Merkur-Kommentar

Habeck und die Windkraft: Mehr Wumms, weniger Mikado

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Christian Deutschländer kommentiert die Energie-Politik von Wirtschaftsminister Robert Habeck.
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Durch Putins Angriffskrieg gerät Deutschland energietechnisch unter Druck. Windkraft alleine reicht als Antwort nicht, kommentiert Christian Deutschländer.

München – Falls es irgendwas Positives an der Gas-Krise gibt, dann das: Deutschland kriegt richtig Druck, die Energiewende zu beschleunigen. Bisher reicht es aber nicht, was Bund und Bayern dafür an Konzepten vorlegen: viel Minister-Mikado, wenig Wumms. Der grüne Bundesklimaminister Habeck kapriziert sich auf die Windkraft. Die ist für den Norden wichtig, für den Süden zu wenig, und insgesamt ein Projekt auf viele Jahre. Während in Bayern bis zum Erbrechen über die 10H-Regel gestritten wird, wäre hier ein Ausbau der Photovoltaik viel nutzbringender.

Energiewende: Der Bund sollte ein höheres Tempo vorlegen

Auch da geht auf allen Ebenen mehr: Der Bund sollte ein höheres Tempo vorlegen bei den angedachten Reformen für eine bessere Einspeisevergütung für Privatleute, beim Entkrusten der Regeln für Firmen. Auf Landesebene war es natürlich ein Fehler vor allem der Freien Wähler, auf die Solarpflicht bei Neubauten zu verzichten. Das sollte nun, flankiert durch Förderung des Bundes, korrigiert werden.

Gesichtsverlust? Nein, sondern eine dramatisch neue Lage in Folge des eskalierten Ukraine-Konflikts. In jedem Fall muss die Politik insgesamt raus aus dem Modus von Geht-nicht, Kann-nicht, Will-nicht und Bringt-nichts. Das gilt auch für längere AKW-Laufzeiten. Fast ein Fünftel des Erdgases wird verstromt, diese Lücke könnte natürlich die Kernenergie füllen. (Christian Deutschländer)

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