Gipfeltreffen

Ex-NATO-Chef: Nato-Staaten könnten Truppen in die Ukraine schicken – Russland reagiert

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Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen (Archivbild).
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Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Rasmussen hat Nato-Soldaten auf ukrainischem Territorium ins Spiel gebracht. Russland reagiert sofort.

Brüssel - Einige Nato-Staaten könnten künftig Truppen in der Ukraine stationieren, wenn unter anderem die USA Kiew keine konkreten Sicherheitsgarantien geben. Das sagte der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Rasmussen vor dem Gipfeltreffen des Bündnisses in Vilnius, wie die britische Zeitung The Guardian berichtete.

Rasmussen berät den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor allem auch zu Fragen einer künftigen innereuropäischen Sicherheitsarchitektur. Der derzeitige Nato-Chef Jens Stoltenberg sagte derweil unlängst, die Sicherheitsgarantien für die Ukraine stünden zwar in Vilnius auf der Agenda, doch lediglich Vollmitglieder erhielten vollumfängliche Sicherheiten. In der Ukraine kam das nicht gut an.

Ex-Nato-Chef Rasmussen: Nato-Staaten könnten Soldaten in der Ukraine stationieren

Rasmussen sagte daraufhin: „Wenn sich die Nato nicht auf einen klaren Weg für die Ukraine einigen kann, besteht die Möglichkeit, dass einige Länder einzeln Maßnahmen ergreifen.“ Darunter fiele Polen, das „sehr engagiert ist, der Ukraine konkrete Hilfe zu leisten“, aber auch die baltischen Staaten - „vielleicht einschließlich der Möglichkeit von Truppen vor Ort“, sagte Rasmussen weiter. Auch in Frankreich entstünde eine „Dynamik hinter dieser Idee“.

Rasmussen warnte aber auch davor, dass reine Sicherheitsgarantien nicht davon ablenken dürften, dass die Ukraine der Nato beitreten möchte. Einige Nato-Mitgliedsländer könnten solche Garantien nutzen, um eine echte Beitrittsdiskussion im Keim zu ersticken.

Nato-Soldaten in der Ukraine? Reaktion aus Russland eindeutig

Die Reaktionen aus Russland fielen unwirsch aus. Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew schrieb am Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal: „Rasmussen war früher kein besonders kluger Mann. Und jetzt ist er dem doktrinären Wahn verfallen.“ Nun habe der gesagt, dass die Nato Truppen in die Ukraine schicken könne - „auf eigene Faust“.

Video: Die großen Fragen: Frieden in der Ukraine, die Zukunft der NATO

Medwedew schreibt weiter: „Wurde die Bevölkerung gefragt? Wer von ihnen will Krieg mit Russland?“ Er droht: „Sie wollen Hyperschallangriffe auf Europa, richtig?“ Auch die USA würde es „betreffen“, schreibt einer der engsten Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin weiter. Sein Statement schließt er mit den Worten: „Das ist es, was es bedeutet, zur falschen Zeit ein freiberuflicher Berater für alle Arten von gierigem Abschaum wie Poroschenko (ehemaliger ukrainischer Präsident, Anm. d. Red.) und andere korrupte Nazis zu werden.“ (fmü)

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