VonAndreas Schwarzkopfschließen
Dier langwierigen Gespräche zwischen Israel und der islamistischen Hamas über eine Feuerpause lassen ahnen, wie viel Engagement nötig ist, um noch mehr zu erreichen. Ein Kommentar.
Es ist kein gutes Zeichen, wenn die radikalislamistische Hamas im Ringen um eine Feuerpause in Nahost so lange auf eine Antwort warten lässt. Dabei würde auch die Hamas von dem mehrstufigen Verfahren profitieren können. Schließlich könnten während der Kampfpause nicht nur die Menschen in Gaza ein wenig sicherer leben, sondern auch die Hamas-Kämpfer. Zudem würde der von Israel geplante Angriff auf Rafah mit den Zigtausenden von Geflüchteten zumindest verschoben.
So oder so zeigen die schwierigen Verhandlungen, wie weit die Kriegsparteien davon entfernt sind, einen Weg aus dem Konflikt zu finden. Derzeit wird lediglich über eine Feuerpause gestritten. Man ahnt, wie viel mehr die vermittelnden Staaten wie die USA und Katar noch an politischem Kapital investieren und wie viel Druck sie noch ausüben müssen, um auch bei den anderen strittigen Themen voranzukommen.
Ungeklärt ist etwa, wer nach dem Ende des Krieges Gaza regieren oder wer die fast vollständig zerstörten Städte und Ortschaften des Küstenstreifens wieder aufbauen soll. Ganz zu schweigen vom Fernziel der Zweistaatenlösung, von der derzeit kaum noch jemand spricht. Auswege sind dennoch denkbar. Doch müssten Israelis und Palästinenser sie auch wollen.
