Ukraine-Krieg

Russland kalkuliert im Ukraine-Krieg mit immer höheren Verlusten

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Russland soll laut neuer Berichte junge Soldaten in den sicheren Tod schicken. Um Soledar tobt derweil eine blutige Schlacht. Der Newsticker.

Hinweis der Redaktion: Dieser Newsticker ist beendet. Die aktuelle Entwicklung zu den Verlusten der russischen Armee können Sie in unserem neuen Ticker verfolgen.

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+++ 20.59 Uhr: Wie die unabhängige russische Nachrichtenagentur Sota berichtet, haben etwa 400 russische Soldaten per Audionachricht um Hilfe gebeten, da sie fürchten, von den Befehlshabern des russischen Militärs in den sicheren Tod geschickt zu werden: „Sie wollen uns morgen mit Maschinengewehren gegen Panzer, Drohnen und Mörser auf Minenfeldern in einen Krisenherd schicken. Wir sind nur Kanonenfutter“, heißt es. Demnach setzt Russland offenbar Menschleben als kriegstaktisches Instrument an, um Boden zu gewinnen.

Konkret geht es wohl um die Frontlinie bei Svatove, wo Russland in den letzten Tagen Gebietsverluste hinnehmen musste. Zuvor berichtete die Nachrichtenagentur Agentstvo, dass verwundeten Soldaten wieder in den Kampf geschickt werden: „Soldaten mit Granatsplittern in den Gliedmaßen und Kugeln in der Lunge werden an die Front zurückgeschickt.“ Russland möchte dieses Vorgehen vertuschen, indem die als Kanonenfutter eingesetzten Soldaten offiziell als vermisst gemeldet sind, wie die Soldaten in der Audionachricht mitteilten.

Der Ausschnitt aus einem Video der ukrainischen Streitkräfte soll den Beschuss russischer Einheiten in Soledar dokumentieren.

Russland muss Verluste im Ukraine-Krieg ausgleichen: Besatzer mobilisieren lokale Bevölkerung

+++ 19.05 Uhr: Im Laufe des Tages nahmen die ukrainischen Streitkräfte drei russische Kommandoposten, drei Munitionslager und ein russisches S-300-Luftabwehrsystem erfolgreich unter Beschuss. Das teilt der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mit. Zudem wurden ein russisches Su-25-Angriffsflugzeug und eine Orlan-10-Drohne abgeschossen. Offensivaktionen der russischen Angreifer an der Awdijiwka-Front seien erfolglos gewesen.

Um ihre Verluste an militärischem Personal auszugleichen, sollen die Besatzer laut ukrainischem Generalstab außerdem die männliche Bevölkerung in der besetzten Oblast Luhansk mobilisieren.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg – In Soledar „fluten“ Verwundete die Krankenhäuser

+++ 18.41 Uhr: Die Schlacht um Soledar fordert offenbar auf beiden Seiten hohe Verluste. Nachdem die Ukraine gemeldet hatte, dass mehr als hundert russische Soldaten bei einem Angriff getötet worden seien, zieht nun Russland nach. Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS seien die Krankenhäuser in den angrenzenden ukrainischen Bezirken Saporischschja und Dnipropetrowsk „vollgepackt mit Verwundeten, hauptsächlich aus Soledar.“ Die staatlich kontrollierte Agentur bezog sich dabei auf einen Kommandeur Russlands. Die Ukraine würde als Reaktion darauf „ihre stärksten Einheiten“ in die hart umkämpfte Stadt schicken.

+++ 16.55 Uhr: Die russischen Verluste im Ukraine-Krieg sind nach wie vor gravierend. Die unabhängig nicht überprüfbaren Zahlen, die der ukrainische Generalstab jeden Morgen meldet, sind jedenfalls verheerend (s. Update v. 08.45 Uhr). Zu den dort gemeldeten 285 Flugzeugen ist nun offenbar noch ein weiteres hinzugekommen. Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben heute Morgen ein russisches Kampfflugzeug vom Typ Suchoi Su 25 abgeschossen.

Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks

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Der Krieg begann Ende Februar mit Angriffen Russlands auf zahlreiche Städte der Ukraine. Die Truppen aus Moskau nahmen frühzeitig auch Kiew, die Haupstadt des Landes, unter Raketenbeschuss. Eine der russischen Raketen wurde als Teil einer Ausstellung vor dem Nationalmuseum für Militärgeschichte platziert. Kurator Pavlo Netesov wollte nach eigener Aussage mit der Ausstellung der zerstörten Ausrüstung die Bewohnerinnen und Bewohner Kiews an die Straßenkämpfe erinnern, die in anderen Städte der Ukraine tobten, von denen die Hauptstadt aber verschont blieb. © Sergei Supinsky/afp
Wolodymyr Selenskyi in Donezk
Eine dieser Städte war Donezk. Im Mai 2022 besuchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die einstige Millionenmetropole und hörte sich dort den Bericht von Frontsoldaten an. In Donezk tobt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits seit 2014. Seitdem herrscht dort ein von Moskau installiertes Regime, das sich selbst Volksrepublik Donezk nennt. Nach einigen vorübergehenden Waffenstillstandsabkommen ist die Stadt im Südosten nun wieder Ort erbitterterte Kämpfe. © Uncredited/dpa
Menschen suchen Deckung in Lyssytschansk
Es ist vor allem die Zivilbevölkerung, wie diese beiden Kinder und Seniorinnen in Lyssytschansk, die unter dem Ukraine-Krieg leiden. Die Großstadt liegt mitten im Donbass, die seit Kriegsausbruch am schwersten umkämpfte Region in der Ukraine. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht fliehen oder konnten, müssen nun regelmäßig Schutz vor Artilleriebeschuss suchen. © Aris Messinis/afp
Tschassiw Jar, Kleinstadt der Ukraine in der Nähe Lyssytschansk
Unweit von Lyssytschansk liegt die Kleinstadt Tschassiw Jar. Dort räumen Arbeiter die Trümmer eines Hauses von der Straße, das von einer russischen „Hurrikan“-Rakete getroffen wurde. Im Juli 2022 feierte Russland vor allem in der Donbass-Region militärische Erfolge. Zahlreiche Städte und Gemeinden wurden erobert. Die Truppen Wladimir Putins schienen die Ukraine im Sturm zu erobern. © Anatolii Stepanov/afp
brennendes Weizenfeld in der Region Saporischschja
Dieser Mann in Militäruniform ist in einem brennenden Weizenfeld in der Region Saporischschja, während russische Truppen Felder beschießen, um die örtlichen Landwirte an der Getreideernte zu hindern. Die Ukraine auszuhungern und die Ernte zu stehlen, war von Anfang an Teil der russischen Strategie © Uncredited/dpa
Das sechsmonatige Jubiläum im August war ein trauriger Abschnitt im russischen Angriffs-Krieg
Das sechsmonatige Jubiläum des UKraine-Kriegs im August war ein trauriger Abschnitt der russischen Invasion. Doch die ukrainischen Streitkräfte leisteten mit Herz und allen Mitteln weiter Widerstand und feierten ihre Nation, wie hier mit Drohne und ukrainischer Flagge über dem „Monument des Mutterlands“ in Kiew. © Dimitar Dilkoff/afp
Hier wurde im September in der Stadt Kupiansk in der Kharkiv Region eine Brücke bombadiert
Im September begannen die Truppen Wladimir Putins, die Infrastruktur der ukrainischen Städte unter Beschuss zu nehmen. In der Stadt Kupiansk in der Region Kharkiw bombardierte Moskau eine Brücke. An vielen anderen Städten versuchten die russischen Streitkräfte, die Energieversorgung zu stören. © Yasuyoshi Chiba/afp
Statt eines kurzen Angriffskriegs, den der russische Präsident Wladimir Putin geplant hatte, dauert der Krieg immer noch an.
Weil die Erfolge in der Ukraine ausblieben, benötigten die russischen Truppen immer mehr Rekruten für die Front. Präsident Wladimir Putin verkündete deshalb eine Teilmobilisierung im eigenen Land. Tausende junger Männer mussten sich wie dieser Mann in der Stadt Kineschma von ihren Müttern verabschieden und in den Ukraine-Krieg ziehen. © Vladimir Smirnov/imago
Hier sieht man Putin bei einer Ansprache auf einem großen Screen auf dem Roten Platz anlässlich der Annexion von vier Regionen der Ukraine, die von russischen Truppen im September besetzt waren
Im Osten der Ukraine schuf Wladimir Putin Ende September Tatsachen. Vier Regionen des Landes, die zuvor ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, wurden annektiert. Anlässlich der Gebietsgewinne richtete sich Putin in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung Russlands. Zumindest auf dem Roten Platz in Moskau wurde Putins Rede frenetisch bejubelt. © Alexander Nemenov/afp
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf. Sie ist die einzige Landverbindung zwischen Russland und der annektierten Krim-Halbinsel. Russland versprach, die Täter zu finden, ohne die Ukraine sofort zu beschuldigen. © Uncredited/afp
Ukrainische Artilleristen feuern eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk Ende Oktober während des russischen Einmarsches in die Ukraine
Ebenfalls im Oktober gelingt es der Ukraine, an vielen Frontabschnitten vorzurücken. Das gelingt den Streitkräften vor allem dank der Unterstützung aus dem Westen, die immer mehr schweres Gerät in den Konflikt liefert. Hier feuern ukrainische Artilleristen eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk ab. © Dimitar Dilkoff/afp
Ein Einwohner von Cherson hebt seinen Daumen zur Unterstützung der Ukraine auf dem Hauptplatz der Stadt nach der Befreiung von den russischen Besatzern
Mitte November gelingt den ukrainischen Truppen ein großer Erfolg. Sie können die Hafenstadt Cherson im Südosten des Landes zurückerobern. Die Millionenmetropole besitzt neben hohem strategischem auch symbolischen Wert im Kampf gegen Russland. Ein Bewohner feiert die Befreieung mit erhobenem Daumen im Zentrum der Stadt. © Celestino Arce Lavin/dpa
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden. Russland attackierte die Ukraine mit einem massiven Angriff auf die zivile Infrastruktur, wodurch Millionen von Haushalten ohne Strom blieben. Unmittelbar nach dem Vorfall gab es Befürchtungen, dass es sich um eine neue Eskalation des Konflikts handeln könnte, doch am 16. November 2022 gab Polen bekannt, dass das Geschoss wahrscheinlich von der ukrainischen Luftabwehr stammte. Diese Theorie wurde dann auch von Washington bestätigt. © Wojtek Radwanski/Damien Simonart/afp
ein Werk des britischen Straßenkünstlers Banksy auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion
Auch Banksy besuchte die Ukraine inmitten des Krieges. Ein am 17. November 2022 aufgenommenes Foto zeigt ein Werk des britischen Straßenkünstlers auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Ukraine sich auf einen Winter des Krieges einstellen wird müssen. © Sergei Supinsky/afp
Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten
Weitere harte Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur. Sogar Kernkraftwerke werden zum Ziel russischer Raketen. Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten, der durch Beschuss im Zuge der russischen Militäroperation in der Ukraine in Enerhodar beschädigt wurde. © Alexey Kudenko/imago
Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022
Kleine Momente des Glücks im Wahnsinn des Krieges: Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022, als die Stadt nach den jüngsten massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur von einem geplanten Stromausfall betroffen ist. © Yuriy Dyachyshyn/afp
Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine
Für einen Augenblick darf dieses Mädchen einfach Kind sein. Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine © Dimitar Dilkoff/afp
Ukraine-Krieg - Jahrestag Kriegsbeginn- Kiew
Ukrainische Soldaten erinnern am 24. Februar 2023 an der Sophienkathedrale in Kiew an den Beginn des Ukraine-Kriegs ein Jahr zuvor. © Kay Nietfeld/dpa
Ukraine-Krieg - Orthodoxe Ostern in Saporischschja
Die kirchlichen Rituale werden in der Ukraine auch im April 2023 befolgt: Orthodoxe christliche Priester und Gläubige bei der Segnung der traditionellen Osterkörbe am Ostersonntag in der St. Nikolaus-Kirche in Saporischschja. © Andriy Andriyenko/dpa
Ukraine-Krieg - Ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes
Ukrainische Soldaten gestikulieren im September 2023 auf ihrem Bradley Fighting Vehicle (BFV) in der Frontstadt Orichiw. Aus ihrem amerikanischen Schützenpanzer berichten sie von schweren Gefechten. Seit Kriegsbeginn stand Orichiw unter ständigem Beschuss der russischen Armee. © Oliver Weiken/dpa
Ukraine-Krieg - Kupjansk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) wird am 30. November 2023 während eines Besuchs in einem Gefechtsstand an der Front in Kupjansk über die Kriegssituation informiert. © dpa
Lwiw
Auch im Dezember 2023 feiern die Menschen in der Ukraine Weihnachten. In Lwiw besuchen sie den Gottesdienst an Heiligabend und bereiten sich darauf vor, den ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember zu feiern.  © Yuriy Dyachyshyn/AFP
Ukraine-Krieg - Charkiw
Ein großer Haufen Trümmer mit Resten von russischen Raketen liegt in der Stadt Charkiw. In den frühen Morgenstunden des 15. Februar 2024 schlug eine russische Rakete in einem Wohngebiet von Chugugyv ein und tötete eine 67-jährige Frau. © Ximena Borrazas/dpa
Charkiw
Trotz Gesprächen über eine Waffenruhe dauert der Ukraine-Blick auch im Jahr 2025 weiter an. Charkiw steht mehrmals schwer unter russischem Beschuss. Das Kunstwerk „Kreuz des Friedens“ mit einem Kruzifix aus 20.000 Fragmenten russischer Artilleriegeschosse wurde vom amerikanisch-ukrainischen Künstler Sergey Melnikoff (besser bekannt als MFF) und dem ukrainischen Künstler Viktor Belchik geschaffen. © Sergey Bobok/AFP
Ukraine-Krieg - Sumy
Bei einem schweren russischen Luftschlag mit ballistischen Raketen gegen die Stadt Sumy kommen am Palmsonntag 2025 mehr als 30 Menschen ums Leben. Mehr als 100 Zivilpersonen werden verletzt. Unter den Toten sind auch Kinder. © Evgeniy Maloletka/dpa

Verluste für Russland: Wagner-Gruppe in Soledar unter schwerem Beschuss

+++ 15.45 Uhr: In der heftig umkämpften Stadt Soledar sind vor allem Wagner-Kämpfer auf russischer Seite aktiv. Eine Gruppe von ihnen ist nun offenbar von ukrainischen Grenzschutzbeamten mit Mörserfeuer getötet worden. „Ukrainische Grenzschützer wehren zusammen mit Einheiten der Verteidigungskräfte feindliche Angriffe an der Bachmut-Front ab“, teilte der Grenzschutz in einer Meldung mit. „Eine Mörsereinheit der Grenzwache hat einen hochpräzisen Angriff auf die Besatzer durchgeführt.“

Demnach eröffneten die Grenzsoldaten das Feuer mit Mörsern des Kalibers 82 auf die Wagner-Söldner. Den Angaben zufolge zog sich die Wagner-Gruppe aufgrund hoher Verluste anschließend zurück.

+++ 11.30 Uhr: Die Kämpfe um die ukrainische Stadt Soledar im Gebiet Donezk verlaufen äußerst blutig (s. Update v. 08.10 Uhr). „Mehr als 100 Russen auf einmal sind im Gebiet Soledar in die Hölle geschickt worden“, teilte die ukrainische Militärführung nun in Kiew mit. Die ukrainischen Streitkräfte hätten dank einer koordinierten Arbeit gemeinsam mit der Artillerie und den Raketentruppen mehr als 100 russische Kämpfer getötet und ihre Technik zerstört, hieß es. Die Ukraine hatte zuvor russische Behauptungen zurückgewiesen, Soledar sei bereits eingenommen.

Russische Verluste: Ukrainischer Generalstab nennt aktuelle Zahlen

+++ 08.45 Uhr: In den letzten 24 Stunden hat Russland im Ukraine-Krieg 430 Soldaten verloren. Das geht aus den neusten Zahlen des ukrainischen Generalstabs hervor. Zudem wurden drei weitere Drohnen vernichtet, sowie vier Artilleriesysteme. Die Zahlen im Überblick:

  • Soldaten: 113.990 (+430)
  • Flugzeuge: 285
  • Hubschrauber: 276 (+1)
  • Panzer: 3094
  • Gepanzerte Kampffahrzeuge: 6159
  • Artilleriesysteme: 2082 (+4)
  • Luftabwehrsysteme: 218 (+1)
  • Mehrfachraketenwerfer: 437
  • Autos und andere Fahrzeuge: 4826
  • Schiffe: 17
  • Unbemannte Kampfdrohnen: 1865 (+3) 
  • (Quelle: Bericht des ukrainischen Generalstabs vom 12. Januar)

Schwere Verluste für Russland in Soledar – 100 Soldaten getötet

+++ 08.10 Uhr: Russland erleidet schwere Verluste in Soledar. In der heftig umkämpften Stadt bei Bachmut haben die Streitkräfte der Ukraine mit einem Raketenangriff 100 russische Soldaten getötet. Das teilt das Kommando der ukrainischen Spezialkräfte mit.

Bei dem Angriff mit einer Tochka-U-Rakete soll zudem militärisches Equipment zerstört worden sein. Die Angaben konnten bisher nicht unabhängig geprüft werden.

Ukraine fliegt Angriffe auf russische Truppen – Drohnen und Hubschrauber abgeschossen

Update vom Donnerstag, 12. Januar 2023, 06.45 Uhr: Am Mittwoch (11. Januar) hat die ukrainische Luftwaffe 20 Angriffe auf russische Truppen geflogen. Das teilte der Generalstab der Ukraine in seinem morgendlichen Lagebericht mit. Zudem sollen drei Luftabwehrsysteme vernichtet worden sein.

Laut dem Bericht haben ukrainische Bodentruppen einen Ka-52-Hubschrauber sowie zwei Aufklärungsdrohnen vom Typ „Eagle-10“ abgeschossen. Die Artillerieeinheiten der Ukraine haben am gestrigen Tag insgesamt drei Munitionslager, sieben Camps und einen Kontrollposten unter Beschuss genommen. Genaue Angaben zu den Verlusten wurden bisher nicht gemacht. Die Informationen konnten bisher nicht unabhängig bestätigt werden.

Putin bezeichnet Situation in annektierten Gebieten als „schwierig“

+++ 16.30 Uhr: Rund zehneinhalb Monate nach Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Russlands Präsident Wladimir Putin die Lage in den völkerrechtswidrig annektierten Gebieten der Ukraine als „schwierig“ beschrieben. „In einigen Gebieten dauern Kampfhandlungen an“, fügte Putin bei einem Gespräch mit Regierungsvertretern hinzu. „Aber all das ist kein Grund, um eine Pause zu machen und die dringlichsten Fragen aufzuschieben.“

Verluste im Ukraine-Krieg: Soldaten zerstören russischen Kampfpanzer

+++ 14.00 Uhr: Soldaten der Eliteeinheiten der ukrainischen Nationalen Garde haben nach eigenen Angaben im Raum Awdijiwka einen Kampfpanzer und vier Schützenpanzer der Russen zerstört. Ein entsprechendes Video mit Fragmenten der Angriffe postete die Nationalgarde auf Telegram. „Die heftigsten Kämpfe dauern im Raum Donezk an“, heißt es.

Nach Angaben der Nationalgarde gelingt es den ukrainischen Soldaten, in Zusammenarbeit mit anderen Einheiten der Verteidigungskräfte der Ukraine und mit dem effektiven Einsatz der Luftaufklärung und Drohnen die Stellungen des Feindes anzugreifen und seine gepanzerten Fahrzeuge zu zerstören.

+++ 07.20 Uhr: Die russische Regierung hat für das Jahr 2022 das zweithöchste Haushaltsdefizit seit dem Ende der Sowjetunion gemeldet. Dies gab Russland am Dienstag (10. Januar) bekannt. Wie die New York Times berichtet, liegt die Haushaltslücke bei 3,3 Billionen Rubel. Dies entspreche 2,3 Prozent der russischen Wirtschaft, wie der Kyiv Independet unter Berufung auf die New York Times berichtet.

Selenskyj bürgert prorussische Parlamentsabgeordnete aus

Update vom Mittwoch, 11. Januar 2023, 05.45 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vier prorussische Parlamentsabgeordnete ausgebürgert. „Wenn Volksvertreter beschließen, nicht dem ukrainischen Volk zu dienen, sondern den Mördern, die in die Ukraine gekommen sind, dann werden unsere Schritte angemessen sein“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Die Ausbürgerung sei gemäß der Verfassung auf Basis von Informationen des Geheimdienstes SBU und des Migrationsdienstes getroffen worden, sagte Selenskyj. „Unsere Dienste funktionieren“, fügte der Präsident hinzu.

Der ukrainische Pass wurde dabei dem Abgeordneten Viktor Medwetschuk entzogen, der im September im Rahmen eines Gefangenenaustausches nach Russland gelangte. Die anderen drei Betroffenen werden ebenfalls im Nachbarstaat vermutet. Alle vier vertraten die nach dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 verbotene Partei „Oppositionsplattform - Für das Leben“. Bei allen vier Parlamentsabgeordneten wird eine vorhandene russische Staatsbürgerschaft vermutet.

Russische Verluste: Ukraine fliegt Angriffe auf russische Stellungen

+++ 21.10 Uhr: Im Laufe des Tages nahmen die ukrainischen Truppen zwei russische Gefechtsstände, zwei Stellungen von Raketentruppen und Artillerieeinheiten, sowie fünf militärische Lager mit Personal und Ausrüstung erfolgreich unter Beschuss. Das berichtet der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte am Abend.

Die Flugzeuge der ukrainischen Verteidigungskräfte flogen zudem 14 Angriffe auf russische Personal-, Waffen- und Ausrüstungslager sowie vier Angriffe auf Stellungen von Flugabwehr-Systemen. Im Gebiet Mykolayiw haben Verteidiger des Luftkommandos „Süd“ darüber hinaus eine unbemannte russische Drohne vom Typ Orlan-10 abgeschossen, wie der Pressedienst des Militärs meldet.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Artilleriebeschuss geht um 75 Prozent zurück

+++ 18.30 Uhr: Nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN und ukrainischer Behörden ist der russische Artilleriebeschuss drastisch zurückgegangen. In einigen Gebieten soll ein Rückgang von bis zu 75 Prozent im Vergleich zu den Höchstwerten des Krieges verzeichnet worden sein. Weder amerikanische noch ukrainische Beamte hätten dafür bisher eine eindeutige Erklärung. 

Verluste im Ukraine-Krieg: Russland will Liste getöteter Soldaten nicht veröffentlichen

Update vom Dienstag, 10. Januar, 07.03 Uhr: Am Neujahrstag griff die Ukraine einen russischen Militärstützpunkt in der besetzten Stadt Makijiwka im Gebiet Donezk an. Dabei waren ungefähr 400 Soldaten getötet und mindestens 300 verletzt worden, wie die Abteilung für strategische Kommunikation des ukrainischen Militärs auf Telegram schrieb.

Russland erleidet weiter Verluste im Ukraine-Krieg: Waffenreserven dezimiert

+++ 21.30 Uhr: Der Ukraine-Krieg zerrt an den russischen Waffenreserven. Die Zahl der russischen Kampfflugzeuge sei zurückgegangen, berichtete Ukrajinska Prawda unter Berufung auf Satellitenbilder von Planet Labs von Samstag (07. Januar). Die Bilder zeigen im Vergleich zum Vormonat einen deutlichen Rückgang der Zahl der Flugzeuge auf dem russischen Militärflugplatz Engels.

Verluste im Ukraine-Krieg: Russisches Munitionslager in Melitopol zerstört

+++ 18.45 Uhr: In der Nacht zum 9. Januar ist es ukrainisches Streitkräften gelungen, ein russisches Munitionslager im besetzten Melitopol zu zerstören. Dies teilte der Bürgermeister der Stadt, Iwan Fedorow, gegenüber der Nachrichtenagentur Ukrinform mit.

Das Lager befand sich im Stadtzentrum auf dem Gelände eines Unternehmens. Ihm zufolge waren zwei Versuche nötig, um das Lagerhaus vollständig zu zerstören. Infolge des Brandes sei es den Einwohnerinnen und Einwohnern verboten worden, sich zwischen Melitopol und anderen besetzten Städten zu bewegen, fügte Fedorov hinzu.

Verluste im Ukraine-Krieg: Russland muss Strategie ändern

Erstmeldung vom Montag, 09. Januar: Moskau – Der Ukraine-Krieg läuft für Russland nach wie vor nicht allzu gut. Vor allem die hohen Verluste machen den Streitkräften schwer zu schaffen. Vor allem die einst so gerühmte Panzerflotte hat sich in den vergangenen zehn Monaten als Schwachpunkt erwiesen.

Aufgrund der hohen Verluste am Boden hat Russland zuletzt seine Strategie im Krieg gegen die Ukraine geändert. Seit dem Herbst setzt der Angreifer vor allem auf Raketen und Drohnen, die immer wieder die Energieinfrastruktur der Ukraine treffen. Dabei profitiert Russland von der Hilfe aus dem Iran, der Berichten zufolge bereits im August Drohnen vom Typ Shahed 136 nach Russland geschickt hat, die große Schäden in der Ukraine angerichtet haben.

Verluste im Ukraine-Krieg: Wie viele Drohnen Russland noch übrig hat

Allerdings ist offen, über wie viele Drohnen Russland derzeit überhaupt noch verfügt. So behauptete der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Resnikov am Freitag (06. Januar), dass die russischen Streitkräfte bereits 88 Prozent ihres Vorrats an Shahed-Drohnen aufgebraucht hätten. Nach dieser Rechnung stünden Russland nur noch etwa 90 im Iran hergestellte Drohnen zur Verfügung.

Zudem hat die US-Regierung inzwischen neue Sanktionen gegen Teheran verhängt. Man werde alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um Wladimir Putin die Waffen zu verweigern, „mit denen er seinen barbarischen und unprovozierten Krieg gegen die Ukraine führt“, erklärte US-Finanzministerin Janet Yellen am Freitag. Die Tatsache, dass der Kreml auf Lieferanten wie Iran zurückgreife, zeige die Verzweiflung angesichts des tapferen ukrainischen Widerstands. (cs)

Rubriklistenbild: © ARMAN SOLDIN/AFP

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