Pilot katapultiert sich aus Maschine

Videos aufgetaucht: Russen-Kampfjet stürzt ins Meer - Su-25 macht Putin Sorgen

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Russland verliert reihenweise Kampfjets vom Typ Su-25. Jetzt stürzt eine Maschine ohne Kampfhandlung bei Krasnodar ab. Hat der Bomber ausgedient?

München/Krasnodar - Betrunkene Soldaten, die sich untereinander prügeln. Uralte Panzer und Geschütze wie die „2S4 Tjulpan“, die ein leichtes Ziel für Drohnen und die Artillerie der Ukraine sind. Und dann noch das Desaster um die erneut schwer beschädigte Krim-Brücke über die Straße von Kertsch.

Russland im Ukraine-Krieg: Suchoi Su-25 stürzt vor Krasnodar ins Asowsche Meer

Russland muss viele, teils fragwürdige Rückschläge im Ukraine-Krieg hinnehmen, den Moskau-Machthaber Wladimir Putin angezettelt hat. Auch ein Kampfflugzeug macht Putin und dem Kreml immer wieder Sorgen: die Suchoi Su-25. Denn: Am Montag (17. Juli) stürzte eine Su-25 aus bisher ungeklärter Ursache vor der russischen Küste bei Krasnodar ins Asowsche Meer.

Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit, nachdem mehrere Videos von dem Absturz vor einem Badestrand (siehe unten) bei Telegram und Twitter kursierten. Die Videos zeigen auch, wie sich der Pilot offensichtlich aus dem abstürzenden Flugzeug katapultierte und mit einem Fallschirm im Meer landete. Laut offizieller Version sei er gerettet worden, russische und ukrainische Blogger verwiesen jedoch auf Medienberichte, wonach er die Evakuierung nicht überlebt haben soll.

Su-25-Kampfjet Russlands: Kaum noch auf dem Ukraine-Schlachtfeld gesichtet

Ist der Kampfjet das nächste „Sorgenkind“ Putins? Bei der Su-25 handelt es sich um ein Erdkampfflugzeug, das bei der damaligen sowjetischen Luftwaffe bereits Anfang der 1980er Jahre in Dienst gestellt wurde. Die Funktion des zweistrahligen Jets besteht darin, eigene Bodentruppen im unmittelbaren Kampf zu unterstützen – etwa durch die Bombardements feindlicher Stellungen oder sogar einzelner Panzer.

Doch bei der Abwehr der Offensive der Ukraine, die im Süden wegen russischer Minenfelder stockt, tritt die Su-25 so gut wie gar nicht in Erscheinung. Während Moskau in den ersten Monaten des Überfalls auf den westlichen Nachbarn noch Su-25-Piloten Selfies aus den Cockpits machen ließ und die Fotos verbreitete, gibt es kaum noch aktuelle Aufnahmen.

Suchoi Su-25

Die Suchoi Su-25 ist ein Erdkampfflugzeug, das in den 1970er Jahren in der Sowjetunion entwickelt und 1981 in Dienst gestellt wurde. Der zweistrahlige Kampfjet ist kürzer als Abfangjäger, dafür aber stärker gepanzert, da die Su-25 in niedrigen Höhen operiert, um die eigenen Truppen am Boden zu unterstützen. Das Flugzeug hat eine Spannweite von 14,36 Metern und kann eine Geschwindigkeit von bis zu 975 km/h erreichen. Die Standardbewaffnung ist eine doppelläufige 30-mm-Maschinenkanone Grjasew-Schipunow GSch-30-2. Ferner können Luft-Luft-Lenkflugkörper, Luft-Boden-Lenkflugkörper und ungelenkte Luft-Boden-Raketen an den Tragflächen angebracht werden.

Su-25-Kampfjet Russlands: Ukraine hat mit Gepard und Flugabwehrraketen Gegenmittel

Genügt die Maschine den Anforderungen nicht mehr? Der Jet ist wegen des wahrscheinlichen Feindkontakts in niedriger Höhe stärker gepanzert. Die Ukrainer haben mit den deutschen Flak-Panzern Gepard oder schultergestützten Boden-Luft-Abwehrraketen wie der Stinger indes wirkungsvolle Abwehrmöglichkeiten. Das haben sie gegen die russischen Luftstreitkräfte zigfach bewiesen.

Laut Stern ist die schlechte Präzision der ungelenkten Luft-Boden-Raketen, die wegen geringerer Produktionskosten oft angebracht werden, eine große Schwachstelle des Erdkampfflugzeugs, das auch als Frontbomber oder Schlachtflugzeug bezeichnet wird. Und um mit der schweren 30-mm-Bordkanone Ziele am Boden zu bekämpfen, muss die Su-25 früh in Reichweite der Flugabwehr fliegen. Die recht großen Triebwerke sind laut Stern dabei recht leichte Ziele - selbst unter dem Einsatz von Täuschkörpern.

Ukraine-Offensive: Gefahr eher durch Drohnen als durch Russlands Su-25?

Wiederholt passieren zudem Unfälle mit dem Flugzeug. Im September kursierte ein Video bei Twitter, wie eine Su-25 beim Start abstürzt und beim Aufschlag in einem riesigen Feuerball verschwindet. Angeblich passierte das verherrende Missgeschick auf der von Russland annektierten Krim, was sich ebenso wenig unabhängig verifizieren lässt wie die Frage, wann sich der Absturz ereignete.

Dass die Ukraine etwa die Panzerhaubitze M109L mit Käfigen vor allem zum Schutz gegen Drohnen und Panzerabwehrwaffen nachrüstet, kann als Beispiel dienen, dass sie eher eine Bedrohung darin sieht als durch die Su-25. Laut Analyse des Stern sei deren Bewaffnung heutzutage schlicht „obsolet“. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Kyrill Norton

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