Waffenindustrie

Rüstungsriese Rheinmetall: Geschäft auf Hochbetrieb im Ukraine-Krieg

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Einer der größten europäischen Hersteller von Munition kommt aus Düsseldorf. Das Geschäft des Rüstungskonzerns läuft gut im Ukraine-Krieg.

Düsseldorf – Panzer, Drohnen und Munition liefert die Bundesregierung an die Ukraine, um sie im russischen Angriffskrieg zu unterstützen. Auch der größte deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Ukraine-Krieg bereits einige Aufträge erhalten. Das Geschäft des Unternehmens mit Sitz in Düsseldorf läuft derzeit auf Hochbetrieb.

Rheinmetall: Verdopplung des Konzernumsatzes innerhalb von vier Jahren angestrebt

Denn mit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 stieg die ohnehin schon hohe Nachfrage nach Waffen stark an. Dies machte sich auch in den Zahlen von Rheinmetall bemerkbar: Von den Geschossen für den Kampfpanzer Leopard 2 beispielsweise stellte das Unternehmen in den vergangenen Jahren rund 60.000 pro Jahr her. Die Produktionskapazität für diese Geschosse ist mit 240.000 nun viermal so hoch.

Bis 2025 peilt der Rüstungskonzern einen Umsatz von zehn bis elf Milliarden Euro an. Das wäre fast eine Verdopplung innerhalb von vier Jahren: 2021 lag der Umsatz noch bei etwa 5,7 Milliarden Euro. Im März diesen Jahres wurde der 1889 gegründete Rüstungskonzern in den DAX aufgenommen.

Im niedersächsischen Unterlüß ist das größte Werk von Rheinmetall. Dort werden Panzer, Munition und Artillerie hergestellt.

Rheinmetall: Ausbau der Produktion in Deutschland – und in der Ukraine

Und das Unternehmen baut seine Kapazitäten weiter aus. Eine neue Pulverfabrik beispielsweise soll in Sachsen errichtet werden. In Unterlüß, einer kleinen Ortschaft in Niedersachsen, ließ Rheinmetall eine neue Anlage für Gepard-Munition bauen. Die Munition für die Gepard-Panzer stellte Rheinmetall bislang ausschließlich in der Schweiz her.

Die Gesetze der Schweiz untersagen jedoch Waffenlieferungen in Länder, die an Kriegshandlungen beteiligt sind.. Erst vor einer Woche lehnte das Parlament in Bern einen Vorschlag für die Weitergabe von in der Schweiz hergestellten Waffen durch Drittstaaten ab. Um dieses Problem zu umgehen, soll nun mehr Produktion in Deutschland aufgebaut werden.

Eine Partnerschaft mit dem staatlichen ukrainischen Verteidigungsunternehmen Ukroboronprom kündigte Rheinmetall Mitte Mai an: „Wir werden unser Bestes tun, um diese Zusammenarbeit so schnell wie möglich für die Verteidigungskräfte der Ukraine nutzbar zu machen“, wird Ukroboronprom-Generaldirektor Yuriy Husyev in einer Pressemitteilung von Rheinmetall zitiert. Mit Ukroboronprom bereitet der Düsseldorfer Konzern die Instandsetzung von Militärfahrzeugen in der Ukraine vor. Bald sollen auch neue Panzer direkt vor Ort hergestellt werden.

Kritik am Rüstungsriesen Rheinmetall

Doch es gibt auch Kritik am deutschen Rüstungskonzern. Die „Deutsche Friedensgesellschaft“ beispielsweise forderten im Mai unter dem Motto „Rheinmetall entrüsten“ die Umstellung des Konzerns auf zivile Produkte. Besonders aber riefen sie Rheinmetall zur Einstellung von Waffenlieferungen in Krisen- und Kriegsgebiete auf.

Derweil gibt es Kritik am Rüstungsriesen Rheinmetall - aufgrund von Geschäften mit Russland. (mit Material von AFP und dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sepp Spiegl

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