95 Kilometer hinter der Front

Verluste im Ukraine-Krieg für Russland: Feuer in Kursk – Videos zeigen schwarze Rauchwolke

+
Hintergrund unklar: Diese schwarze Rauchwolke soll in Kursk entstanden sein.
  • schließen

Eine dunkle Rauchwolke auf russischem Grund bewegt das Internet. Das Feuer soll in Kursk ausgebrochen sein – offenbar in einem Luftfahrt-Stützpunkt.

Kursk – Bilder von brennenden, qualmenden oder zerstörten Gebäuden in der Ukraine sind seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs trauriger Alltag geworden. Im dritten Jahr der von Wladimir Putin befohlenen Kampfhandlungen mehren sich aber auch Einschläge auf russischem Boden. Vor allem Öl-Raffinerien gerieten zuletzt häufiger unter Beschuss und in Mitleidenschaft, auch weit von der Grenze entfernt.

Die USA und Deutschland erlaubten Kiew sogar, ihre gelieferten Waffen für Angriffe auf Ziele in Russland nutzen zu dürfen. Wohl auch deshalb sorgten nun Aufnahmen für Aufsehen, die aus einiger Entfernung eine dichte und dunkle Rauchwolke zeigen, die in den blauen Himmel aufsteigt. Die Sequenzen sollen in Kursk entstanden sein.

Woher kommt der schwarze Rauch? Dieses Bild verbreitet Alexej Smirnow, Gouverneur von Kursk.

Rauchwolke über Russland: Offenbar Stützpunkt der Luftfahrt in Brand

Anhand weiterer Bilder vor Ort mit den Gebäuden und Siedlungen in der Umgebung schließen einige Twitter-User darauf, dass der Rauch aus einem Stützpunkt der russischen Luftfahrt hervorquillt. Das Gebäude befindet sich laut dem nach eigenen Angaben aus Cherson stammenden User „Special Kherson Cat“ rund 95 Kilometer von der Front entfernt. Es soll eine große Anzahl an Luftfahrzeugen beherbergen, wie RBC Ukraine berichtet.

Die Wolkendecke ist dank des klaren Himmels kilometerweise zu sehen. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt. Am Tag zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium via Telegram von ukrainischen Angriffen mit Drohnen berichtet, neun davon wurden demnach über dem Gebiet Kursk zerstört.

Video: Schlag gegen Putin-Freund – Sanktionen würgen Waffenlieferungen ab

Luftschlag auf Kursk? Laut Gouverneur sind Spezialeinheiten vor Ort

Auch Alexej Smirnow als Gouverneur der Region Kursk informierte zum Start in die Woche über die verhinderten Luftattacken. Am Dienstag schrieb der Politiker auf Telegram von einem Feuer im Zentrum von Kursk, das gelöscht werde. Zehn Spezialeinheiten mit 60 Mitarbeitern des russischen Ministeriums für Notsituationen der Region seien im Einsatz.

Die Brandursache sei ermittelt. Berichte über Opfer gab es demnach nicht. Dabei blieb zunächst unklar, ob sich Smirnow auf dasselbe Feuer bezog wie die Twitter-User. Das Bild zu seinem Post zeigt eine schwarze Rauchwolke, die hinter viel Grün aufsteigt.

Für Putin und damit auch Russland ist es zumindest ein weiterer mentaler Schlag, nachdem die eigenen Attacken aus der Luft auf Ziele in der Ukraine monatelang gar nicht beantwortet wurden. Diese Zeit ist längst vorbei. Auch der Kreml-Chef muss nun damit leben, dass die Infrastruktur in seinem Land im Zusammenhang mit seinem Krieg Schaden nimmt. (mg)

Kommentare