Streit um Sondervermögen

Rückzug bei Bundeswehr: Lambrecht streicht Waffen-Wunschliste zusammen

  • schließen

Das Sondervermögen sorgt für Zoff: Nach Kritik der Rechnungsprüfer kann die Bundeswehr weniger Waffen beschaffen als geplant. Lambrecht setzt Rotstift an.

Berlin – Mehr Wünsche als Geld: Nach heftiger Kritik vom Bundesrechnungshof hat die Bundeswehr eine Kehrtwende vollzogen. Laut einem Medienbericht ließ Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) die Beschaffungsliste überarbeiten und setzte bei einigen Rüstungsprojekten den Rotstift an. Das berichtet der Spiegel übereinstimmend mit der Welt am Sonntag. Demnach werden sechs Vorhaben auf den Prüfstand gestellt. Betroffen sind vor allem das Heer und die Marine.

Bundeswehr: Nach Zoff um Sondervermögen streicht Verteidigungsministerin Lambrecht die Liste zusammen

Angesichts des Ukraine-Krieges will die Bundesregierung die Bundeswehr neu aufstellen und modernisieren. Nach jahrelangen Etat-Kürzungen machte die Ampel-Koalition ein 100 Milliarden Euro schweres Sondervermögen locker. Doch offenbar überstieg die erste Liste der Bundeswehr mit Wunschprojekten den Kostenrahmen. So kritisierte der Bundesrechnungshof, dass die Rüstungsprojekte mehr als 110 Milliarden Euro verschlingen. Offenbar hatte das Ministerium die möglichen Preissteigerungen zu gering einkalkuliert.

Hat mehr Wünsche als das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen hergibt: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD).

Einen Tag nach einem erfolgreichen Test mit einer neuen Laserwaffe zum Abschuss von feindlichen Drohnen wurde deshalb nachgebessert. So sollen sechs Projekte auf eine Warteliste gestellt werden. Demnach wird unter anderem die Beschaffung eines Nachfolgemodells für den Transportpanzer „Fuchs“ des Heeres zunächst zurückgestellt. Die Marine muss auf eine fünfte und sechste Fregatte 126 verzichten. Auch die Anzahl der Korvetten 130 wird dem Bericht zufolge von zehn auf sechs reduziert. Die Anschaffung der Seefernaufklärungsflugzeuge Boeing P-8 Poseidon wird außerdem von von zwölf auf acht heruntergeschraubt.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

Kommentare