 21.23 Uhr: Nach der Aufruhr um eine Äußerung von Bundeskanzler Olaf Scholz hat der SPD-Spitzenkandidat mit dem Berliner Kultursenator Joe Chialo telefoniert. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen. Zum Inhalt des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt.
CDU-Kritik an Scholz: Berliner Generalsekretärin fordert Entschuldigung – „Schämen Sie sich“
Update, 20.18 Uhr: Die Generalsekretärin der Berliner CDU, Ottilie Klein, hat in einem Post auf X Olaf Scholz‘ „Erklärungsversuch“ kritisiert. Dieser ändere auch nichts an der Tatsache, schreibt Klein: „Wer Joe Chialo als ‚Hofnarr‘ diffamiert, überschreitet eine rote Linie. Respekt ist keine Einbahnstraße. Eine Entschuldigung wäre das Mindeste.“
Bereits zuvor hatte die CDU-Politikerin harte Kritik an Scholz geübt. „Schämen Sie sich, Herr Bundeskanzler!“, kommentierte Klein am Mittag den Bericht über die Aussagen des Kanzlers über den Berliner CDU-Politiker Chialo. „Olaf Scholz hat mit seinen rassistischen Äußerungen ein weiteres Mal bewiesen, dass ihm die charakterliche Eignung für sein Amt fehlt“, warf Klein dem SPD-Politiker vor und forderte seine Partei auf, sich zu distanzieren.
Reaktionen auf Olaf Scholz‘ „Hofnarr“-Aussage: Doppelmoral- und Wahlkampf-Vorwürfe
Update, 19.22 Uhr: Während die Kritik an Olaf Scholz‘ Äußerung nicht abbricht, kommen auf Social-Media-Plattformen auch Vorwürfe der Doppelmoral auf. So schreibt der ehemalige Linken-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat: „Wer sich bei ‚Hofnarr‘ aufregt, aber bei ‚kleine Paschas‘ schweigt, ist nicht gegen Rassismus, sondern macht Wahlkampf.“ Movassat und zahlreiche weitere Userinnen und User, beziehen sich in ihren Posts auf eine Aussage von CDU-Chef Friedrich Merz. Der Kanzlerkandidat der Union hatte in einer ZDF-Sendung Anfang 2023 arabischstämmige Schüler als „kleine Paschas“ bezeichnet. Auch Merz musste damals Kritik für seine Äußerung einstecken.
Reaktionen auf Vorwürfe gegen Scholz: Kanzler verteidigt seine „Hofnarr“-Äußerung
Update, 18.49 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich erneut zu den Berichten und Vorwürfen gegen ihn geäußert. Im Spiegel-„Spitzengespräch“ sagte Scholz, er sei „aus allen Wolken gefallen“, als er die Berichterstattung gesehen habe. „Alles kann man mir vorwerfen, aber ganz sicher nicht, dass ich ein Rassist bin.“ Nie habe er die „Hofnarr“-Äußerung in Verbindung mit Chialos Hautfarbe gebracht. Der Vorwurf mache ihn „persönlich sehr betroffen“. Er schätze Chialo und bedauere es, wenn dieser die Aussage auf sich bezogen habe. „Nur gesagt, habe ich das, was da gemeldet worden ist, eben nicht.“ Nach Spiegel-Informationen wollen Scholz und Chialo noch am Abend telefonieren.
Vorwürfe gegen Scholz nach „Hofnarr“-Aussage: Miersch wirft CDU „inszenierte Empörungswelle“ vor
Update, 18.21 Uhr: SPD-Generalsekretär Matthias Miersch hat dem Focus eine „gezielte Kampagnenarbeit im Sinne der CDU“ vorgeworfen. Zur Kritik der CDU hieß es in einer Mitteilung: „Die CDU inszeniert hier eine Empörungswelle, die zehn Tage nach dem angeblichen Vorfall losgetreten wird. (…) Die Partei, deren Vorsitzender Menschen als ‚kleine Paschas‘ und ‚Sozialtouristen‘ diffamiert, sollte sich mit unhaltbaren Anschuldigungen gegen Olaf Scholz zurückhalten.“
Friedrich Merz‘ Reaktion auf „Hofnarr“-Äußerung von Bundeskanzlers Olaf Scholz – „fast sprachlos“
Update, 17.51 Uhr: Auch CDU-Chef Friedrich Merz hat auf die Berichte über Olaf Scholz´ Äußerungen gegenüber dem Berliner CDU-Politiker Joe Chialo reagiert. Was der Kanzler gesagt habe, mache den Kanzlerkandidaten der Union „fast sprachlos“, schreibt Merz auf X. „Das ist der Bundeskanzler, der immer Respekt beansprucht, offensichtlich aber nur für sich selbst.“ Scholz hatte den gegen ihn erhobenen Rassismusvorwurf zurückgewiesen. „Was er jetzt dazu gesagt hat, macht die Sache nicht besser“, schreibt Merz darüber. „Ich frage mich, ob er eigentlich irgendwann mal in der Lage ist, zuzugeben, dass er etwas Falsches gesagt hat und sich dafür vielleicht auch entschuldigt“, heißt es in Merz‘ Reaktion auf Scholz‘ „Hofnarr“-Aussage weiter.
Reaktionen auf Scholz‘ „Hofnarr“-Aussage: Kanzler weist Rassismusvorwurf zurück
Erstmeldung: Berlin – Mitten im Wahlkampf-Endspurt sieht sich Bundeskanzler Olaf Scholz mit Rassismusvorwürfen konfrontiert. Hintergrund sind Äußerungen auf einer privaten Geburtstagsfeier. Dort habe Scholz nach Angaben des Berliner CDU-Landesverbands den Berliner CDU-Politiker Joe Chialo als „Hofnarr“ sowie mit Blick auf dessen Hautfarbe als „Feigenblatt der CDU“ bezeichnet. Scholz bestätigte inzwischen, Chialo als „Hofnarr“ der Union bezeichnet zu haben – weist den Rassismusvorwurf jedoch zurück.
Scholz nennt CDU-Politiker „Hofnarr“: Empörte Reaktionen aus der CDU
„Der dabei von mir verwandte Begriff ist im Sprachgebrauch nicht rassistisch konnotiert und war von mir auch nie so intendiert“, wird Scholz in einer Mitteilung des SPD-Parteivorstands zitiert. „Der erhobene Vorwurf des Rassismus ist absurd und künstlich konstruiert“, sagte Scholz weiter. Zuerst berichtete das Nachrichtenmagazin Focus. Nicht nur aus der Union wird Scholz wegen der Äußerungen heftig kritisiert.
Reaktionen auf „Hofnarr“-Aussage von Scholz: „Schlusspunkt einer katastrophalen Kanzlerschaft“
„Das ist eine unsägliche Entgleisung des Kanzlers, das ist geschmacklos und damit das Gegenteil von Respekt. Als Freund von Joe erschüttern mich diese Beleidigungen“, sagte Unionsfraktionsvize Jens Spahn (CDU) der dpa. „Olaf Scholz sollte sich umgehend persönlich bei ihm entschuldigen. Es ist der traurige Schlusspunkt einer katastrophalen Kanzlerschaft.“
Scholz erläuterte, er habe auf der Feier vor zehn Tagen das gemeinsame Abstimmungsverhalten von CDU/CSU und AfD im Bundestag kritisiert. Auf den Hinweis, dass es auch liberale Stimmen in der CDU gebe, habe er entgegnet, dass sich nur sehr wenige Parteivertreter gegen das Verhalten von Parteichef Friedrich Merz gestellt und kritisch zu Wort gemeldet hätten. „Persönlich schätze ich Joe Chialo gerade als eine wichtige liberale Stimme in der Union.“
Scholz soll Berliner CDU-Politiker beleidigt haben: Reaktionen auf Rassismus-Vorwürfe
Die CDU-Abgeordnete Julia Klöckner fragte auf X bezogen auf die Äußerungen: „Was ist nur aus Herrn Scholz geworden …“. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) forderte in einem Post, Scholz müsse sich bei Chialo entschuldigen – so auch CDU-Politiker Philipp Amthor gegenüber der Rheinischen Post.
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Chialo wollte laut Bericht der Deutschen Presseagentur auf Anfrage nicht weiter reagieren. Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Kultur bestätigte, dass es bei einer Veranstaltung, an der Scholz und Chialo teilgenommen hätten, einen „Vorfall“ gegeben habe. „Der Senator äußert sich nicht weiter dazu.“
Reaktionen auf „Hofnarr“ und „Feigenblatt“-Aussage: „Sofortiger Rücktritt“ von Scholz gefordert
Auch aus der FDP kamen Reaktionen, die deutliche Kritik an Scholz beinhalteten. Christian Dürr, Fraktionschef der FDP im Bundestag, schrieb auf der Plattform X zu dem Focus-Bericht: „So viel zum Thema ‚sittliche Reife‘. Völlig inakzeptabel.“ Dürr bezog sich damit auf eine Bundestagsrede des Kanzlers, in der er FDP-Chef Christian Lindner indirekt die „sittliche“ Reife absprach. Lindner teilte den Post seines Parteikollegen.
Der ehemalige FDP-Fraktionschef in NRW, Gerhard Papke, ging in seinem Post weiter und schrieb: Wer einen anderen Menschen bösartig rassistisch beleidigt, kann nicht Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland sein! #Scholz ist reif für den sofortigen Rücktritt.“ (pav mit Agenturen)