Urteil von New York

Für Trump nur ein Schandfleck

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Trump kommt trotz vieler Anklagen und einer Verurteilung fast unbeschmutzt davon – die US-Justiz dagegen hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Der Kommentar.

Wenn ein US-Gericht Donald Trump im Schweigegeldprozess für schuldig befindet, den künftigen US-Präsidenten aber nicht bestraft, damit er in Ruhe arbeiten kann, dann passt das zu dieser Farce von Verfahren. Die Vorfälle liegen etwa neun Jahre zurück, die Anklage zwei und das Urteil wurde im Mai vergangenen Jahres gefällt. Der US-Justiz ist es mit anderen Worten nicht gelungen, einen mächtigen Milliardär in die Schranken zu weisen. Trump und seine Anwälte konnten vielmehr mit allerlei juristischen Tricks das Verfahren verzögern.

Verurteilung wird Narzissten Trump schmerzen, aber kaum politisch schaden

Ähnliches gilt für die anderen Prozesse gegen Trump. Die Dokumentenaffäre, die Vorwürfe der Wahlmanipulation in Georgia oder die offensichtliche Verwicklung Trumps in den Putschversuch am 6. Januar vor vier Jahren haben eines gemeinsam: Die anschließenden Verfahren blieben fast ergebnislos.

Trump-Fans halten am Freitag in New York an ihrem Idol ungebrochen fest.

Im Schweigegeldprozess gab es allerdings ein Urteil. Trump ist also der erste als Straftäter verurteilte US-Präsident. Dieser Schandfleck wird den Narzissten schmerzen. Politisch schadet es ihm jedoch nicht. Das wundert inzwischen aber niemanden mehr.

Rubriklistenbild: © AFP

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