Politiker und Journalisten

Baerbock und Merz im Visier: Reichsbürger-„Feindesliste“ mit 18 prominenten Namen entdeckt

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Die sogenannten „Reichsbürger“ hatten offenbar 18 prominente Politiker und Journalisten auf ihre „Feindesliste“ gesetzt. Noch vor der Razzia wurde die Liste entdeckt.

München – Die sogenannten „Reichsbürger“ planten offenbar eine gewaltsame Machtübernahme in Deutschland und wollten dafür sogar den Bundestag besetzen. Dazu kam es aber nicht: Am Mittwoch (7. Dezember) führten Sicherheitsbehörden eine Razzia durch und konnten den Plan vereiteln. Nun kommen immer mehr neue Details zur „Reichsbürger“-Szene ans Licht.

So wurden mehrere Politiker und Journalisten offenbar auf eine Feindesliste gesetzt, wie taz berichtet. Dabei geht es um Namen wie Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), CDU-Chef Friedrich Merz, CDU-Politiker Armin Laschet, SPD-Vorsitzende Saskia Esken und SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Die Liste soll allerdings schon vor der Razzia entdeckt worden sein. Bereits am Mittwochmorgen wurden die betroffenen Namen vom Bundeskriminalamt (BKA) informiert.

Annalena Baerbock und Friedrich Merz (Archivbild)

„Reichsbürger“ setzen Politiker und Journalisten auf Feindesliste – „nicht unterschätzen“

Die SPD-Vorsitzende Esken äußerte sich gegenüber der taz zur Namensliste und betonte, man dürfe „die Gefahr, die von gewaltbereiten Reichsbürgern ausgeht, nicht unterschätzen“. Immerhin würden sie nicht nur über Verschwörungstheorien „fantasieren“. Vielmehr hätten sie „konkrete Pläne“ gehabt, „die sie auch bereit waren umzusetzen“.

Ob auch betroffene Journalisten informiert wurden, ist bislang unklar. Eine entsprechende Anfrage der taz dazu blieb vom BKA unbeantwortet. Der Zeitung zufolge geht es um mindestens drei prominente Fern­seh­mo­de­ra­to­ren öffentlich-rechtlicher Sendungen. Neben der Feindesliste tauchten auch Information zum Plan der Reichsbürger auf. (bb)

Rubriklistenbild: © Frederic Kern/Imago

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