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Die Friedens-Demo, zu der Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer am Samstag aufrufen, ist verlogen. Vor allem die Menschen, die in der Ukraine um ihre Freiheit kämpfen, brauchen so eine Aktion gewiss nicht. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.
Da haben sich die beiden Friedensfreundinnen Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer ja nette Leute angelacht für ihre große Demo am Samstag. Die Theologin und Mitunterzeichnerin des großen „Manifests für den Frieden“ Margot Käßmann mag nicht mehr kommen, ebenso will fast die gesamte Spitze der „Linken“ der Party fernbleiben – weil, so die Begründung, bundesweit bekannte Neonazis offen zur Teilnahme aufriefen, ebenso die selbst ernannte neue deutsche Friedenspartei AfD und deren Chef Tino Chrupalla. Der macht mittlerweile keine Mördergrube mehr aus seinem Herzen und spricht offen aus, dass für ihn die USA in der Ukraine die eigentlichen Kriegstreiber seien. In der Parteispitze hoffen sie, damit im russophilen Osten Deutschlands punkten zu können.
Solche falsche Friedensfreunde aus Deutschland braucht kein Mensch
Eine merkwürdige Melange von vorgeblichen Kämpfern für den Frieden hat sich da zusammengefunden, angelockt von Wagenknechts schillerndem Satz, willkommen sei jeder, „der ehrlichen Herzens für Frieden und für Verhandlungen demonstrieren möchte“. Für den Frieden, für den Wagenknecht da wirbt, würde sogar Putin sicherlich gerne mitdemonstrieren. Herbeigeführt werden soll er schließlich durch einen Waffenlieferungsstopp an die Ukraine, der in rascher Folge den Zusammenbruch des von Russland überfallenen Landes zur Folge hätte.
Die ganze Nummer ist so verlogen wie Wagenknechts in Gründung befindliche Partei. Unter ihrer Flagge will die einstmals rote Sahra alle umarmen: naive Unterwerfungspazifisten, linksextreme Amerikahasser und den unappetitlichen äußersten rechten Rand der Gesellschaft. Den schließt die 53-Jährige mit Blick auf künftige Wählerstimmen ja mit Bedacht nicht aus von ihrer Demo ausgerechnet am Brandenburger Tor. Solche falsche Friedensfreunde aus Deutschland braucht kein Mensch, am allerwenigsten die aufopferungsvoll um ihre Freiheit kämpfenden Ukrainerinnen und Ukrainer.
Georg Anastasiadis
