VonJakob Kochschließen
Bei der Versenkung von Russlands Kriegsschiff „Sergej Kotow“ nahe der Krim kamen Seedrohnen der Ukraine zum Einsatz – mit 300 Kilo Sprengstoff an Bord.
Update vom 5. März 2024: Erneut soll ein Kriegsschiff der Schwarzmeerflotte von „Magura V5“-Seedrohnen getroffen worden sein. Wie am Dienstag bekannt wurde, sei die Korvette „Sergej Kotow“, die die Schwarzmeerflotte auch als schweres Patrouillenboot führt, versenkt worden. Das teilte der ukrainische Militärgeheimdienst HUR auf Telegram mit. Das Schiff habe Treffer im Heck sowie Back- und Steuerbord erlitten. Der Angriff wird auch in russischen Militärblogs bestätigt. Die Krim-Brücke war nach Drohnenangriffen in der Nacht ebenfalls stundenlang gesperrt.
Kriegsschiff Russlands vor der Krim versenkt – Militärblog bestätigt Zerstörung der „Sergej Kotow“
Die Versenkung der „Sergej Kotow“ wird zumindest inoffiziell in Moskau bestätigt. Der prorussische Militärblog Belorusski Silowik schrieb, dass das Schiff zerstört worden sei. Die Meldung verbreitete auch der dem Moskauer Verteidigungsministerium nahestehende einflussreiche Blog Rybar weiter. Zudem kursiert ein Video, das den Treffer an der „Sergej Kotow“ in der Nacht zeigen soll. Dort ist ein Schiff mutmaßlich in der Bucht von Feodossija im Südosten der Krim zu erkennen, das auf Ziele im Wasser schießt, bis es selbst von einer schweren Explosion erschüttert wird. Schon im vergangenen Herbst gab es Meldungen über einen Drohnenbeschuss der „Sergej Kotow“, die dabei schwere Schäden erlitten haben soll.
Update vom 14. Februar 2024: Am Mittwoch (14. Februar) hat Moskau nun wohl ein weiteres Schiff verloren. Der ukrainische Militärgeheimdienst soll am frühen Mittwochmorgen einen Drohnenangriff auf das russische Landungsschiff „Caesar Kunikow“ im Schwarzen Meer durchgeführt haben. Der militärische Geheimdienst der Ukraine veröffentlichte ein Video, das zeigt, wie mehrere mit Sprengstoff beladene Seedrohnen auf das russische Kriegsschiff zusteuern und explodieren. Dabei kam eine alte Angriffstaktik aus dem Zweiten Weltkrieg zum Einsatz – die bereits von der deutschen Wehrmacht genutzt wurde.
Erstmeldung vom 2. Februar 2024: Sewastopol/Kiew – Die Liste der gesunkenen russischen Kriegsschiffe ist mittlerweile lang: Vor allem die Versenkungen des Landungsschiffs „Nowotscherkassk“ und des Flagschiffs „Moskwa“ sorgten im vergangenen Jahr für Aufmerksamkeit. Auch der über 100 Meter lange Tanker „Olenogorski Gornjak“ wurde vom ukrainischen Militär schwer beschädigt.
Bereits diese Attacken waren ein erheblicher Schlag gegen die russische Schwarzmeerflotte – der mit der Verlust der „Iwanowez“ in dieser Woche für erneute weltweite Aufmerksamkeit sorgte. Das Raketenschiff wurde an der Westküste der seit 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim durch mehrere Seedrohnen der Ukraine versenkt, teilte der ukrainische Militärgeheimdienst am Donnerstag mit. Zum Einsatz kamen mehrere sogenannte „Magura V5“-Seedrohnen – die dank HD-Kameras an Bord ausführliches Bildmaterial des Angriffs lieferten.
Ukraine-Krieg: Russlands Kriegsschiff nahe der Krim versenkt – „Magura V5“-Drohnen treffen „Ivanovets“
Der militärische Geheimdienst der Ukraine veröffentlichte ein Video, das zeigt, wie mehrere mit Sprengstoff beladene Seedrohnen auf das russische Kriegsschiff zusteuern und explodieren. Das Schiff erlitt Schlagseite und sank schließlich. Bisher gibt es keine Bestätigung dieses Vorfalls von russischer Seite. Zum Einsatz kamen sogenannte „Magura V5“-Drohnen, optische Killer-Modellboot, die von der russischen Besatzung sogar noch entdeckt wurden.
Im Video ist zu sehen, wie die „Ivanovets“ noch das Maschinen-Gewehr-Feuer eröffnet – jedoch ohne Erfolg. Die ersten beiden Drohnen trafen das Heck und machten das Kriegsschiff manövrierunfähig, während mehrere weitere es mit Treffern an der Seite endgültig außer Gefecht setzten. Offenbar kamen mindestens sechs Drohnen zum Einsatz, schreibt das Militärportal Defence Express. Ivan Sybyriakov, Leiter des Zentrums für unbemannte Systeme beim ukrainischen Rüstungsunternehmen SpetsTechnoExport (STE), lobte kürzlich die Drohnen. Neben Kamikaze-Angriffen können sie auch Aufklärungs- und Überwachungsmissionen durchführen.
| Drohne: | Magura V5 |
| Einsatzreichweite: | 800 Kilometer |
| Nutzlast: | 300 Kilogramm Sprengstoff |
| Einsatzmöglichkeiten: | Kamikaze-Angriffe, Aufklärungs- und Überwachungsmissionen |
| Anzahl im Besitz der Ukraine: | unbekannt |
Vergleich mit „Kill Bill“: Militär-Experte zum Motiv der ukrainischen Armee für Abschuss der Korvette
Das Schiff wurde offenbar bewusst ausgewählt, das vermutet unter anderem Militärexperte Marcus Keupp. In Anlehnung an den 20 Jahre alten Kino-Film von Quentin Tarantino sagte er: „Sie kennen vielleicht das Zitat aus dem Film ‚Kill Bill‘: ‚You and I have unfinished business.‘ Und genau darum ging es hier auch. Diese Korvette, die hier versenkt wurde, ist eines der Schiffe, die seit Ende 2022 die Seeblockade gegen die Ukraine und die ukrainischen Getreideexporte durchgesetzt haben“, sagte Dozent der Militärakademie Zürich im ZDF.
Und weiter: Eine enge russische Überwachung der Zone, in der das nun versenkte russische Kriegsschiff lag, fand Keupp zufolge offenbar nicht statt. „Die ‚Ivanovets‘ hat noch versucht zu manövrieren und dem zu entkommen, aber hat es nicht geschafft, weil der Angriff von mehreren Drohnen aus verschiedenen Richtungen gleichzeitig kam.“ Überlebende gab es offenbar nicht. Keupp glaubt, dass die Russen an anderer Stelle abgelenkt waren. Tatsächlich gelang am Donnerstagabend der Ukraine ein einmaliger Luftschlag-Volltreffer gegen Putins Krim-Truppen. Bei X (vormals Twitter) kursierte ein Video, das den Einschlag mehrerer Marschflugkörper auf dem Flugfeld nur rund sechs Kilometer nördlich der Stadtgrenze von Sewastopol dokumentieren soll.
Rubriklistenbild: © IMAGO / SNA


