VonAndreas Schwarzkopfschließen
Stimmen die Vorwürfe gegen saudische Grenzbeamte, dann hat nicht nur Riad ein Problem, dann geraten auch westliche Staaten unter Druck, die mit Saudi-Arabien zusammenarbeiten.
Sollten die ungeheuerlichen Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch stimmen, dann hat nicht nur Riad ein Problem. Dann geraten auch die westlichen Staaten unter Druck, die mit Saudi-Arabien zusammenarbeiten.
Noch muss zwar geklärt werden, ob saudische Grenzbeamte tatsächlich Migrantinnen und Migranten erschossen haben und diese Praktik weiter anwenden. Doch es verheißt nichts Gutes, wenn Riad auf die Vorwürfe erst nicht reagiert, sie dann als unbegründet zurückweist, um sie dann untersuchen zu lassen.
Ähnlich ging das von Kronprinz Mohammed bin Salman geführte Königshaus übrigens im Fall Jamal Khashoggi vor. Der Rest ist bekannt. Diesmal sollte die internationale Gemeinschaft sich allerdings nicht auf Riads Zeitspiel bei der Aufklärung einlassen.
Stimmen die aktuellen Vorwürfe, dann müssen die westlichen Demokratien diesmal zudem konsequenter gegen Riad vorgehen, sonst wird deren Außenpolitik unglaubwürdig. Das gilt vor allem für Außenministerin Annalena Baerbock, die bisher zu still war zu den Vorwürfen. Man kann sie prüfen lassen und dennoch etwas dazu sagen. Sollte sie damit wie die anderen westlichen Staaten womöglich den Vorfall auf die lange Bank schieben, wäre das ein Skandal.
