Vertiefung der Partnerschaft

Russlands Atomwaffen schon auf dem Weg nach Belarus? Lukaschenko verrät Details

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Alexander Lukaschenko, Weißrusslands Staatspräsident, im Palast der Unabhängigkeit.
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Russland und Belarus haben sich darauf geeinigt, in der ehemaligen Sowjetrepublik Atomwaffen zu stationieren. Alexander Lukaschenko äußert sich.

Update vom Donnerstag, 25. Mai, 21.41 Uhr: Russland hat nach Angaben des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko mit der vor Monaten angekündigten Verlegung von Atomwaffen nach Belarus begonnen. „Die Verlegung atomarer Kampfstoffe (...) hat schon begonnen“, sagte Lukaschenko.

Der russische Präsident Wladimir Putin habe ihn am Mittwoch über die Unterzeichnung eines entsprechenden Dekrets informiert. Die belarussische Oppositionschefin Swetlana Tichanowskaja schrieb von einer „neuen Bedrohung“ für die Ukraine und ganz Europa. Lukaschenko, der sich am Donnerstag zu einem Regionalgipfel in Moskau aufhielt, sagte nicht, ob sich die Waffen bereits in seinem Land befinden. „Vielleicht, ich kehre zurück, dann werde ich es sehen“, sagte er. Aus Russland gab es zu dem Thema zunächst keinen offiziellen Kommentar.

Russland und Belarus unterschreiben Atomwaffen-Deal

Erstmeldung vom Donnerstag, 25. Mai: Minsk - Ende März hatte es Russlands Präsident Wladimir Putin bereits angekündigt: Moskau und Minsk würden einen Vertrag unterzeichnen, wonach Russland in Belarus Atomwaffen stationieren dürfe. Nun trafen sich Vertreter beider Ländern in Minsk und setzten Tinte unter die Vereinbarung - unter dauerhafter Beibehaltung der russischen Kontrolle werden künftig atomare Sprengkörper in der Ex-Sowjetrepublik gelagert.

Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge sagte Sergej Schoigu, Russlands Verteidigungsminister, am Donnerstag in Minsk bei der Vertragsunterzeichnung: „Russland übergibt Belarus die Atomwaffen nicht: Die Kontrolle darüber und die Entscheidung über einen Einsatz verbleiben bei der russischen Seite.“ Im Vertrag wird auch die Handhabung der Stationierung geregelt.

Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu und sein Amtskollege aus Belarus, Viktor Chrenin, bei der Unterzeichnung des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS).

Russland und Belarus unterzeichnen Atomwaffen-Deal

Von belarussischer Seite unterschrieb Verteidigungsminister Viktor Chrenin das Dokument. „Heute übt der „kollektive“ Westen beispiellosen Druck in allen Bereichen der nationalen Sicherheit sowohl auf Belarus als auch auf Russland aus“, sagte Chrenin bei der Unterzeichnung. Minsk sei daher an einer Vertiefung der Partnerschaft mit Russland interessiert. Bereits jetzt ist Belarus der wichtigste Bündnispartner Russlands. Moskau hat den Ukraine-Krieg auch von belarussischem Boden aus begonnen.

Kremlchef Wladimir Putin begründete den Deal mit Belarus mit einer angeblichen Bedrohung aus dem Westen. Einige Wochen nach der Ankündigung im März wurden dann belarussische Soldaten im Umgang mit Iskander-Raketen geschult, die Atomsprengköpfe tragen können. Auch mehrere belarussische Kampfflugzeuge wurden auf die neuen Waffen umgerüstet.

Video: Belarussische Soldaten trainieren mit taktischen Atomwaffen

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko erklärte später dann, dass Minsk im Notfall auch strategische Atomwaffen von Moskau bekommen könne - und selbst über einen Einsatz entscheiden könne. Dies wird von Russland allerdings dementiert. (fmü/dpa)

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