VonFelix Busjaegerschließen
Putins Armee könnte auch abseits des Ukraine-Kriegs geschwächt werden. Der Atomkreuzer „Pjotr Weliki“ steht wohl wegen Reparaturkosten vor dem Ende.
Moskau – Rost, Unfälle bei Reparaturen und immer wieder Geldprobleme: Die russische Nordmeerflotte, auch Nordflotte genannt, scheint ihre besten Tage hinter sich zu haben. Während der Stolz von Putins Marine einst vom hohen Norden aus operierte, liegen inzwischen zahlreiche Schiffe mit Wartungsstaus an den Kaimauern. Während der Kreml-Chef in der Ukraine Krieg führt, sorgt nun eine Nachricht von dem Flaggschiff der Flotte für Aufsehen. Denn der Atomkreuzer „Pjotr Weliki“ könnte ausrangiert und damit Wladimir Putins Militär erheblich geschwächt werden. Besonders brisant: Die Informationen verbreitete dieses Mal nicht die Ukraine – sondern Tass, eine staatliche Nachrichtenagentur Russlands.
Russland verliert wohl Atomkreuzer „Pjotr Weliki“: Putins Flaggschiff muss repariert werden
14 Monate Ukraine-Krieg, Sanktionen des Westens und Probleme bei der Versorgung von Putins Armee scheinen in der russischen Kriegskasse deutlich größere Löcher zu hinterlassen, als die Kreml-Propaganda weismachen will. Denn wegen hoher Modernisierungskosten soll angeblich Putins Atomkreuzer „Pjotr Weliki“ aus der Flotte abgezogen werden. „Peter der Große“, wie das Schiff ins Deutsche übersetzt heißt, sollte laut Insider-Angaben eigentlich ab 2024 repariert und modernisiert werden. Offenbar könnte die Marineführung von diesem Plan nun abgerückt sein.
Wie Tass aus unbestätigten Quellen erfahren haben will, würde die Frage rund um Putins Atomkreuzer derzeit noch erörtert werden. „Es scheint, dass die Erfahrung mit der Reparatur und Modernisierung des ‚Admiral Nachimow‘ desselben Typs gezeigt hat, dass dies sehr kostspielig ist“, heißt es in einer Meldung der Agentur. Die besagte „Admiral Nachimow“ befindet sich derzeit in den Reparaturdocks und soll der Flotte im kommenden Jahr wieder übergeben werden. Derweil wird über die Zukunft von Alexander Lukaschenko diskutiert, für den im Ukraine-Krieg viel auf dem Spiel stehen könnte.
Abseits des Ukraine-Kriegs: Putins Marine kämpft mit Wartungsstaus – angeblich
Inwieweit sich die Meldungen um Putins Atomkreuzer „Pjotr Weliki“ der Kirow-Klasse nun bestätigen werden, ist noch ungewiss. Die staatliche Nachrichtenagentur Ria Novosti lieferte direkt eine Gegenmeldung, in der ein unbekannter Insider die mögliche Ausmusterung des Flaggschiffs der Nordflotte Russlands zurückweist. Der Nachricht zufolge würde „Peter der Große“ weiter im Dienst von Putins Truppen bleiben – und sogar aufgerüstet werden.
Pjotr Weliki der Kirow-Klasse: Das ist Putins Flaggschiff bei der Nordmeerflotte
„Peter der Große“ gehört einem Schiffstyp an, der von Russland, beziehungsweise der Sowjetunion, seit 1980 produziert wird. Insgesamt hat das Flaggschiff der Nordmeerflotte eine Länge von ungefähr 252 und kann bis zu 655 Besatzungsmitglieder aufnehmen. Die anfänglichen Ziele dieser Schiffsgruppe waren im Kalten Krieg amerikanische U-Boot. Inzwischen wird die „Pjotr Weliki“ hauptsächlich dafür eingesetzt, Bodenziele und Luftziele angreifen zu können. Hierfür stehen eine Reihe von Lenkwaffen zur Verfügung. Hinzukommen spezielle Anti-U-Boot-Waffen sowie drei Helikopter. Gebaut wurde die „Pjotr Weliki“ ab 1986 bei St. Petersburg. Quelle: naval-technology
Russlands Marine vor dem Ausfall: Auch Wartungsstau bei Putins Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“
Im Verlauf des Ukraine-Kriegs kommt es immer wieder zu Meldungen, die die russischen Kriegsschiffe betreffen und ihren desolaten Zustand beschreiben. Erst Anfang 2023 stand Russlands einziger Flugzeugträger, die „Admiral Kusnezow“, in den Schlagzeilen. Das Schiff befindet sich ebenfalls seit längerer Zeit in Reparaturdocks und soll sich nach mehreren Zwischenfällen in einem kritischen Zustand befinden und nicht seetüchtig sein.
Putins Flaggschiff der Kirow-Klasse vor dem Aus: Bereits vor dem Ukraine-Krieg zahlreiche Probleme
Die „Pjotr Weliki“ gilt seit Jahren als Problemschiff und wurde bereits in den Jahren 2015 und 2016 mehreren Reparaturen unterzogen. Immer wieder kam es zu Verzögerungen und Zwischenfällen. 2010 beschrieb der damalige russische Marinekommandeur Wladimir Kurojedow das Flaggschiff der Nordmeerflotte mit dramatischen Worten: „Pjotr Weliki“ habe sich damals in einem solchen Zustand befunden, „dass er uns in jedem beliebigen Moment um die Ohren fliegen kann“. Die damalige Aussage bezog sich auf die Atomreaktoren, die das Schiff antreiben.
