„Ich verurteile das aufs Schärfste“

Rumänien alarmiert: Russland bombardiert angeblich Getreidedepot an Nato-Grenze

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Russische Raketen sollen an der Donau-Grenze zwischen der Ukraine und Rumänien eingeschlagen sein. Der rumänische Präsident äußert seinen Unmut bei Twitter.

Bukarest/Reni – Russland hat im Ukraine-Krieg angeblich ein Donau-Getreide-Depot direkt an der Grenze zu Rumänien bombardiert. Das erklärte der rumänische Präsident Klaus Johannis bei Twitter.

Ukraine-Krieg: Russland bombardiert offenbar Getreide-Depot an rumänischer Grenze

Demnach wurde der Donau-Hafen Reni angegriffen, der direkt am Fluss, an der ukrainisch-rumänischen Grenze sowie gegenüber der rumänischen Großstadt Galati (rund 220.000 Einwohner) liegt.

Die Ukraine versucht seit Monaten verstärkt, Getreide über die Donau zu transportieren, weil Kreml-Machthaber Wladimir Putin immer wieder das Schwarze Meer für ukrainische Getreide-Exporte blockieren lässt. Zuletzt hatte der russische Präsident sogar der internationalen zivilen Schifffahrt gedroht.

Offenbar in Brand geschossen: Ein ukrainisches Getreidedepot steht am Donau-Hafen Reni an der rumänischen Grenze in Flammen.

Jetzt folgte öffentlicher Protest aus Bukarest. Nach dem Vorfall in Reni schrieb Johannis in einem Posting: „Ich verurteile auf Schärfste die jüngsten russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine an der Donau, ganz in der Nähe von Rumänien. Diese jüngste Eskalation birgt ernsthafte Risiken für die Sicherheit im Schwarzen Meer. Es wirkt sich auch auf den weiteren Getreidetransit in der Ukraine und damit auf die globale Ernährungssicherheit aus.“

Ukraine-Krieg: Rumänien und Moldawien protestierten gegen russische Bombardements

Laut eines Berichts der Ukrainska Pravda verurteilte auch das Außenministerium der Republik Moldau besagtes Bombardement. Die moldawische Grenze ist nur etwa fünf Kilometer von Reni entfernt. Zuvor habe das ukrainische Einsatzkommando Süd berichtet, dass russische Streitkräfte in der Nacht des 24. Juli einen weiteren Angriff auf die Region Odessa gestartet hätten. Nach Angaben ukrainischer Militärs hat Russland dabei die Hafeninfrastruktur an der Donau ins Visier genommen.

Bei dem Angriff soll ein Lagerhaus mit Getreide beschädigt worden sein. In einer der Produktionsanlagen brach dem Bericht zufolge ein Feuer aus. Laut der Militärverwaltung des Gebiets Odessa wurden sechs Hafenarbeiter bei dem Bombardement verletzt. Vier von ihnen seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, einer sei schwerverletzt, hieß es weiter.

Ukraine-Krieg: Wiederholt Bombardements an der Nato-Grenze

Bombardements an der Nato-Grenze sind auch politisch hochsensibel. Würde zum Beispiel eine russische Rakete auf rumänischem Boden einschlagen, könnte dies als Angriff gewertet werden und den Bündnisfall des transatlantischen Verteidigungsbündnisses nach sich ziehen. Im November hatte ein Raketeneinschlag auf einem polnischen Bauernhof für großes Aufsehen gesorgt. Bis heute ist nicht genau geklärt, woher die Rakete kam.

Der Nato-Luftwaffenstützpunkt Konstanza (Constanta) liegt indes nur 180 Kilometer von der ukrainischen Grenze bei Reni entfernt. Auf dem benachbarten Luftwaffenstützpunkt Borcea sind bei Kontanza amerikanische Kampfjets vom Typ F-16 und vom Typ F / A-18 Super Hornet stationiert, ebenso befindet sich dort die 53. Jagdstaffel der rumänischen Luftstreitkräfte, samt allen verfügbaren 14 F-16-Kampfjets des Landes. (pm)

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