Update vom 17. März, 10.40 Uhr: Der russische Pilot des Kampfjets, der über dem Schwarzen Meer mit einer US-Drohne kollidiert war, wurde am Freitag in Moskau für seinen Einsatz geehrt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur RIA berichtete, habe Verteidigungsminister Sergei Schoigu dem Piloten mehrere Auszeichnungen verliehen. Als Begründung für die Auszeichnungen nannte die russische Regierung „die Verhinderung der Verletzung der Grenzen des Sondereinsatzgebiets durch die amerikanische MQ-9 Reaper-Drohne“.
Ein am Donnerstag (16. März) veröffentlichtes Video zeigt, wie der russische Jet die Drohne bei einem Überflug am Rotor touchiert hatte. Das unbemannte Fluggerät stürzte daraufhin in das Schwarze Meer. Die US-Regierung sprach anschließend von einem Kontrollverlust und mangelndem Können des russischen Piloten.
Drohnen-Zwischenfall: US-Infos „höchste Ebene“ des Kremls soll Aktion veranlasst haben
Update vom 16. März, 16.10 Uhr: Die russische Führung soll den aggressiven Aktionen des russischen Kampfjets gegen eine US-amerikanische Drohne zugestimmt und abgesegnet haben. Das berichtet der US-Sender NBC mit Verweis auf drei mit dem Vorfall vertraute Beamte. Es sei die „Absicht der russischen Führung gewesen, beim Abfangen aggressiv vorzugehen“, sagte einer der Beamten. Dabei soll die „höchste Ebene“ des Kremls seine Zustimmung gegeben haben. Ob auch Präsident Putin über den Vorfall Bescheid gewusst hatte, ist nicht bekannt.
Die Kollision zwischen den beiden Flugobjekten, die dann letztlich zum Absturz der Drohne geführt hatte, soll jedoch nicht bewusst herbeigeführt worden sein. Diese Position bekräftigte auch Regierungssprecher Ned Price am Mittwoch. Dieser erklärte, dass ein individueller Fehler des Piloten zu demZusammenstoß geführt haben soll.
Drohnen-Zusammenstoß: Video deckt Kreml-Lüge auf – US-Behörden veröffentlichen Aufnahmen
Update vom 16. März, 11.30 Uhr: Die US-Regierung hat am Donnerstag Videoaufnahmen von dem Vorfall über dem Schwarzen Meer veröffentlicht, bei dem ein russischer Kampfjet mit einer US-Drohne kollidiert war. Die knapp 40 Sekunden langen Aufnahmen zeigen, wie das Kampfflugzeug gleich zweimal auf US-Drohne zufliegt und dabei Treibstoff ablässt. Nach dem zweiten Anflug, bei dem es offenbar zu der Kollision gekommen war, bricht das Bild der Drohnenkamera kurz ab. Anschließend ist das Heck des Fluggeräts zu sehen. Am Propeller ist eine sichtbare Beschädigung zu erkennen.
Ein Sprecher der US-Regierung hatte am Mittwoch noch erklärt, dass man bei dem Zusammenstoß nicht von Absicht ausgehe. Viel mehr soll der russische Pilot fahrlässig und inkomptent gehandelt haben.
BREAKING: U.S. military releases dramatic declassified video taken by MQ-9 Reaper drone that shows the moment that a Russian Su-27 fighter jet collided with it after attempting to spray the drone with jet fuel. https://t.co/XGoVQN7ppJpic.twitter.com/X9vH6qtFGf
Drohnen-Zwischenfall: USA erwägen nach Kollision Veröffentlichung von Videomaterial
Update vom 16. März, 7.19 Uhr: Nach dem Drohnen-Absturz über dem Schwarzen Meer will die US-Regierung möglicherweise Bildmaterial von dem Vorfall veröffentlichen. „Wir sind noch dabei, Videos und Fotos zu sichten, um festzustellen, was wir veröffentlichen können“, sagte der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin in Washington am Mittwoch (15. März). „Wir haben Videobeweise für all das“, erklärte US-Generalstabschef Mark Milley.
Mit dem Material könnten die USA ihre Darstellung untermauern, wonach ein russischer Kampfjet bei dem Vorfall eine amerikanische Militärdrohne rammte. Die Russen hatten jede Verantwortung für den Absturz zurückgewiesen und warfen den Amerikanern eine Provokation vor.
Drohnen-Zwischenfall zwischen den USA und Russland: Austin und Schoigu telefonieren
Update vom 15. März, 19.15 Uhr: Nach dem Zwischenfall mit einer amerikanischen Drohne und zwei russischen Kampfjets über dem Schwarzen Meer haben der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu und sein US-Amtskollege Lloyd Austin nach Angaben aus Moskau ein Telefongespräch gehalten. Das Gespräch habe auf Initiative der amerikanischen Seite stattgefunden, zitierte die russische Staatsagentur Tass das Verteidigungministerium in Moskau. Ein namentlich nicht genannter US-Beamter gab gegenüber dem US-Sender CNN an, auch der Generalstabschef Mark Milley werde mit seinem russischen Amtskollegen telefonieren.
Update vom 15. März, 12.45 Uhr: Der Militär-Experte Gerhard Mangott bewertete den Zwischenfall über dem Schwarzen Meer im Gespräch mit fr.de von IPPEN.MEDIA als „sehr riskant“. Der Vorfall berge ein „großes Eskalationsrisiko“.
Russland-Kampfjet kollidiert mit US-Drohne: Kiew verteidigt Einsatz
Update vom 15. März, 10.40 Uhr: Die ukrainische Luftwaffe hat den Einsatz der US-amerikanischen Drohne über dem Schwarzen Meer verteidigt. „Das Schwarze Meer ist kein Binnenmeer Russlands, so wie sie das Asowsche Meer besetzt haben und es für ihres halten“, sagte Jurij Ihnat, der Sprecher der ukrainischen Luftstreitkräfte in einem TV-Interview. Zu den Anrainerstaaten des Schwarzen Meers zählt auch das Nato-Mitglied Türkei. Die US-Drohne hätte dort also auf rechtlicher Grundlage agieren dürfen.
„Inakzeptablen Aktionen des US-Militär“: Russischer Botschafter verteidigt Vorgehen
Update vom 15. März, 08.05 Uhr: Russlands Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, hat Moskau gegen Kritik wegen des Zusammenstoßes eines russischen Kampfjets mit einer US-Drohne verteidigt. „Die inakzeptablen Aktionen des US-Militärs in unmittelbarer Nähe unserer Grenzen geben Anlass zur Sorge“, so Antonow laut US-Medien. Man sei sich „der Aufgaben, für die solche Aufklärungs- und Kampfdrohnen eingesetzt werden, sehr wohl bewusst.“ Antonow warf den USA in seinem Statement vor, sie würden mit derartigen Drohnen Informationen sammeln, „die später vom Kiewer Regime genutzt werden, unsere Streitkräfte und Territorien anzugreifen“.
Update vom 14. März, 22.24 Uhr: Der russische Botschafter in den USA ist im Außenministerium in Washington eingetroffen. Die USA hatten ihn nach dem Zwischenfall über dem Schwarzen Meer einbestellt. Anatoly Antonov traf sich mit der stellvertretenden Außenministerin für europäische Angelegenheiten, Karen Donfried. Knapp 30 Minuten dauerte der Besuch laut CNN. Antonov stellte demnach klar, dass Russland keine „Konfrontation“ mit den USA wolle.
Die stellvertretende US-Außenministerin Karen Donfried habe die Besorgnis der USA über den Vorfall zum Ausdruck gebracht, heißt es in dem Bericht. Zudem habe man „unsere Anmerkungen zu diesem Thema ausgetauscht, weil wir einige Meinungsverschiedenheiten haben“.
Antonov sprach von einem „konstruktiven Gespräch“. Dabei wiederholte er auch die russische Sichtweise: Danach hat der russische Jet die US-Drohne nicht berührt oder angegriffen, vielmehr sei diese von selbst abgestürzt. Zudem wirft Russland den USA vor, dass die Drohne in einen speziellen gesicherten Luftraum eingedrungen sei, den man während des Ukraine-Kriegs eingerichtet und über den man die USA im Vorfeld informiert hatte.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Russland weist Vorwürfe zurück im Kampfjet-Drohne-Zwischenfall
Update vom 14. März, 20.23 Uhr: Die US-Air-Force hat Russland nach dem Zwischenfall über dem Schwarzen Meer schwere Vorwürfe gemacht. Jetzt reagiert Moskau und streitet alles ab: Das russische Verteidigungsministerium hat am Dienstag jede Verantwortung im Zusammenhang mit dem Absturz einer US-Drohne über dem Schwarzen Meer zurückgewiesen. Die Drohne sei weder beschossen noch auf andere Weise angegriffen worden, heißt es in einer von der Staatsagentur Tass verbreiteten Mitteilung.
Eine Alarmrotte der russischen Luftwaffe sei aufgestiegen, um einen unbekannten Eindringling über dem Schwarzen Meer zu identifizieren. Bei einem scharfen Ausweichmanöver habe die Drohne rapide an Höhe verloren und sei in das Meer gestürzt, lautete die Darstellung des russischen Militärs. „Die russischen Kampfflugzeuge haben keine Bordwaffen eingesetzt, sind nicht in Kontakt mit dem unbemannten Flugapparat geraten und kehrten sicher zu ihrem Heimatflughafen zurück.“
Russland-Kampfjet kollidiert mit US-Drohne: ZDF-Expertin sieht „einmaligen Vorgang“
Update vom 14. März, 19.30 Uhr: Der Zwischenfall über dem Schwarzen Meer, bei dem ein russischer Kampf-Jet vom Typ „Su-27“ und eine amerikanische Drohne „MQ-9 Reaper“ über internationalen Gewässern kollidierten, sorgt im Umfeld des Ukraine-Kriegs für Aufsehen.
Russischer Kampfjet kollidiert mit US-Drohne: Zwischenfall über Schwarzem Meer besorgt
Laut ZDF-Washington-Korrespondentin Claudia Bates handelt es sich um einen einmaligen Vorfall. „Solche Begegnungen im internationalen Luftraum kommen schon vor. Aber hier handele es sich doch um eine ungewöhnliche Provokation der russischen Piloten. Die Drohne war im internationalen Luftraum unterwegs, hätte dort eine Routineoperation durchgeführt“, berichtete Bates im „heute journal“ unter Berufung auf die US-Streitkräfte: „Die Piloten hätten dann zunächst Kraftstoff über der Drohne abgelassen und sie eben schließlich gestreift, wodurch sie von den Amerikanern vom Himmel geholt werden musste. Und das ist tatsächlich ein einmaliger Vorgang.“
Die USA würden sehr deutlich machen, „dass Russland hier mit Absicht gehandelt habe und verurteilen das sehr scharf“, erklärte Bates weiter. Laut der ZDF-Washington-Korrespondentin würden nun zunächst die jeweiligen Außenministerien Kontakt miteinander aufnehmen, um die Hintergründe des militärischen Vorfalls zu klären. Bei der „MQ-9 Reaper“-Drohne handelt es sich um eine Aufklärungs-Drohne, die jedoch auch Luft-Boden-Raketen mit sich führen kann.
Erstmeldung vom 14. März: München - Im Umfeld des Ukraine-Kriegs ist es offenbar zu einem militärischen Zwischenfall zwischen den US-Streitkräften und der Luftwaffe Russlands gekommen.
Über Schwarzem Meer: Offenbar kollidieren eine US-Drohne und ein russischer Kampfjet
Eine US-Drohne des Typs „MQ-9 Reaper“ und ein russischer Kampfjet des Typs „Su-27“ kollidieren laut dem US-amerikanischen Nachrichtenmagazin Politico. Demnach müssen die Amerikaner die Drohne nach der Kollision über internationalem Gewässer abstürzen lassen. Dem Bericht zufolge hatte die „Su-27“ den Propeller der amerikanischen Drohne getroffen.
Vor der Kollision ließ der russische Kampf-Jet angeblich „Treibstoff ab und flog in rücksichtsloser, umweltschädlicher und unprofessioneller Weise vor der MQ-9 her. Dieser Vorfall zeugt von einem Mangel an Kompetenz und ist darüber hinaus unsicher und unprofessionell“, zitiert Politico die US-Streitkräfte. Über dem Schwarzen Meer gibt es seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs verstärkte Aktivitäten des transatlantischen Verteidigungsbündnisses NATO.
Auch die US-amerikanische Nachrichtenseite CNN berichtet von dem Vorfall, wonach angeblich zwei Luftüberlegenheitsjäger des Typs „Suchoi Su-27“ die Drohne flankierten. „Einer der Jets beschädigte daraufhin den Propeller der Reaper, der am Heck der Drohne montiert ist“, zitiert CNN einen US-Beamten.
Schwarzes Meer nahe Ukraine: Russische „Su-27“ bringt offenbar US-Drohne zum Absturz
Im offiziellen Statement des US Air Force Generals James B. Hecker, dem Kommandeur der U.S. Air Forces Europe and Air Forces Africa, hieß es am Abend konkret: „Ungefähr um 7:03 Uhr (MEZ) traf eines der russischen Su-27-Flugzeuge den Propeller der MQ-9, was dazu führte, dass die US-Streitkräfte die MQ-9 in internationalen Gewässern herunterbringen mussten. Vor der Kollision ließen die Su-27 mehrmals Treibstoff ab und flogen auf rücksichtslose, umweltschädliche und unprofessionelle Weise vor die MQ-9. Dieser Vorfall zeigt einen Mangel an Kompetenz und ist nicht nur unsicher und unprofessionell.“
Dieser Vorfall zeigt einen Mangel an Kompetenz und ist nicht nur unsicher und unprofessionell.
Die knapp elf Meter lange und in ihrer Spannweite rund 20 Meter breite „MQ-9 Reaper“ dient der sogenannten Luftnahunterstützung, ergo, der Luftraumüberwachung und der Erkundung strategischer Gebiete. Sie kann Luft-Boden-Raketen und Panzerabwehrlenkwaffen bei sich tragen.
Schwarzes Meer: Unterstützen die USA die Ukraine mit Aufklärungs-Drohnen?
Wiederholt wurde in den vergangenen Monaten gemutmaßt, dass die USA die Ukrainer in ihrem Verteidigungskampf gegen die russische Invasion mittels Drohnen-Aufklärung unterstützen Die Amerikaner unterhalten mit anderen NATO-Partnern unter anderem einen Luftwaffenstützpunkt im rumänischen Constanța an der Küste des Schwarzen Meeres. (pm)