Krieg verhindern

Scholz, Sánchez und Corda bitten Frankreich um Wahl von Macron - Le Pen wird Freundschaft mit Putin nachgesagt

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Spaniens Präsident Sánchez macht sich selbst ein Bild von der schrecklichen Lage in der Ukraine. Gemeinsam mit Scholz und Corda ruft er Frankreich dazu auf, Macron zu wählen, um Le Pen, der eine Freundschaft mit Putin nachgesagt wird, keine Macht zuzusichern

Die Regierungschefs Deutschlands, Spaniens und Portugals haben an die Franzosen appelliert, Emmanuel Macron bei der Stichwahl um das Präsidentenamt am kommenden Sonntag ihre Stimme zu geben.

Madrid/Kiew - Frankreich stehe vor der Wahl zwischen einem demokratischen Kandidaten, der glaube, dass Frankreichs Stärke in einer mächtigen und autonomen Europäischen Union zunehme. Und einer Kandidatin der extremen Rechten, die sich offen auf die Seite derjenigen stelle, die die Freiheit und Demokratie Europas angriffen, schrieben die drei Politiker in einem am Donnerstag in der spanischen Zeitung «El País» erschienenen gemeinsamen Artikel.

Der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin befohlene Angriff auf die Ukraine habe «Erinnerungen an die dunkelsten Zeiten Europas» geweckt, heißt es darin weiter. «Putins Krieg richtet sich gegen die Werte, für die Frankreich und unsere Länder stehen: Demokratie, Souveränität, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.» Populisten und die extreme Rechte hätten Putin als ideologisches und politisches Vorbild genommen. «Das dürfen wir nicht vergessen, egal wie sehr diese Politiker jetzt versuchen, sich von dem russischen Aggressor zu distanzieren», schrieben die drei Regierungschefs. Die rechte Gegenkandidatin Macrons in der Stichwahl, Marine Le Pen, gilt als Freundin Putins. Macron wirft ihr vor, vom Kreml-Chef abhängig zu sein.

Sánchez zeigt sich in Kiew erschüttert über die Gräueltaten von Putins Krieg

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich bei einem gemeinsamen Besuch mit der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen in dem Kiewer Vorort Borodjanka erschüttert über die Lage vor Ort gezeigt. «Es macht betroffen, die Schrecken und die Gräueltaten von Putins Krieg auf den Straßen von Borodjanka zu sehen. Wir werden das ukrainische Volk nicht allein lassen», schrieb er am Donnerstag auf Twitter. Anschließend trafen Sánchez und Frederiksen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen.

In Borodjanka waren kurz zuvor nach ukrainischen Angaben zwei weitere Massengräber entdeckt worden. Einige von ihnen hätten Folterspuren aufgewiesen. Borodjanka gehört zu den am stärksten zerstörten Städten in der Hauptstadtregion. Aus der Stadt wurden Gräueltaten der mittlerweile abgezogenen russischen Einheiten gemeldet. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Frederiksen sprach vor dänischen Reportern von Kriegsverbrechen, die dokumentiert werden müssten. «Das sind auch sehr, sehr brutale Übergriffe gegen eine Zivilbevölkerung, die niemandem etwas getan hat und nur den Wunsch hat, ein friedliches Leben zu führen, wie wir anderen es tun.» Dem Sender TV2 sagte sie, Dänemark werde der Ukraine weitere Waffen liefern. Welche, das ließ sie zunächst offen. (dpa)

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