VonNail Akkoyunschließen
In Russland amüsiert sich die Politik über das Handeln von Emmanuel Macron und Kanzler Olaf Scholz. Nun wurde den beiden sogar neue Begriffe gewidmet.
Moskau – Am Donnerstag (16. Juni) erwartet Kiew neben dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Moskau wird indes „ganz genau beobachten“, welche Aussagen das Trio in der Ukraine treffen wird und ob dem kriegsgebeuteltem Land sogar der EU-Kandidatenstatus angeboten wird, berichtete ntv-Korrespondent Rainer Munz aus Russland.
Der Kreml habe die Hoffnung, dass der Westen allmählich „kriegsmüde“ werde und die Ukraine künftig nicht mehr so stark unterstützen wird wie in den vergangenen Monaten. Anlass zu diesem Glauben geben demnach das zögerliche Handeln von Scholz und Macron – laut Munz sogar bei Oppositionellen. „Es gibt zwei neue russische Begriffe: Das eine ist ‚macronen‘ und das andere ‚waljat Scholza‘.“
„Viel versprechen, nichts halten“: Russland amüsiert sich über Olaf Scholz
Während das Erste „viel telefonieren und es kommt nichts dabei raus“ bedeute, ließe sich der zweite Begriff mit „herumscholzen“ übersetzen und würde für „viel versprechen, nichts halten“ stehen, erklärte Munz. Diesen Eindruck, auch wenn er nicht der Wahrheit entspreche, habe man inzwischen in Russland. Dem Reporter zufolge könnte dies auch daran liegen, dass mittlerweile Erinnerungen an die Annexion der Krim im Jahr 2014 erwachen, in denen der Westen kaum etwas unternahm und Wladimir Putin schlussendlich gewähren ließ.
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nicht gut auf Olaf Scholz zu sprechen. Der Regierungschef kritisierte das häufige Abwarten des Bundeskanzlers, wie etwa als er sich gegen die Lieferung von schweren Waffen stellte, um Deutschland aus dem Ukraine-Krieg herauszuhalten. (nak)
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